Hans-Peter Hörner
Vielen Dank, trotz der knappen Zeit. – Herr Minister, wir sprechen im Moment andauernd über leistungsschwache Schüler. Warum sie leistungsschwach sind, sei dahingestellt. In der PISA-Studie aber wurde festgestellt, dass die leistungsstarken Schüler eine einstellige Prozentzahl ausmachen, die mit 9 Komma irgendwas im hohen einstelligen Bereich ist. Ich denke, dass wir gerade Gefahr laufen, die leistungsstarken Schüler eventuell mit diesen ganzen Möglichkeiten, die wir jetzt angeregt haben, zu vernachlässigen. Hinzu kommt, dass der Erhebung nach ein Drittel aller Schüler die Schule als Zeitverschwendung ansehen. Da sind sicher leistungsstarke Schüler dabei, weil sie merken, dass man in der Schule nicht auf sie eingeht, weil sich die Lehrer mehr um die leistungsschwachen Schüler kümmern. Wie können wir es trotz der Übergangsquote auf das Gymnasium von fast 50 % der Schüler schaffen, diese knapp 10 % auch noch zu fördern? Vielen Dank. Minister für Kultus Andreas Jung: Wir brauchen bestmögliche Förderung für jedes Kind. Das betrifft die Kinder, die Defizite haben, aber es betrifft auch die Kinder, die besondere Talente haben. Da haben wir die Leuchttürme. Wir haben bereits das Hochbegabtengymnasium. Wir werden in der nächs- (Minister Andreas Jung) ten Woche in Bad Saulgau das MINT-Exzellenzgymnasium einweihen, an dem wir gerade Schüler mit besonderen Begabungen fördern, von vornherein Bezüge zur Praxis herstellen und Wege in die Universitäten ebnen wollen, und zwar aus der Überlegung heraus, dass wir gerade diese Köpfe in Baden-Württemberg brauchen, weil wir nur dann als Wirtschaftsland führend bleiben, wenn wir bei Technologien, bei Innovation vorn sind. Dafür brauchen wir diese Köpfe. Deshalb ist es übrigens toll, dass jemand, der in Weinheim geboren wurde und in Konstanz studiert hat, jetzt den Medizinnobelpreis erhalten hat. Aber abseits der Leuchttürme brauchen wir auch die Förderung in der Breite. Diese Förderung gibt es: mit Talenterkennung, mit Hochbegabtenzügen. Da gilt dasselbe wie bei den Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf, mit Defiziten: Auch hier schauen wir uns an, was es bereits gibt. Und auch hier werden wir eine Debatte darüber führen, was wir hier noch besser machen können. Unser Anspruch ist es, jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler in den Mittelpunkt zu stellen und zu fragen, was wir tun können, um jeder und jedem die bestmöglichen Chancen zu eröffnen. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU)
