Simone Dornia
Sehr geehrte Präsidentin, liebe Kolleginnen, stellen Sie sich einen Ort vor, an dem Menschen zusammenkommen, um zu reden, zu lachen, sich gegenseitig zu unterstützen. Ein Ort, der nicht nur aus Holz und Metall besteht, sondern aus Geschichten, Erinnerungen und neuen Freundschaften. Genau das sind Freundschaftsbenke. Mehr als nur Sitzgelegenheiten, sie sind Symbole für Gemeinschaft und Zusammenhalt. In einer Zeit, in der Isolation und Einsamkeit immer häufiger werden, bieten Freundschaftsbänke eine einfache, aber wirkungsvolle Lösung. Sie laden dazu ein, innezuhalten, sich zu verbinden und in den Dialog zu kommen. Hamburg hat erkannt, wie wichtig solche Orte sind und setzt sich aktiv für deren Förderung ein.Die Bürgerschaft hat beschlossen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und gerechte Teilhabe für alle zu ermöglichen. Freundschaftsbänke sind Teil dieser Vision. Die Hamburger Bürgerschaft hat für die Anschaffung und Pflege dieser Bänke insgesamt 250.000 Euro bereitgestellt. Dieses Budget ermöglicht es, alters- und kommunikationsfreundliche Bänke in allen Bezirken aufzustellen. Diese Initiative zeigt, wie stark die Zusammenarbeit zwischen der Bürgerschaft und den Bezirken in Hamburg ist. Besonders beeindruckend ist dabei, dass zum Beispiel in Altona der Seniorinnenbeirat als Expertinnengremium aktiv bei der Standortsuche mit eingebunden ist. So wird sichergestellt, dass die Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigt werden, eine wertvolle Expertise diese Bänke zu etwas ganz Besonderem macht.In den jeweiligen Bezirken gibt es lokale Unterschiede bei der Umsetzung. Dies ist ein Ausdruck, dass wir alle zusammen an diesem Thema arbeiten und unsere Gesellschaft auf den demografischen Wandel sukzessive vorbereiten. So haben andere Bezirke sich zum Beispiel dazu entschlossen, nur noch ausschließlich altersfreundliche Bänke aufzustellen. Das ist ein Gewinn für alle. Und manche dieser Bänke finden in Zukunft auch noch das Freundschaftsbänke-Logo. Und das wird dann noch ein weiterer Schritt. Doch Freundschaftsbeke sind nur ein Baustein in einem größeren Plan, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Es gibt zahlreiche weitere Projekte, die darauf abzielen, Hamburg zu einer Stadt zu machen, in der sich alle Menschen willkommen und eingebunden fühlen. Für uns ist es Teil einer Gesamtstrategie im Zusammenhang mit der altersgerechten Stadt. In unserem Haushaltsantrag aus 2022 war unser Ansatz, die gleichberechtigte Teilhabe auch im Alter zu fördern. Diese unterliegt im Laufe des Lebens stetig neuen Anforderungen. Wenn es im Alter zum Beispiel beschwerlicher wird, Strecken zu Fuß zurückzulegen, ist die Freiheit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, schnell gefährdet. Aus diesem Grunde ist SeniorInnenpolitik für uns gleichermaßen auch Teilhabepolitik.Wir lehnen uns an der Idee der Age-Friendly City im Sinne der Weltgesundheitsorganisation an. Freundschaftsbänke bieten älteren Menschen die Möglichkeit, unterwegs innezuhalten und neue Kraft zu schöpfen. Ich denke dabei an einen älteren Herrn, der mir in meinem Wahlkreis erzählte, wie wichtig für ihn diese Bank geworden ist auf seinem täglichen Spaziergang. Früher bin ich oft vorzeitig nach Hause gegangen, weil ich keine Kraft mehr hatte. Jetzt kann ich mich in Ruhe zwischendurch hinsetzen und die Ruhe genießen. Diese Bank hat ihm nicht nur seinen gewohnten Spaziergang zurückgegeben, sondern auch Lebensqualität geschenkt. Diese Bänke sind somit nicht nur physische Objekte, sie sind ein Statement. Sie zeigen, dass wir als Gesellschaft bereit sind, Brücken zu bauen und Barrieren abzubauen. Sie erinnern uns daran, dass wahre Stärke in der Verbindung liegt und nicht in der Trennung. Lassen Sie uns diese Initiative unterstützen, weiter fördern und ausbauen. Lassen Sie uns die Freundschaftsbank nutzen, um Hamburg zu einem noch einladenderen Ort zu machen. Vielen Dank.
