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Benjamin Bauer

GRÜNE 22.07.2026 Sitzungen 18/9

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Anwesende! Lehrer zu sein ist der beste Job der Welt. Diese Überzeugung bringe ich aus dem Klassenzimmer hierher in den Plenarsaal mit. Ich habe in meiner Zeit als Referendar und als Lehrkraft da vielleicht nicht ganz so dunkle Erfahrungen gemacht. Meine tiefe Überzeugung ist seit dieser Zeit geblieben: Welchen besseren Beruf könnte es denn geben, als junge Menschen jeden Tag auf ihrem Weg in ihr Leben zu begleiten? Unsere Lehrkräfte tun ja viel mehr, als einfach nur zu unterrichten. Sie vermitteln Werte, sie stärken Persönlichkeiten, sie sind Kümmerer und zugleich Kompass. (Beifall bei den Grünen sowie Abgeordneten der CDU und der SPD) Sie legen Tag für Tag das Fundament für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für Ideenreichtum und Schaffenskraft, die unser Land so stark machen. Deswegen gilt jeder einzelnen Person, die sich heute für diesen großartigen Beruf entscheidet, unser größter Respekt. (Beifall bei den Grünen – Vereinzelt Beifall bei der CDU) Wir sprechen daher hier auch nicht über bloße Zahlen oder Statistiken, sondern wir sprechen über die Menschen, die den Schulalltag mit Leben füllen. Da hat die Landesregierung in den vergangenen Jahren einiges bewegt. Damit mehr junge Menschen sich für diesen großartigen Beruf entscheiden, haben wir beispielsweise den Weg in die Ausbildung geebnet. Wir haben an den Pädagogischen Hochschulen im Land die Studienkapazitäten deutlich ausgebaut, besonders im Grundschullehramt und in der Sonderpädagogik. All das zeigt nun Wirkung. Auch da reden wir nicht nur über Statistiken, sondern wir reden von den Menschen in den Schulen und von dem, was diese dort bewirken. In dem gerade noch laufenden Schuljahr ist es uns gelungen, mehr als 1 000 zusätzliche Stellen zu besetzen – eine höhere Zahl als im vergangenen Jahr. Das bedeutet konkret eine verlässlichere Unterrichtsversorgung, weniger Stress, eine geringere Belastung der Kolleginnen und Kollegen durch Vertretungen und auch mehr Raum für Beziehungsarbeit. Genau das ist es, was wir für unsere Lehrkräfte wollen: weniger Verwaltung, mehr Zeit für das Kind, für die Beziehung und für die individuelle Förderung. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) In diesem Zusammenhang, liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPD, freut mich auch, dass Sie den ursprünglichen Berichtsantrag eingebracht haben. Denn dieser enthält auch ganz positive Signale. So ist es der grün geführten Landesregierung in der letzten Legislaturperiode gelungen, die befristet beschäftigten Lehrkräfte auch über die Sommerferien zu bezahlen. Daher ist dies nun auch ein guter Moment, uns genau bei den Kolleginnen und Kollegen zu bedanken, die dort eriode – 9. Sitzung – Mittwoch, 22. Juli 2026 aushelfen, wo die Not am größten ist, und die ihr Engagement auch in Schulgemeinschaften hochhalten, von denen sie wissen, dass sie dort nur auf begrenzte Zeit eingesetzt sind. (Beifall bei den Grünen) Natürlich wissen wir auch aus den vielen Gesprächen, die wir mit Verbänden, mit den Schulleitungen, mit den Lehrkräften geführt haben, dass wir noch nicht überall am Ziel angekommen sind, dass die Entlastungen in der Fläche noch nicht so wirken, wie wir uns das vorstellen. Deswegen haben wir auch noch viel zu tun. Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang zu Ihrem Änderungsantrag, den Sie eingebracht haben, noch mal ganz deutlich sagen: Auch wir wollen selbstverständlich die noch bestehende Gerechtigkeitslücke schließen. Auch wir möchten die Sommerferienbezahlung für die Referendarinnen und Referendare möglich machen. Aber weil uns dieses Thema so wichtig ist, wollen wir es richtig machen. (Abg. Dr. Dorothea Kliche-Behnke SPD: Das ist nicht so schwierig!) Dafür braucht es eine gesicherte Finanzierung, dafür braucht es ein klares Konzept, und dafür braucht es einen rechtlichen Rahmen. Was es aber nicht braucht, ist ein Showantrag, den Sie am letzten Abend vor der Plenardebatte dann einfach zusätzlich noch einbringen, damit Sie nach der namentlichen Abstimmung morgen auf Social Media wieder Ihre Bildchen rausbringen können. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Das braucht es sicherlich nicht, das bringt auch die Referendarinnen und Referendare nicht weiter. Deswegen lehnen wir es in dieser Form ab. (Abg. Katrin Steinhülb-Joos SPD: Da sind Sie falsch bei uns! – Gegenruf des Abg. Daniel Lede Abal GRÜ- NE: Na, na, na, das glaube ich nicht!) Liebe Kolleginnen und Kollegen, zurück zur eigentlichen Sache. Wir haben in den nächsten Jahren natürlich noch einiges vor. Wir wollen die Bedingungen für die Lehrkräfte verbessern. Auch im kommenden Haushalt – Sie wissen, dass dieses Verfahren noch ein bisschen läuft, da greifen Sie dem schon weit vor – wird natürlich ein großer Investitionsschwerpunkt dieser neuen Landesregierung auf den Schulen, auf der Bildung und natürlich auch auf der Lehrkräfteversorgung liegen. Wir wollen, dass in Zukunft noch mehr Menschen in Baden-Württemberg aus voller Überzeugung sagen können: Ja, Lehrer zu sein ist der beste Job der Welt. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU)

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