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Linus Görg

GRÜNE 3:58 min Sitzungen 23/4

Ja, Herr Gladiator, das Ende Ihrer Rede hat ja, glaube ich, jetzt ganz gut nochmal gezeigt, was Ihr grundsätzliches Problem ist, weil Sie alles nochmal aufgeführt haben an Fakten und Erkenntnissen, die für Sie schon festzustehen scheinen, für die Sie aber überhaupt keine Beweise irgendwie hier anführen können oder einfach Dingen vorgreifen. Ergebnis, ergebnisoffene Evaluation, das hat ja Gründe, dass man so etwas festlegt und da reinschreibt. Und Sie greifen einfach allem schon vor. Und das ist, glaube ich, grundsätzlich eine falsche Haltung in der Politik. Und dann haben Sie viel darüber gesprochen, über Expertinnen, die vorher schon gewarnt haben, ja, die Stimmen gab es, die jetzt der Meinung sind, es wäre der falsche Schritt gewesen. Aber wie glaubhaft ist es denn das? Oder wenn man sich jetzt zum Beispiel, wie in Ihrem Fall, auf den Präsidenten der Ärztekammer, Herrn Reinhardt, bezieht. Der war vorher schon dagegen, fand das schlecht. Es ist jetzt kein Wunder, dass er im Nachhinein der gleichen Meinung ist. Aber das heißt ja eben gerade nicht, dass er sich irgendwelche Erkenntnisse zunutze machen kann oder sich auf irgendwelche Erkenntnisse begründen kann. Und ehrlicherweise, Ihnen will ich das jetzt gar nicht übernehmen, aber einem Arzt und Mediziner, der es besser wissen müsste, weil er ja auch in seinem Studium beispielsweise über Evidenz und Studien etwas gelernt haben müsste, dass der das einfach alles so beiseite schiebt und sich auf Vermutungen, Hörensagen beruft, das ist ehrlicherweise ein bisschen schwach.Und dann... Herr Kollege Görg, können Sie sich vorstellen, dass nicht nur der Präsident der Bundesärztekammer, sondern fast alle Ärztinnen und Ärzte in Deutschland dagegen sind? Und können Sie sich insbesondere vorstellen, dass diejenigen, die mit Suchtgefahren und mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, die in besonderem Maße dagegen sind, dass die... lange, lange vor diesem Gesetz Evidenzen und Gründe gesammelt haben, warum dieses ein Irrweg ist. Frage beendet. Alles klar. Ich habe Herrn Reinhardt jetzt als Beispiel herausgegriffen, weil er in Ihrem Antrag auftaucht. Die These, die Sie jetzt hier in den Raum stellen, dass alle Ärztinnen und Ärzte dagegen sein würden, das ist, glaube ich, eine sehr steile These, wo Sie auch gerne einmal sagen können, wie Sie zu Ihrer Meinung kommen oder das hier in den Raum stellen. Ja, auch wieder hier hören sagen. Deswegen ist ja genau das Problem. Sie stellen hier persönliche Meinungen in den Raum, eigene Erfahrungen. Aber wir wollen hier ja evidenzbasierte Politik machen. Und ehrlicherweise zum Beispiel...Wenn man sich dann zum Beispiel die Ärztinnen und Ärzte am UKE anguckt, die auch ja in die Evaluation des Gesetzes... Ja, genau. Die machen aber evidenzbasierte Medizin, die machen Studien. Und das braucht eben entsprechende Zeit. Und die nehmen sich aber diese Zeit, die machen ihre Arbeit ernsthaft und sie stellen nicht einfach irgendwelche steilen Thesen in den Raum, wie sie es hier tun. Und da Sie es ja auch angesprochen haben, die Erfahrungen aus dem Ausland, die Niederlande. Ehrlicherweise die Erfahrungen, die die Niederlande mit ihrem Modell der Legalisierung gemacht haben, sind ja gerade ein Argument dafür oder für die Art und Weise, wie es in Deutschland angegangen wurde. Denn das Problem, was es ja genau dort gegeben hat, ist, dass man auch den Konsum und auch den Verkauf legalisiert hat, aber überhaupt nicht darüber nachgedacht hat, wie denn die Anbauwege sind. Und das ist ja genau das, was die Niederländer jetzt auf die Füße fällt, dass sie zwar legalisiert haben, aber die Anbauwege und die Produktion immer noch in den Händen von kriminellen Banden ist. Das machen wir hier besser und das wollen wir auch in Zukunft so beibehalten. Vielen Dank.

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