Katrin Steinhülb-Joos
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren sowie liebe Vertreterinnen und Vertreter der GEW! Wir sprechen heute über eine längst überfällige Sache: über die Bezahlung der Referendare in den Sommerferien. Ich hatte die Möglichkeit, in der letzten Woche mit vielen Referendarinnen und Referendaren zu sprechen. (Abg. Winfried Mack CDU: Und alle wollten Geld!) Und siehe, ihre Berichte decken sich mit meinen Erfahrungen als Ausbilderin, Lehrbeauftragte, Schulleiterin und Prüfungsvorsitzende. Die Referendare entlasten die Kollegen, sie unterstützen die Schülerinnen und Schüler, sie bringen Innovationen in die Schulen. Sie haben im zweiten Ausbildungsabschnitt einen eigenständigen Lehrauftrag und besuchen während der gesamten Zeit noch die Seminare und haben hier auch etliche Aufgaben zu erledigen. Wir reden hier von 50- bis 60-Stunden-Wochen, von einem immensen Schlafmangel, von einem permanenten Druck nicht nur vor den Lehrproben. Die finale Lehramtsprüfung kommt nach 18 Monaten, das Referendariat ist dann endlich geschafft, die Sommerferien beginnen. Kaum haben sie angefangen, geht es schon wieder los mit der Arbeit. Das neue Schuljahr ist vorzubereiten, es finden Teambesprechungen statt, der Unterricht muss vorbereitet, das Klassenzimmer eingerichtet werden. Es erfordert sehr viel Vorbereitungszeit, die vom Land nicht bezahlt wird. (Beifall bei der SPD) Die unwürdige Realität ist, dass das Land die Referendare, die 18 Monate geackert und geschwitzt haben und die nach den Sommerferien in eine ganz große Verantwortung gehen, in eine sechswöchige Arbeitslosigkeit schickt. Welcher Arbeitgeber behandelt denn so seine Beschäftigten? In diesem Jahr betrifft das sogar 4 000 junge Menschen. Meine Damen und Herren, Mieten und laufende Kosten machen keine Sommerpause. (Beifall bei der SPD) lperiode – 9. Sitzung – Mittwoch, 22. Juli 2026 Wer arbeitet, muss doch auch bezahlt werden. Das wissen Sie alle. Das ist unfair und ungerecht. Auch Kultusminister Jung weiß es und hat es auch in passenden Worten zum Ausdruck gebracht, dass es nämlich ein untragbarer Zustand ist. (Beifall bei der SPD) Sie haben versprochen, für eine faire Bezahlung zu sorgen. Sie haben den jungen Menschen Hoffnung gemacht. Doch der Kampf ging noch gar nicht lange – Sie sind gerade einmal zum Sprint gestartet –, dann haben die grünen Kollegen Sie abgegrätscht.
