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Christian Köhler

AfD 22.07.2026 Sitzungen 18/9

Sehr geehrter Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Ich weiß jetzt nicht, welche statistischen Maßzahlen Sie hier vom Statistischen Landesamt genommen haben. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Die Frage ist, wel- che Ihr Kollege genommen hat!) Das ist natürlich immer auch eine definitorische Frage, (Lachen bei Abgeordneten der Grünen und der CDU – Zurufe – Unruhe) welche Zahl welche Größe betrifft; um das einmal ganz klar zu sagen. Ich komme aus dem Fachbereich. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Alternative Fak- ten, genau!) Man kann da wunderbar herumtricksen und sich dann selbst auf die Schulter klopfen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der AfD – Abg. Daniel Lede Abal GRÜ- NE: Fachbereich Alternative Fakten! – Abg. Miguel Klauß AfD: Es gibt verschiedene Berechnungsmethoden! – Weitere Zurufe) Wenn Sie sich hier auch noch einmal auf die Schultern klopfen, indem Sie Ihre Auszubildendenzahlen feiern, dann ist das ja schön und gut. (Abg. Katrin Schindele CDU: Das sind Zahlen von HANDWERK BW! – Weitere Zurufe) Sie haben tatsächlich wachsende Zahlen bei den Ausbildungsverträgen, aber kontinuierlich sinkende Gesellenzahlen. (Zuruf: Mein Gott!) Meine Damen und Herren, Handwerker, das sind die Leute, die morgens schon um 6 Uhr auf der Matte stehen, um die Aufträge und die Arbeit in ihrem Team zu besprechen und um dann herauszufahren und das Land am Laufen zu halten. (Abg. Winfried Mack CDU: Und ehrlich sind!) Sie gehören gewissermaßen zu den nützlichen Beständen (Zuruf: Und wer ist unnützlich?) dieses mit Unnützem mittlerweile so schwer beladenen Landes, meine Damen und Herren. (Beifall bei der AfD – Abg. Sandra Boser GRÜNE: Dann sagen Sie doch mal, wer die Unnützen sind!) Wir haben alle möglichen Gründe für die Krise des Handwerks oder für die Probleme des Handwerks gehört. Viele sind auch absolut richtig angesprochen worden. Auch Teile der CDU haben das richtig erkannt. eriode – 9. Sitzung – Mittwoch, 22. Juli 2026 Die Krise des Handwerks ist aber eine strukturelle Krise. Sie hängt nämlich in ganz besonderer Weise mit der demografischen Krise zusammen. Das Handwerk hat am Ende auf allen Ebenen, wenn Sie die in unterschiedlichster Weise beleuchten, ein Nachwuchsproblem. Das Handwerk leidet wie kaum eine Branche unter den geburtenschwachen Jahrgängen, und es gehört schon zur Wahrheit dazu – das kann ich Ihnen nicht ersparen –, dass hier in diesem Land – da können Sie hingehen, wohin Sie wollen – nun seit 40 Jahren bevölkerungspolitisch der Niedergang diskutiert wird, der mathematisch vorhersehbar war, dass aber im gleichen Zeitraum nicht eine einzige geeignete Maßnahme dagegen unternommen wurde, meine Damen und Herren. Sehenden Auges beim langsamen Aussterben – ich überspitze es einmal – zuzuschauen, (Abg. Winfried Mack CDU: Was meinen Sie damit? – Zuruf der Abg. Sandra Boser GRÜNE) ist ein substanzielles Versagen der politischen Eliten dieses Landes, meine Damen und Herren. (Beifall bei der AfD) Genau dieses Versagen kommt jetzt beim Handwerk an. Jetzt kann man dieses Problem natürlich auf verschiedene Arten zu lösen versuchen, sozusagen symptomatisch lösen. Man kann anerkennende Prämien ausloben, das Image verbessern, Bildungswege kanalisieren, was auch immer. Das alles sind mehr oder weniger durchaus löbliche Versuche, denen wir uns natürlich nicht verschließen; das sage ich in aller Deutlichkeit. Man kann sogar versuchen, das Problem durch Migration anzugehen. Auch das ist eine Möglichkeit. Ich sage aber auch ganz klar: Dass man wegen wirtschaftspolitischer Einzelinteressen an Arbeitskräften die kulturelle Identität Deutschlands (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Ah, jetzt sind wir beim Thema! Jetzt, endlich!) zur Disposition stellt – das sage ich ganz klar –, das ist mit uns nicht zu machen. (Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD) Dass man aus rein arbeitsmarkttechnischen Erwägungen die gesellschaftliche Gesamtverfasstheit dieses Landes – seine Sicherheit, seine Werte – in eine Schieflage bringt, ist mit uns nicht zu machen. (Zuruf der Abg. Dr. Dorothea Kliche-Behnke SPD) Unkontrollierte Massenmigration um den Preis unserer kulturellen Identität (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Ihre kulturelle Iden- tität! – Weitere Zurufe – Unruhe) kann wohl kaum die Antwort auf den Arbeitskräftemangel im Handwerk sein, meine Damen und Herren. Das können auch die Handwerksbetriebe selbst nicht wollen. (Beifall bei der AfD – Zuruf: Doch, wollen sie!) (Christian Köhler) Wir reden nicht um den heißen Brei herum. Das sind die Kernfragen, um die es geht. (Zuruf: Ja, genau!) Das sind die Kernfragen. (Abg. Isabell Huber CDU: Das sind Ihre Kernfra- gen!) Wir reden nicht um den heißen Brei herum. (Abg. Winfried Mack CDU: Warum haben Sie darü- ber noch nie gesprochen? – Vereinzelt Heiterkeit) Ich kann Ihnen aber eines sagen, und das richte ich ganz besonders an die Verbandsvertreter – das ist gar kein Vorwurf –, (Zuruf: Doch!) die sich, meine ich, mal unser Grundsatzprogramm zur Brust nehmen sollten. (Zuruf des Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE) Ich bekomme regelmäßig mit, dass Vertreter der Wirtschaftsverbände, besonders die Handwerker – auch der DEHOGA, nicht nur die Handwerker –, gewissermaßen mit den Vorstellungen verängstigt wurden, die AfD nehme ihnen morgen ihren rumänischen Stuckateur oder ihren Maurer aus welchem Land auch immer weg. (Abg. Thomas Poreski GRÜNE: Gambia!) Ganz im Gegenteil, meine Damen und Herren, ganz im Gegenteil! Für uns kann und muss Migration in unser Land – die darf es geben – auch mit der Aufnahme einer Berufstätigkeit zusammenhängen, damit, sich selbst zu versorgen, (Zuruf: Wow!) mit einem positiven Beitrag zu unserem Land. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Das gibt es alles schon!) Der Aufenthalt in diesem Land ist ein Privileg und daran gebunden, dauerhaft einen Beruf auszuüben und sich selbst zu versorgen – (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Das gibt es alles schon!) gern auch im Handwerk, meine Damen und Herren. (Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD: Bravo!) Also: Das richtet sich jetzt wirklich an die Handwerksvertreter und die Verbandsvertreter, die jetzt anwesend sind. (Abg. Isabell Huber CDU: Die kennen Sie, glaube ich, nicht mal!) Sie können mir glauben: Wir machen es Ihnen am Ende nicht schwerer. (Staatssekretär Andreas Deuschle: Wenn noch nicht mal die Zahlen stimmen! – Zuruf der Abg. Isabell Huber CDU) lperiode – 9. Sitzung – Mittwoch, 22. Juli 2026 Wir machen es Ihnen am Ende leichter, Ihre offenen Stellen zu besetzen, leichter, Ihre Leute auszubilden, leichter, Ihre Betriebe zu führen, meine Damen und Herren. Und das Beste: Wir alle müssen dafür nicht auf unser sicheres und freies Deutschland verzichten. Ich danke Ihnen. (Beifall bei der AfD)

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