Martin Hahn
Am Ende, Herr Hauk. – Wo waren wir jetzt? Eijeijei! (Heiterkeit – Zuruf des Abg. Miguel Klauß AfD) Auch bei der Öko-Regelung 4 haben wir einiges unterstützt. Die anteilige 50-%-Finanzierung der Mehrgefahrenversicherung ist zwingend. Europa verhält sich da anders als die Bundesrepublik, das muss man einfach sagen. Europa – sowohl ode – 11. Sitzung – Mittwoch, 30. September 2026 Österreich als auch Italien – ist da deutlich progressiver und unterstützt die Landwirte bei der Risikoabsicherung solcher Maßnahmen. Deswegen brauchen wir auch diese Unterstützung vom Bund. Leider – das will ich schon sehr deutlich sagen – sind die Liquiditätshilfen, die der Bund anbietet, nicht das wert, was sie sein sollen, weil man ganz klar sagen muss: Die Absicherung soll über die Hausbanken passieren. (Abg. Miguel Klauß AfD: Jetzt bin ich auf die Frage von Herrn Hauk gespannt!) Das heißt, die Hausbanken machen kein Geschäft und sollen die Absicherung übernehmen. Ich denke, das wird in Baden-Württemberg schwer. Das wird nicht gut funktionieren. Jeder, der das Geschäft ein bisschen kennt, weiß: Dafür muss man in ein Risiko gehen. In einem Land, in dem wir ganz andere Summen abgesichert haben, ist es unsere Pflicht, auch diese Betriebe abzusichern, die überleben wollen und weiter für unsere Ernährung kämpfen wollen. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU sowie der Abg. Viviane Sigg SPD) Wichtig ist, dass wir auch in die Zukunft schauen. Das ist, meine ich, das Wesentliche. Ich denke, das Wassermanagement in unserem Land wird zunehmend von Bedeutung sein. Ich spreche es an, weil man sieht, um was es geht. Ernährungssouveränität und Lebensmittelsicherheit hängen davon ab. Deswegen muss man darüber reden. Ich nenne mal die Zahlen, weil die sich ja in der öffentlichen Debatte leicht verschieben. Die Wasserentnahmen im Land erfolgen zu 26,8 % vom Gewerbe, zu weiteren 26,8 % von der Energieversorgung, zu 44,2 % von den Verbrauchern und Verbraucherinnen sowie zu 2 % von der Landwirtschaft. Das sind die Dimensionen. Ich sage immer überspitzt: Wir reden über das Wasser, das Baden-Württemberg für das Autoputzen verbraucht. (Vereinzelt Heiterkeit) Das muss einem einfach klar sein. Wir müssen da konstruktiv, kreativ vorangehen, Lösungen suchen, wie wir dieses Wassermanagement als gesamtgesellschaftliche Aufgabe unterstützen. Das ist mir sehr wichtig, weil wir laut Karsten Schwanke – wie soll ich das sagen? – eine Sicherheit haben, die heißt, dass wir auch in Zukunft genauso viel Niederschläge wie seither bekommen. Das ist toll, (Abg. Miguel Klauß AfD: Das stimmt!) aber die Zeiten ändern sich, die Niederschläge kommen immer mehr sturzartig, und das Wasser läuft schnell weg. (Abg. Miguel Klauß AfD: Muss man halt anpassen!) Es ist sehr wichtig, dass wir das Wasser in der Landschaft halten. Dafür müssen wir alles tun. (Abg. Miguel Klauß AfD: Keine Windräder, keine Bodenversiegelung!) Da wird es meiner Meinung nach auch bauliche Anlagen brauchen, da müssen wir die technischen Voraussetzungen schaf- (Martin Hahn) fen. Wir müssen das Speichern von Wasser unterstützen, damit das Wasser langsam in die Landschaft fließt. Es geht einfach darum, dass wir auch die Grundwasserpegel – das ist der Hintergrund – halten können. Die können wir nur halten, wenn wir das Wasser langsamer durch unsere Landschaft bringen und nicht schneller. Deswegen sind diese Investitionen in die Zukunft sehr wichtig. (Vereinzelt Beifall – Abg. Winfried Mack CDU: Dan- ke für diese Erkenntnis!) Natürlich sind auch die Effizienzfragen sehr wichtig – Tröpfchenbewässerung usw., klare Regelungen über die Verteilung der Landwirtschaft. All das müssen wir angehen. Ich bin sehr froh über dieses Signal aus dem Haus, dass wir eine Fortsetzung und Intensivierung für das finden, was wir 2018 angefangen haben, zu klären. Denn ich bin davon überzeugt, dass das sehr wichtige Schritte sind. Der Sektor liefert. Das muss man einfach sagen. Die Landwirtschaft passt sich an, wo immer es geht. Ich finde das wirklich beeindruckend, wie der Sektor in Fragen nach der Sorte, der Hitzetoleranz usw. liefert. Wir, die Politik, müssen auch liefern. Die Frau Ministerin hat gezeigt, wie es geht. Vom Bundesminister könnten wir noch ein bisschen Vorschub brauchen, um das tun zu können, was wir tatsächlich absichern müssen. Und was wir auch brauchen, ist eine Bevölkerung, die weiß, dass sie mit jedem Lebensmittel ihre Heimat isst und gestaltet. (Abg. Miguel Klauß AfD: Und jetzt die Zwischenfra- ge von Herrn Hauk!) Deswegen ist es so wichtig, dass wir weiter an der Aufklärung arbeiten, dass wir die Leute mitnehmen und dass Essen tiefer ins Bewusstsein kommt und seine Bedeutung klar wird. Was wir noch brauchen – das sage ich kritisch dazu –, ist, dass die Verantwortlichen im Lebensmittelhandel ihren Aufgaben gerecht werden (Beifall bei Abgeordneten der Grünen) und dass sie das noch einmal durchlesen, was sie im Strategiedialog des Landes Baden-Württemberg unterschrieben haben, und beherzigen. Dann kommt auch die Wertschöpfung bei den Lebensmitteln da an, wo sie hingehört – (Beifall der Abg. Martina Braun GRÜNE) bei den Bäuerinnen und Bauern. Denn die sichern die Zukunft unserer Ernährungsgrundlage und unsere Ernährungssouveränität. Das müssen wir immer beherzigen: Unser tägliches Brot kommt nicht von überall her, sondern von den Feldern und Äckern in unserem Land. Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen und der CDU sowie Abge- ordneten der SPD – Abg. Miguel Klauß AfD: Jetzt kommt noch die Zwischenfrage von Herrn Hauk!)
