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Dr. Ute Leidig

05.02.2026 Sitzungen 17/141

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abg. Kenner! Nach den Ergebnissen des Abwassermonitorings der Europäischen Drogenagentur trifft es zu, dass die dort gemessenen Werte für Kokainrückstände im Stuttgarter Abwasser bei den zwei Messungen 2017 und 2025 eine Verdopplung darstellen und dass Stuttgart in diesem Monitoring auf Platz 3 hinter Hamburg und Dortmund liegt. Aber jetzt müssen wir dieses Ranking auch einordnen. Bei dieser Einordnung ist zum einen zu berücksichtigen, dass nicht alle deutschen Städte hier erfasst sind – u. a. nehmen Städte mit hohem Drogenkonsum wie Frankfurt oder Berlin nicht teil. (Abg. Andreas Kenner SPD: Okay! – Abg. Hermann Katzenstein GRÜNE: Ah! – Abg. Nikolai Reith FDP/ DVP: Das ist ja beruhigend! – Heiterkeit) Andere Großstädte wie Hannover oder München weisen sehr ähnliche Zahlen auf. Da geht es dann etwa um 10 mg Differenz pro 1 000 Einwohner bei diesem Substanznachweis. Des Weiteren ist die Aussagekraft dieser Zahlen insofern eingeschränkt, als es hier in einem Zeitraum von acht Jahren letzten Endes nur diese zwei Einzelwerte gab. Parallel zur EUDA-Erhebung führte die Stadt Stuttgart seit Mitte 2023 ein eigenes Abwassermonitoring durch, bei dem jeden Monat sieben aufeinanderfolgende Tagesmessungen erfolgten – das ist schon ein großer Unterschied zwischen „einmal alle acht Jahre“ und „einmal sieben Tage hintereinander, und das jeden Monat“. Dabei hat sich gezeigt, dass die übermittelten Daten eine sehr hohe Volatilität der Werte aufweiode – 141. Sitzung – Donnerstag, 5. Februar 2026 sen. Allein innerhalb des Jahres 2024 schwankten die monatlichen Durchschnittswerte – und zwar habe ich jetzt hier einen Wert zwischen 208 mg pro 1 000 Personen und 596 mg pro 1 000 Personen –, ohne dabei einen klaren Trend abzubilden; das heißt: klare Schwankungen, aber ohne Trend. Darüber hinaus zeigten sich an Wochenenden erhöhte Werte, was darauf hinweist, dass das auf einen Konsum im Party- und Clubsetting zurückzuführen ist. Für ein Gesamtbild der Entwicklung von Konsumpräferenzen bedarf es also der Einbeziehung verschiedener Datenquellen, weil es eben bei so hohen Schwankungen und solchen spezifischen Einflüssen, die stark verzerren, nicht ausreicht, nur auf eine Datenquelle zu schauen. Und der Blick auf verschiedene Datenquellen zeigt auch insgesamt eine Zunahme des Kokainkonsums. Für Baden-Württemberg gibt es derzeit aber noch keine aussagekräftigen oder belastbaren Datenlagen. Hatten Sie die Frage unter Buchstabe b schon gestellt, Herr Kenner? (Abg. Andreas Kenner SPD: Ja, die hatte ich schon gestellt!)

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