Anton Baron
Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren Abgeordneten! Man hat es heute schon von verschiedenen Seiten gehört: Das Abkommen ist ein Meilenstein, ein geopolitischer Erfolg, ein Wachstumsmotor. Die riode – 139. Sitzung – Mittwoch, 28. Januar 2026 Bundesregierung, die EU-Kommission und die Industrieverbände feiern alle dieses Abkommen. Das ist prinzipiell auch richtig. Dennoch hat die AfD von Anfang an klar gesagt: Dieses Abkommen muss in seiner jetzigen Form überarbeitet werden. Ich möchte Ihnen kurz darlegen, welchen Standpunkt wir vertreten, und zwar weder aus Prinzipienreiterei noch aus Fundamentalopposition gegen Handel heraus, (Abg. Thomas Dörflinger CDU: Ja, ja!) sondern aus Sorge, dass dieses Abkommen deutschen Bauern und deutschen Verbrauchern schadet. Ich möchte vorweg klarstellen: Die AfD bekennt sich klar zum Prinzip des freien und fairen Handels. Wir sind keine Protektionisten um jeden Preis. Aber fairer Handel setzt voraus, dass beide Seiten unter vergleichbaren Bedingungen im Markt antreten. Deutsche Landwirte und mit ihnen Millionen Familienbetriebe in ganz Europa produzieren unter den strengsten Standards der Welt: Verbot von Wachstumshormonen im Rindfleisch, Verbot, bestimmte Antibiotika als Mastbeschleuniger einzusetzen, strengste Vorgaben bei Pestiziden und Düngemitteln, hohe Tierschutz-, Umwelt- und Hygieneauflagen sowie hohe Löhne und Sozialstandards. In den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay gelten andere Regeln. Dort ist der Einsatz von Wachstumshormonen erlaubt. Bestimmte gentechnisch veränderte Futtermittel sind Alltag. Pestizide, die bei uns längst verboten sind, werden dort großflächig eingesetzt. Die Produktionskosten liegen teilweise 30 bis 50 % niedriger. Genau diese Produkte sollen jetzt fast zollfrei in riesigen Mengen nach Europa strömen: Rindfleisch, Geflügel, Zucker, Ethanol. Was wäre das Ergebnis? Massiver Preisverfall bei den Agrarprodukten. Viele Betriebe, die schon heute am Limit wirtschaften, werden das nicht überleben. Wir reden hier von Existenzen, von Höfen, die seit Generationen bestehen, und von ländlichen Regionen, die ohne Landwirtschaft veröden. Wer das Abkommen trotzdem durchdrückt, der sagt im Klartext: „Deutsche Bauern, ihr könnt einpacken.“ – So ist das, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei Abgeordneten der AfD) Man muss sich das einmal vorstellen. Sie kaufen Rindfleisch im Supermarkt. Auf der Verpackung steht dann „EU-Qualität“, aber in Wirklichkeit stammt es von Tieren, die mit Hormonen behandelt wurden, die bei uns als gesundheitsschädlich gelten. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Sind Sie jetzt für EU-Qualität?) Das ist eben kein Schreckgespenst, das ist die Konsequenz aus diesem Abkommen. Die EU-Kommission verspricht Kontrollen, aber jeder weiß, wie überlastet unsere Lebensmittelüberwachung bereits heute ist. Das ist also Augenwischerei. Wir importieren Lebensmittel, die wir selbst nicht produzieren dürften. Das ist nicht nur unfair, das ist fahrlässig, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei Abgeordneten der AfD) (Anton Baron) Die EU erzählt uns auch seit Jahren, wir müssten den Regenwald schützen, die Entwaldung stoppen und das Klima retten. Deshalb gibt es ja auch die EU-Entwaldungsverordnung, gibt es Milliarden Euro für grüne Landwirtschaft. Aber gleichzeitig öffnet dieselbe EU mit Mercosur die Tore für genau jene Produkte, die ebendiese massive Abholzung in Südamerika antreiben: Soja für Tierfutter, Rinderweiden, Zuckerrohrplantagen. Studien zeigen ganz klar, dass die Rindfleischexporte in die EU einer der Haupttreiber der Amazonaszerstörung sind. Das ist keine Klimapolitik, das ist Heuchelei auf höchstem Niveau. Man predigt globalen Umweltschutz und finanziert gleichzeitig die Zerstörung der Umwelt, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der AfD)
