Dr. Gudrun Schittek
Ja, Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen. Die Hängepartie um den Verkauf von Großsand ist zu Ende. Die Stadt kauft Klinik und Gebäude. Das ist eine gute Nachricht. Allerdings ist die Situation schwierig, denn der Verlust von Chirurgie und Notaufnahme ab Mitte Juli wiegt für viele Menschen auf der Elbinsel schwer. So viel ist sicher. Wir brauchen auch in Zukunft eine gute medizinische Basisversorgung. Die bundesweite Krankenhausreform macht es möglich, endlich stationäre und ambulante Versorgung reibungslos miteinander zu verzahnen. Wie das gelingt, zeigt heute schon das Projekt StataMed im Krankenhaus Großsand. Ich möchte auf die einmalige Gelegenheit hinweisen, die sich hier für Wilhelmsburg bietet. StataMed steht für stationäre Allgemeinmedizin und wird durch den Innovationsfonds des Bundes noch bis März 2026 gefördert. Kernelemente dieses Projektes sind Der nahtlose Übergang von stationären Aufenthalten in die ambulante Versorgung und umgekehrt, die Vermeidung von unnötigen Krankenhausaufnahmen sowie die Verbesserung der Behandlungsqualität und der Patientensicherheit. Insbesondere ältere Patientinnen und chronisch kranke Menschen profitieren von diesem Ansatz, der seit 2024 in Großsand erprobt wird. Flying Nurses versorgen dort, wo die medizinische Begutachterinals erstes benötigt wird, zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung. Gemeinsam mit den behandelnden ÄrztInnen wird entschieden, ob die Weiterbehandlung in der Häuslichkeit möglich ist oder ob ein kurzstationärer Aufenthalt sinnvoll erscheint. Die Stadtteilklinik am Standort Großsand könnte Hamburg und bundesweit eine Vorreiterrolle spielen. Denn nicht nur Zentralisierung und Spezialisierung sind Grundpfeiler der Krankenhausreform, sondern auch die enge Verzahnung von stationärer und ambulanter Medizin in grundversorgenden Häusern. Es gibt Projekte wie die Poliklinik auf der Feddl, die durch das besondere persönliche Engagement zu Leuchtturmprojekten für ganz Deutschland geworden sind. Ein ebenso besonderes Projekt baut Michael Gröning mit seinem Team, gerade mit StataMed, in Wilhelmsburg auf. Über 30 hausärztliche Praxen arbeiten mit dem Projekt StataMed zusammen. Inzwischen gibt es Nachfragen nicht nur aus dem Hamburger Süden, sondern auch aus Ostdorf und St. Pauli. Das verdient Wertschätzung und volle Unterstützung. Ich appelliere an die Geschäftsführung. Erhalten Sie statt am Med, sorgen Sie dafür, dass Notfallbetten und Betten für kurzstationäre Aufenthalte bis zur Entscheidung über die Trägerschaft erhalten bleiben. Erhalten Sie das Vertrauen der Mitarbeitenden. Denn wenn dieses Projekt scheitert und hoch engagierte Mitarbeitende Großsand verlassen, wäre eine riesige Chance vertan. Bis eine neue Trägerschaft gefunden ist, muss eine verlässliche,medizinische Versorgung erhalten bleiben. Unser gemeinsames Ziel ist die höchste Qualität in der medizinischen Versorgung in Grossand für die Menschen in Wilhelmsburg. Und die ganzen Dinge werden wir im Gesundheitsausschuss intensiv begleiten. Darum ist es auch gut, dass wir das jetzt überweisen und die ganzen Dinge in Grossand weiterverfolgen. Vielen Dank.
