Benjamin Mennerich
Verehrtes Präsidium, meine Damen und Herren! Wir haben gesellschaftlich die Fähigkeit für konstruktive politische Debatten verloren. Beispiele gefällig? Aus der heutigen Plenarsitzung. Herr Hosemann, Zitat, mit Rechten spricht man nicht. Weiteres Beispiel. Dass sie Meine Damen und Herren, dass Sie hierzu auch noch wagen zu applaudieren, ist ein Offenbarungseid für Ihr Berufsverständnis. Ihre verdammte Aufgabe ist es, hier die Debatte zu führen für die gesellschaftlichen Themen, die für unsere Gesellschaft relevant sind, und nicht diese Debatte zu verweigern.Und genau dieses Verhalten haben Sie vorhin auch gezeigt, als Sie meiner Kollegin Frau Heidmann hier in ihrer Rede versucht haben, durch ein Gejohle in allen Fraktionen das Wort abzuschneiden. Das ist einer Debattenkultur unwürdig. In vergangenen Generationen war es noch üblich, trotz unterschiedlicher politischer Ansichten einen zwischenmenschlichen Umgang zu pflegen, der einem zivilisatorischen Grundansatz gerecht wurde. Das geht uns immer mehr verloren. Heutzutage werden bei inhaltlichen Differenzen immer sofort Kontaktabbrüche durchgeführt. Herr Menderich, Sie haben ja nur drei Minuten. Ich würde Sie bitten, langsam zur Sache zu kommen, zu Ihrem Antrag. Sehr gerne, Frau Präsidentin.Dann lassen Sie mich bitte mal zum Punkt kommen. Also, wir haben ein Phänomen in den letzten Jahren, das nennt sich Cancel Culture. Und genau das exerzieren Sie hier. Wir haben als Parlament aber die Pflicht, diesem entgegenzuwirken. Und das insbesondere für die nachfolgenden Generationen. Programm Jugend im Parlament gibt es dafür grundsätzlich ein Planspiel in Hamburg seit 2006, das dafür geeignet wäre. Leider ist das nicht umfassend genug. Es fehlt ihm insbesondere an einer offenen Zugänglichkeit für interessierte Schüler, auch außerhalb der eigenen Klassenverbände, und es fehlt eine Diskursoffenheit.Deswegen haben wir hier einen Vortrag, einen Antrag vorgelegt, verehrte Kollegin, der genau diese Defizite abstellen soll und dieses Angebot erweitern soll. Damit auch den Schülern in Hamburg diese Debattenkultur, die wir früher hier in Deutschland und der ganzen westlichen Welt gepflegt haben, wieder Fuß gewinnt. Damit wir wieder zu inhaltlichen Debatten kommen, anstatt durch ideologiegetriebene, hysterische Beschimpfungen jegliche Debatte im Keim zu ersticken. Also bieten Sie den Schülern der nächsten Generation eine ordentliche Alternative für eine Gesellschaft, die wieder diskursfähig ist. Vielen Dank.
