Melanie Schlotzhauer
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, lassen Sie sich mich zu Beginn ein Wort an die Willensburger und Willensburgerinnen richten. Das ist ein tiefer Einschnitt, was Sie erleben. Es ist ein Einschnitt, der für Sie nicht überraschend kommt. Viele Kolleginnen und Kollegen haben das hier im Raum gesagt. Wir reden seit vielen, vielen Jahren über die Zukunft des Krankenhauses. Und es ist ein Einschnitt, der schmerzt, weil nicht nur medizinische Versorgung geht, sondern weil in eine Institution, die Sie kannten, die verlässlich vor Ort war, wo Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner waren, diese Institution verlässt Wilhelmsburg. Das ist richtig und das ist uns in der Sozialbehörde sehr bewusst. Auch die Sorgen, die damit einhergehen, sind uns sehr bewusst. Deshalb haben wir, als wir von den Plänen des Erzbistums hörten, überlegt, welche Handlungsoptionen haben wir. Und man kann die Krankenhausreform hier sehr gut nutzen. Denn was würde denn passieren ohne Krankenhausreform und ohne Transformationsfonds? Wir hätten hier keinen Umzug der dringend in unserer Stadt benötigten Geriatrie und Frühreha an den Standort Marien Krankenhaus.Den könnten wir gar nicht finanzieren. Wir hätten kein MVZ, was vor Ort verbleibt. Wir hätten eine Schließung des gesamten Krankenhauses. Und wir könnten diesen Versorgungsstandort nicht erhalten. Das ist die Realität. Und deshalb ist nicht die Krankenhausreform ein Hindernis auf dem Weg der guten Zukunft in Groß-Sand, sondern sie ist eben der Grund, weshalb wir diesen Weg gemeinsam gehen können.Diesen Weg über eine Stadtteilklinik, so wie er hier vorgeschlagen wird von den Regierungsfraktionen und wie er ergänzt wird von zwei weiteren Anträgen, ist einer, der Neuland ist. Das ist etwas, was wir in unserer Landschaft noch nicht kennen. Und auf der Gesundheitsministerkonferenz, wo ich letzte Woche gerade war und auch in den letzten Jahren, da ist es für uns Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister das zentrale Vehikel, um heutige Krankenhausstandorte, die in der Leistungsfähigkeit einzuschränken sind, zu erhalten. Und eben deshalb sind die sektorenübergreifenden Versorger so wichtig. Man muss da viel ausgestalten. Das haben wir begonnen, die Diskussion in Lenkungsgruppen. Und Lenkungsgruppen können nur dort diskutieren, wo auch Vorschläge vorgelegt werden. Und das Erzbistum und auch der neue Erwerber, der ja immer im Hintergrund war, hatten nicht die Kraft, diese Vorschläge vorzulegen. Und ehrlicherweise, wer sich die Krankenhauslandschaft und die Verkäufe, die in den letzten Jahren stattgefunden haben, mal anguckt, der sieht, das ist auch gar keine Überraschung. Es gibt nicht besonders viele Mörder, die gelungen sind in den letzten Jahren. Und wir haben hier jetzt eine Situation, wo wir...eine Absprungbasis haben für eine moderne, innovative, in Teilen hoffentlich auch digitale, umfassende Versorgung für einen Stadtteil, der soziale Strukturen hat, in denen wir Gesundheitsversorgung unbedingt erhalten wollen. Der Staatsrat der Sozialbehörde hat deshalb sofort nach Bekanntwerden dieser Situation die Lenkungsgruppe Großsand einberufen. Gerade heute haben auch wieder Verhandlungen mit dem Bistum und dem Standort stattgefunden. Sie wissen es, planungsrechtlich abgesichert. Aber wir wollen diesen medizinischen Standort nicht nur am Leben halten, sondern wir wollen ihn weiterentwickeln. Und deshalb sind wir auch gerne bereit, diese Liegenschaft vom Bistum zu erwerben. Das gibt uns Gestaltungskraft, das gibt uns auch Einfluss auf das Angebot. Und es ist sehr richtig, es muss eine Auswahl über das Angebot geben. Denn, und das ist die gute Nachricht, es interessieren sich viele. Und immer dort, wo sich viele interessieren, gibt es einen Wettbewerb um Ideen, den wir begleiten werden mit der Kassenärztlichen Vereinigung, den Krankenkassen, der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft und auch den Bürgerinnen und Bürgern. Herzlichen Dank.
