Sebastian van Ryt
Herr Präsident, meine Damen, meine Herren! „Meister und Macher als Motor für unsere Wirtschaft“ – treffender hätte ich das baden-württembergische Handwerk gar nicht bezeichnen können. Als selbstständiger Handwerker und Unternehmer stimme ich Ihnen da voll zu. Ja, unser Handwerk ist spitze, sogar Weltspitze. Handwerk ist aber nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, die Handwerksbetriebe sind oft seit Generationen wichtiger Teil unserer Gesellschaft, unserer Heimat und unserer Kultur. Wo bleiben denn unsere Vereine, wenn Handwerker nicht ehrenamtlich beispielsweise beim Dorffest unterstützen und in Krisen, bei Hochwasser oder Sturm- und Hagelschäden, Soforthilfe leisten? Man sagt, das Handwerk habe goldenen Boden. Aber selbst der beste Boden bringt keine Ernte, wenn er ständig mit Vorschriften von der Regierung zugeschüttet wird. (Beifall bei der AfD) Die Handwerksmeister in unserem Land aber wollen arbeiten, ausbilden und Werte schaffen. Stattdessen müssen sie jedoch immer mehr Zeit am Schreibtisch verbringen. Verwaltungsauflagen, Dokumentationspflichten, immer neue Nachweispflichten, Regulierungen und Gesetze haben das Handwerk nicht gestärkt, sondern ausgebremst. (Beifall bei der AfD) Die regierungsgemachte Deindustrialisierung macht auch vor den Handwerksbetrieben nicht halt. Wenn Abertausende Industriearbeitsplätze im Land zerstört werden, dann leiden auch der Mittelstand und das Handwerk. Privatkunden, die noch im Frühjahr händeringend um einen Termin gebettelt haben, sagen jetzt ihren Handwerkern ab. Die Leute wollen den Auftrag nicht verschieben, nein, sie wollen ihn stornieren. Denn die Angst vor Arbeitslosigkeit geht um. Aber auch der normale Endkunde mit seinem sicheren Job kann sich seinen Handwerker kaum noch leisten. Allein in meinem Bereich sind seit dem letzten Jahr die Kosten im Durchschnitt um 7,5 % gestiegen. Liebe Kollegen von der CDU, Sie waren mal die Vertreter von Mittelstand und Handwerk. Sie müssen doch wissen, dass wir für fast 800 000 Arbeitsplätze im Handwerk verantwortlich sind. Im Jahr 2016 hat die CDU-Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut die Verantwortung im Land übernommen. Damals hatten wir noch 133 000 Handwerksbetriebe. Unter ihrer Leitung hat sich die Zahl der Betriebe in zehn Jahren fast halbiert. Und die Grünen? Die sind einfach nur konsequent. (Vereinzelt Heiterkeit bei der AfD) Sie machen das, was sie seit jeher ankündigen: Sie zerstören systematisch die Industrie und den Mittelstand in unserem Land. (Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD: So ist es!) lperiode – 9. Sitzung – Mittwoch, 22. Juli 2026 Mit der dümmsten Energiepolitik der Welt aufgrund der höchsten Energiepreise sind wir auf dem Weltmarkt einfach nicht wettbewerbsfähig. Jeder Laie weiß: Allein mit Wind und Sonne kann man ein Industrieland nicht versorgen. (Beifall bei der AfD) Pro Industriearbeitsplatz, der jetzt ins Ausland abwandert, verschwinden bei uns bis zu drei weitere Arbeitsplätze im Handwerk. Noch ist die Auftragslage gut – aber wie lange noch? Wir brauchen weniger Bürokratie statt immer neuer Formulare, wir brauchen bezahlbare Energie statt ständig steigender Kosten. Meine Kollegen von der CDU, ich richte heute einen ernst gemeinten Appell an Sie – im Interesse der Handwerker, Familienbetriebe und Lehrlinge in unserem Land –: Kehren Sie um! Nutzen Sie diese Wahlperiode für eine wirtschaftspolitische Korrektur, befreien Sie die Betriebe von der zerstörerischen grünen Energiepolitik und von unnötiger Bürokratie, setzen Sie sich für bewährte Standortbedingungen ein, sorgen Sie dafür, dass Industrie und Handwerk wieder gemeinsam wachsen können; denn das Handwerk verdient mehr als wohlklingende Parolen, es verdient eine Politik, die vernünftig handelt. Und das gelingt nur gemeinsam mit der AfD. (Beifall bei der AfD – Zurufe von der AfD: Bravo! – Sehr gut!)
