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Martina Braun

GRÜNE 11.12.2025 Sitzungen 17/138

Kann gar nicht!) Das ist alles friedlich und fröhlich, vor allem dann, wenn der VfB wieder einen so gepflegten Ball spielt wie derzeit – sieht man mal vom letzten Wochenende ab. (Vereinzelt Heiterkeit) Ich möchte aber auch klar sagen, dass es Vorfälle gibt, die wir nicht tolerieren dürfen, wie kürzlich auf der Rückreise von VfB-Fans aus Dortmund, als Fanbusse von angeblichen anderen Fangruppierungen überfallen wurden, Vorfälle wie kürzlich auf dem Kölner Hauptbahnhof, als sich Schalker und Dortmunder Fans zu einer Massenschlägerei verabredet haben. Ich sage auch klipp und klar an dieser Stelle: Der Umgang von sogenannten Fans mit beispielsweise einem Dietmar Hopp ist für mich völlig inakzeptabel, wenn er Grenzen überschreitet. (Beifall bei Abgeordneten der CDU, der Grünen, der SPD und der FDP/DVP) Menschen in einem Fadenkreuz darzustellen, hat in einem Fußballstadion genauso wenig zu suchen wie irgendwo anders. Rassismus und Antisemitismus dürfen auch im Stadion keinen Platz haben. Wer sich daran nicht halten kann und nicht halten will, wer Fußballspiele zum Anlass für Körperverletzungen und Sachbeschädigungen nimmt, wird natürlich strafrechtlich verfolgt und muss auch die persönlichen Konsequenzen bis hin zum Stadionverbot tragen. Jetzt komme ich aber darauf zurück, warum Sie ganz, ganz schlechte Anwälte der Fans sind. Die Fans in der Liga, im Fußball insgesamt, wollen zwei Dinge. Erstens: Sie wollen nicht unter Generalverdacht gestellt und nicht in Sippenhaft genommen werden für einzelne Gewalttäter, die es gibt und die es immer geben wird. (Abg. Anton Baron AfD: Aber warum wurde so et- was in der Innenministerkonferenz besprochen?) de – 138. Sitzung – Donnerstag, 11. Dezember 2025 Das ist vollkommen verständlich, und das hat der Innenminister auch klar und deutlich gesagt. Deswegen ist diese Aktuelle Debatte vollkommen unnötig. Das Zweite, was die Fans – egal, von welchem Verein – wollen, ist, ihren Verein, für den sie jubeln, anzufeuern – alle elf Spieler, die unten auf dem Platz stehen, und alle, die im Kader sind und die zum Erfolg beitragen. Im Fall des VfB sind es aktuell 30 Spieler aus 13 verschiedenen Nationen. 16 Spieler von ihnen, die Mehrzahl im VfB-Kader, haben keinen deutschen Pass, sind Ausländer. Sechs weitere Deutsche haben einen Migrationshintergrund. (Abg. Anton Baron AfD: Ja, und jetzt?) Beim KSC, beim SC Freiburg, bei der TSG Hoffenheim und bei vielen weiteren Vereinen sieht es nicht anders aus oder ist es sogar noch ausgeprägter. (Abg. Anton Baron AfD: Unsere Fraktion hat einen höheren Migrationshintergrund als Ihre Fraktion!) Den Fans des VfB ist es vollkommen egal, dass beim VfB in der Innenverteidigung ein Verteidiger namens Al-Dakhil spielt, der als Kriegsflüchtling aus dem Irak nach Europa kam und heute mit Stolz das Trikot des VfB trägt. (Beifall bei der CDU, den Grünen, der SPD und der FDP/DVP) Den Fans vom VfB war es vollkommen egal, dass in der letzten Saison mit Mahmoud Dahoud ein Spieler unter Vertrag stand, der als Flüchtlingskind aus Syrien nach Deutschland kam und für den VfB seinen Schweiß vergossen hat. Und niemand, wirklich niemand beim VfB will mehr auf Bilal El Khannouss verzichten, einen Menschen mit einem Namen, wie ihn Ihr Ehrenvorsitzender mit Sicherheit nicht als Nachbar haben möchte. (Beifall bei der CDU, den Grünen, der SPD und der FDP/DVP – Zuruf des Abg. Ruben Rupp AfD) Was die Fans wollen, ist, ihre Spieler anzufeuern und zu feiern, weil die alles für ihren Verein tun, ganz egal, woher sie kommen, wie sie herkamen, wie sie heißen und welche Hautfarbe sie haben. Ihr Vordenker Höcke und ganz viele von Ihnen sagen offen, sie wollten die Nationalmannschaft nicht mehr anfeuern und sie freuten sich nicht mehr an der Nationalmannschaft, weil sie ihnen zu multikulti sei, weil da zu wenige Biodeutsche dabei seien. (Abg. Anton Baron AfD: Quatsch! Völliger Quatsch, was Sie da sagen! – Abg. Sandro Scheer AfD: Das heißt nicht „Nationalmannschaft“, das heißt „Mannschaft“!) Ich bin an vielen Wochenenden auf den Amateurplätzen in der Kreisliga, in der Bezirksliga in meinem Wahlkreis unterwegs, und Tatsache ist, dass dort kaum ein Verein eine Mannschaft mit elf Spielern auf den Platz schicken könnte, wenn Ihre innigsten Träume wahr werden würden. (Beifall bei der CDU, den Grünen, der SPD und der FDP/DVP – Zuruf des Abg. Miguel Klauß AfD) (Tim Bückner) Sie stehen für alles, wofür der Fußball nicht steht. (Zuruf von der AfD) Der Fußball mit seiner riesigen gesellschaftlichen Integrationskraft steht für alles, wofür Sie nicht stehen. (Zuruf von der AfD: Traurig!) Das schließt die Fans mit ein. Deshalb braucht Sie auch kein Mensch im Neckarstadion, im Wildpark oder wo auch immer, und schon gar nicht als Anwalt. Zum Schluss danke ich allen Polizistinnen und Polizisten, die den ganzen Tag über und heute Abend für die Sicherheit rund ums Neckarstadion sorgen und sorgen werden, (Abg. Anton Baron AfD: Warum braucht man diese Sicherheit? Ihre Politik des importierten Antisemitis- mus!) den Fans ihrerseits für eine sicherlich grandiose Stimmung an einem Europapokalabend, und wünsche uns allen, die dem VfB die Daumen drücken, ein schönes Ergebnis. (Abg. Peter Seimer GRÜNE: 3 : 0! – Gegenruf der

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