Thomas Meyer
Sehr geehrte Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, viele gemeinnützige Kita-Träger schlagen Alarm und das ist auch richtig so. Denn bundesweit wird seit Jahren vor einem Kita-Kollaps gewarnt. Der letzte Brandbrief, der in Hamburg durch 80 Kitas verschickt wurde, sollte uns ja eigentlich die Augen öffnen, dass es nicht so weit gehen kann. Nach 20 Jahren muss es endlich zu einer grundlegenden Evaluation des Gutschein-Systems kommen. Das ist schon länger die Forderung von vielen, auch von uns.Der derzeitige Betreuungsschlüssel hat in der Realität vor Ort kaum noch eine Bedeutung. Arbeit, die geleistet wird, ja sogar geleistet werden muss, findet bisher oft keine Berücksichtigung im Betreuungsschlüssel. Arbeit, die nicht direkt am Kind stattfindet, beträgt jedoch etwa 25 Prozent der Arbeitszeit und muss in den kommenden Jahren schrittweise berücksichtigt werden in der Refinanzierung. Unser Ziel sollte es sein, jedes Kind, wenn es Bedarf gibt, die Kita acht Stunden in der Grundbetreuung besuchen zu können. Dies kann im Sinne der Kinder der Kitas und würde alles vereinfachen.Die Fachkräfte gehen täglich an ihre Grenzen und oft darüber hinaus. Die Krankenzahlen sind erschreckend. Das Risiko einer langfristigen Erkrankung ist deutlich höher. Ständiger Stress und Unterstützung führen nicht nur bei den Fachkräften zu Frust, sondern auch bei den Eltern. Es geht nicht nur darum, Fachkräfte zu gewinnen. Nein, die bestehenden Fachkräfte müssen auch gehalten werden.Lassen Sie mich aber auch zuletzt sagen, dass es mit einer reinen wissenschaftlichen Evaluation nicht getan ist, da der Antrag der CDU vielleicht einen größeren Blindfleck hat. Die Kitas sind strukturell unterfinanziert und das wissen Sie auch durch die etlichen Rückmeldungen der letzten Jahre. Dieses muss auch die CDU anerkennen, sonst wird das nämlich leider nichts. Danke.
