Linus Görg
Vielen Dank, Herr Präsident, liebe Kolleginnen. Vielen Dank, Frau Christ, auch erst einmal vorab an Ihnen, dass Sie hier, glaube ich, sehr eindrücklich und plastisch auch geschildert haben, wie einerseits der Lebensalltag, aber eben auch die Versorgungssituation vieler Menschen mit Long-Covid, mit anderen postviralen Erkrankungen, mit ME-CFAs aussieht. Auch wir haben uns politisch klar vorgenommen, die Situation der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. Die Passagen aus dem Koalitionsvertrag hat meine Kollegin Wertes-Hütter hier auch zitiert. Auch das würde ich jetzt nicht noch einmal wiederholen wollen. Aber ich würde einmal auch die Chance nutzen, weil Sie ja auch Beispiele aus anderen Bundesländern angebracht hatten, auch einmal darauf hinzuweisen, was zumindest in Hamburg auch schon geschehen ist. Und es ist ja keineswegs so, dass sich Hamburg und auch das UKE bei dem Thema Forschung zu Long-Covid und postviralen Erkrankungen zurückhalten würden. Es hat ja in der Tat zahlreiche Forschungsverbünde auch gegeben, auch mit anderen Einrichtungen, unterschiedlichste Themen, die vom UKE im Bereich Versorgung, aber auch in den Gründen der Erkrankung untersucht wurden. Und das ist einerseits natürlich über die Bundesförderung zustande gekommen, aber auch das Land hat sich bereits beteiligt, um so die Forschung beim Thema Long-Covid zu stärken. Und ich finde, das sollten wir hier auch nicht unter den Tisch fallen lassen.Und dann finde ich es sehr erfreulich, dass zumindest für einen Teil der auch von Ihnen ja angesprochenen Gruppe, nämlich für Kinder und Jugendliche, tatsächlich ja jetzt auch bundesweit und auch in Hamburg Bewegung in die Sache kommt, dass sich mit dem PET-Net hier ein bundesweiter... Forschungs- und Versorgungsnetzwerke gegründet hat, das auch in Hamburg aktiv werden wird, um zielgerichtet eben einerseits Diagnostik und Therapie anbieten zu können, aber eben auch die Versorgungs- und Krankheitsforschung nochmal ein gutes Stück voranzubringen. Das ist, glaube ich, ein gutes Zeichen und das ist auf jeden Fall was, woran wir ansetzen können. Denn unser Anspruch muss es ja sein, alle Menschen mit Long-Covid und ME-CFS, aber auch anderen Postinfektionssyndromen in Hamburg verlässlich, kompetent und vernetzt zu versorgen. Und diesem Anspruch, auch das hatte meine Kollegin Wertes-Schütter ja gesagt, werden wir noch nicht an allen Stellen so gerecht, beziehungsweise werden wir nicht so gerecht, wie wir uns das vorstellen und wünschen. Die GBA-Richtlinie, die angesprochene zu Long-Covid, fordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das ist in Hamburg leider noch nicht flächendeckende Realität. Es braucht konkrete Schritte, um die Versorgung in der Praxis besser zu verzahnen. Und wichtig ist uns dabei auch, dass Betroffene systematisch eingebunden werden in die Erstellung solcher Versorgungskonzepte, denn sie wissen am besten, wo es tatsächlich hakt.und wie ihnen am besten geholfen werden kann. Dann würde ich einmal zu Ihrem Antrag kommen. Und einige Vorschläge, die dort genannt sind, sind aus unserer Sicht wirklich nicht zielführend. Das RKI beispielsweise stellt ja jetzt schon verschiedene Berichte auch zu dem Thema zur Verfügung. Einen tatsächlich darüber hinausgehenden Bedarf sehen wir an der Stelle nicht. Ebenso ist es ja tatsächlich auch so, dass über den Bund schon verschiedene Informationskampagnen zu dem Thema laufen. Es gibt bereits unterschiedlichste Fortbildungsangebote für den Bereich der Versorgung, sind ja dann vor allem auch die Kammern beispielsweise zuständig, aber auch bei Versorgungsämtern, beim medizinischen Dienst, sodass die Forderung aus Ihrem Antrag nach Fortbildungsangeboten und auch die Forderung nach einer starren Einordnung als schwere somatische Erkrankung zu kurz greift und glaube ich auch nicht der Realität der sehr unterschiedlichen Verläufe und der Art und Weise, wie zum Beispiel die Versorgungsämter arbeiten, nämlich nicht allein auf Diagnosen beruhend, sondern mit Hinblick auf die individuelle Teilhabe hervorzugehen. Auch das Thema der Lehre am UKE ist bereits abgedeckt. Postvirale Erkrankungen sind Teil des Lernzielkataloges. Von daher sehen wir auch da nicht den unmittelbaren Bedarf nachzusteuern. Und die verschiedensten Forschungsvorhaben hatte ich ja bereits darauf hingewiesen. Trotz aller Kritik spricht der...der Antrag ja wichtige Punkte an und wir brauchen am Ende ein mit allen Akteuren abgestimmtes und ausfinanziertes Konzept, um auch ein langfristig tragbares Versorgungsmodell zu haben. Da sind Beispiele aus anderen Bundesländern ja leider tatsächlich auch schon dran gescheitert. Wir wollen deswegen im Gesundheitsausschuss den Antrag überweisen, um ihn dort weiter fachlich zu beraten und hoffentlich auch in den nächsten Monaten zu konkreten Ergebnissen zu kommen, wie wir die Versorgung von Menschen mit Long-Covid, mit CFS, mit anderen postviralen und postinfektiösen Erkrankungen in Hamburg langfristig und nachhaltig verbessern. Vielen Dank.
