Kurt Hermann
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Wie Sie endlich richtigerweise erkannt haben, bildet die Automobilindustrie in Baden-Württemberg eine der wichtigsten wirtschaftlichen Säulen unseres Landes. Dabei sind von dieser Säule allein in Baden-Württemberg rund 250 Kernbetriebe und rund 1 000 Betriebe als direkte Zulieferer oder indirekte Zulieferer abhängig. Das sind derzeit rund 400 000 Personen – vor einem Jahr waren es noch über 450 000 –, welche durch die drohende Verlagerung in Länder mit attraktiveren Arbeitskosten ihren Arbeitsplatz zu verlieren drohen. Über die Gründe des (Kurt Hermann) Niedergangs wurde viel diskutiert, und die meisten ins Feld geführten Gründe haben auch ihre Berechtigung. Um eine Mobilitätswende in Richtung elektrifizierter Fahrzeuge einzuleiten, braucht es zunächst einen Markt für diese Fahrzeuge. Eine reine Subventionspolitik zur Förderung der Elektromobilität hat leider nicht ausgereicht, wie uns die Vergangenheit schmerzhaft gezeigt hat. Für eine funktionierende Wende ist es notwendig, dass die Attraktivität dieser Fahrzeuge höher ist als die Attraktivität der Verbrenner. Leider ist das Gegenteil der Fall, da die erforderliche Infrastruktur nicht vorhanden ist. Dies bedeutet, dass weder genügend Ladepunkte vorhanden sind noch attraktive Energiepreise zum Wechsel motivieren. Dazu ein aktuelles Beispiel: Eine Wallbox mit einer Ladeleistung von 11 kW in einer Garage, die keinen Stromanschluss hat, kostet derzeit inklusive Stromanschluss rund 16 000 €. (Abg. Thomas Poreski GRÜNE: Ach was! – Zuruf von der CDU: So ein Quatsch! – Weitere Zurufe) – Das Angebot kann ich Ihnen vorlegen. (Lebhafte Unruhe) Für Mieter ist dies oft gar nicht möglich. Diese müssen zu den noch immer wenig vorhandenen öffentlichen Ladepunkten fahren. Dort wiederum treffen sie auf einen Tarifdschungel, je nach Phase ... (Anhaltende Unruhe)
