Marco Schulz
Gerehrte Frau Präsidentin, werte Kollegen, versuchen wir es stattdessen mal mit ein bisschen Humor. Denn was war geschehen? Eine Folge für Extra 3 wurde im Endeffekt gedreht. Denn in Hamburg wird eine Jobmesse fürs Wochenende. Offiziell genehmigt. Die fand statt im Hamburger Cruise Center Altona und der Eigentümer, wer ist der Eigentümer? HPA, mehrheitlich städtisch. Und im Aufsichtsrat dieser HPA sitzt ja niemand Geringeres als, ach ja, die alte und neue Wirtschaftssenatorin, laut Internetanzeige immer noch tatsächlich, Frau Dr. Leonhardt. So weit, so gut. Doch am Sonntag selbst, am Tag der Messe, erscheint dann die staatliche Arbeitsschutzaufsicht und droht den Aufstellern mit Bußgeld. Also, wir haben den skurrilen Tatsachenbestand, dass die Messe ja an sich genehmigt wurde, es wurde nur nicht genehmigt, auf dieser Jobmesse dann auch zu arbeiten. Und das ist mit Verlaub wirklich ein neuer Tiefpunkt in Sachen Behördenwahnsinn.Es ist halt auch ein Schlag ins Gesicht all jener, die dringend Personal suchen. Also ich muss wirklich ganz offen sagen, mit Verlaub, in welcher Parallelwelt sieht man es einer hier, der behauptet, ja, das kann man ja alles unter der Woche klären. Also sprechen Sie auch mal, es wurde das Beispiel Schüler genannt, die Schüler, die heute deutlich länger in den Schulen anwesend sind, dank ihres Ganztagsmodells, als noch vor zehn Jahren, die halt auch deutlich später erst in ihre Sportkurse können, etc. Pp. Es verlagert sich alles in den Abend. Was soll denn bitte noch alles werktags da implementiert werden? Das ist an der Realität gänzlich vorbei. Und... Insofern. Die meisten Menschen in diesen Bereichen, die Bundeswehr wurde auch genannt, arbeiten an Sonntagen gern. Es gibt nämlich ein bisschen mehr. Da finden sich immer Freiwillige. Und insofern, wenn wir also ein Sonntagsarbeitsverbot hier pauschal einführen wollen, dann bitte für den Arbeitsschutz, aber bitte nicht für Jobmessen in unserer Stadt.
