Marco Hosemann
Ja, sehr geehrtes Präsidium, liebe Gäste, liebe Abgeordnete. Also vielleicht mit den letzten Äußerungen mal angefangen. Also wenn Sie mir zugehört hätten, dann hätten Sie schon verstanden, dass es eben um die Freiheit geht, nämlich ich selbst entscheiden kann, ob ich jetzt auf mein Smartphone schaue oder eben diese Werbeanlage da vor die Nase gestellt bekomme. Also irgendwie vielleicht mal ein bisschen drüber nachdenken, bevor man hier rumpoltert. Ja, Herr Buschhüter, Sie haben wunderbar das nachgesprochen, was Herr Dressel ja auch immer von sich gibt bei diesem Thema. Also wie er immer Stimmung gegen die Initiative Hamburg werbefrei macht. Also da wird immer nur auf das Geld geschielt. Also das ist auch spannend, wie sich die Zahlen da entwickelt haben. Herr Götz hat ja gesagt, nee, Herr Wiese, Entschuldigung, Götz Wiese, so war das. Herr Wiese hat ja gesagt, irgendwie 2020 waren es irgendwie 27 Millionen, jetzt sollen es auf einmal 50 bis 70 Millionen sein, wie auch immer. Ich würde mal empfehlen, nicht immer nur auf die Kohle zu schielen, also irgendwie die Eurozeichen in den Augen zu haben, sondern vielleicht auch mal die Schäden, die diese Anlagen verursachen, gegenüberzustellen.Die Schäden fürs Klima, die Schäden durch Verkehrsunfälle, die Schäden, die Menschen aus gesundheitlichen Gründen haben etc. Da würde ich mal sagen, das ist auch wahrscheinlich nicht von geringem Umfang. Und am Ende bleibt dann auch nicht mehr sehr viel Geld übrig, auf das sie schielen können. Zu dem Thema Arbeitsplätze, auch das ist ja irgendwie ein gern genommenes Argument von Herrn Dressel. Es geht ja gar nicht, und das versucht Herr Dressel ja auch immer irgendwie den Eindruck zu erwecken, dass wir komplett, also Hamburg werbefrei, die Werbung komplett verbieten möchte. Dem ist nicht so. Es geht allein um die digitalen, die bewegten und die hinterleuchteten Werbeanlagen auf öffentlichem Grund. An die Werbeanlagen in den U-Bahnen, in den U-Bahnhöfen etc., da kommen wir gar nicht ran. Das heißt, auch da wird es zukünftig weiterhin zu tun geben, auch für die Werbeindustrie. Es wird kein einziger Arbeitsplatz verloren gehen, denn Werbung wird ja auch nicht nur über diese digitalen Anlagen geschaltet, sondern auch über sämtliche andere Medien. Und genau, also es ist ein Angstgespenst, was überhaupt gar nicht angemessen ist. Zum Thema Katastrophenschutz, ja, das ist vielleicht so ein Punkt, wo ich diesen digitalen Anlagen irgendwie auch etwas Sinnvolles abgewinnen kann. Aber in der Abwägung würde ich sagen, auch das kann kein Grund sein, letztlich unsere Stadt jetzt mit diesen Werbeanlagen irgendwie zuzuflastern. Denn wir haben ja alle mittlerweile so ein Smartphone in der Tasche, sie sogar in der Hand.Und ja, die meisten Menschen auch zunehmend. Und darüber wird es ja auch irgendwie Alarm geben. Wir haben noch die klassischen Sirenen auf den Dächern. Genau. Bitte? Ja, wir wollen alle erreichen, aber dafür gibt es andere Wege, als unsere Stadt jetzt irgendwie mit Werbung zuzuknallen. Vor allen Dingen, es ist ja einfach nur der Versuch der Legitimation dieser Anlagen, genauso wie seitdem es Hamburg werbefrei gibt, versucht wird, irgendwie über besondere Angebote an irgendwelche gemeinnützigen Organisationen oder Fridays for Future irgendwie kostenlose Werbeslots gibt. Das ist ja alles nur ein Feigenblatt und ein Versuch der Legitimation letztlich dieser Werbeanlagen, wo die eigentlich wenig, sage ich mal, fürs Gemeinwohl tun, sondern hauptsächlich die Profite von den Konzernen und den Marken, ja, von den Marken letztlich bedienen, die darüber beworben werden.Zuletzt noch zu Herrn Görg. Es gibt keine belastbaren Studien. Natürlich gibt es die nicht. Diese Anlagen werden erst seit ein paar Jahren aufgestellt. Das ist ja letztlich die Idee von uns, den Senat jetzt mal dazu aufzufordern, diese Gefahr vor allem für Neurodivergente, aber auch für alle Menschen zu prüfen. Und wenn der Senat zu der Erkenntnis kommt, dass es da eben noch keine Studien, keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die belastbar sind, dazu gibt, dann muss so etwas mal in Auftrag gegeben werden. Genau, das wollte ich sagen. Ich bedanke mich und freue mich über Zustimmung für den Antrag.
