Petra Häffner
Das entsteht, wenn Vertrauen geteilt und gelebt wird. Schon bevor die Stadionallianzen aus der Taufe gehoben wurden, hatte unsere Fraktion intensiven Austausch mit Fanvertretungen, Fanprojekten, Fußballklubs und -verbänden und natürlich der Polizei. Als polizei- und sportpolitische Sprecherin war es mir wichtig, mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen. (Zuruf des Abg. Ruben Rupp AfD – Gegenruf des Ministers Thomas Strobl: Unsinn!) Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht. Unterschiedliche Interessen sind normal. Vertrauen entsteht, wenn man einane – 138. Sitzung – Donnerstag, 11. Dezember 2025 der zuhört und Verantwortung übernimmt. Nur so entsteht Freiheit, die trägt. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU – Vereinzelt Beifall bei der SPD) Auch die Polizei profitiert von diesem Miteinander: Konflikte werden früher erkannt, Einsätze ruhiger geplant, Einsatzstundenzahlen gehen zurück. Gute Prävention schützt und entlastet. Ich habe immer wieder Polizeieinsätze im Stadion begleitet, zuletzt im vergangenen Jahr während der EM. Vor Ort sieht man sehr klar, wie viel Vorbereitung und Verantwortung in einem sicheren Ablauf stecken und wie entscheidend das Zusammenspiel aller Beteiligten ist. An dieser Stelle gilt mein besonderer Dank allen, die heute Verantwortung übernehmen und damit einen sicheren Ablauf des heutigen Spiels in Stuttgart ermöglichen. (Beifall bei den Grünen, der CDU und der SPD so- wie Abgeordneten der FDP/DVP) Ein weiterer zentraler Baustein sind die Fanprojekte. Sie existieren in Baden-Württemberg seit 2017. Fanprojekte sind nah dran, schaffen Vertrauen, begleiten junge Fans und greifen ein, bevor etwas kippt. Sie leisten wertvolle sozialpädagogische Arbeit. Beteiligung stärkt Fankultur und Sicherheit. Die Innenministerkonferenz in Bremen hat diesen Weg bestätigt. Es standen zahlreiche Vorschläge im Raum: (Abg. Anton Baron AfD: Ah! Der Innenminister! – Gegenruf des Ministers Thomas Strobl) personalisierte Tickets, neue Überwachungsformen, umfassende Kontrollen. Fans, Vereine und Verbände haben deutlich gemacht – jetzt sollten Sie genau zuhören –, wo die offenen Fragen liegen: Datenschutz, Machbarkeit und Stehplatzkultur. Diese Bedenken wurden ernst genommen, und diese Maßnahmen werden erst mal nicht weiterverfolgt. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen – Vereinzelt Beifall bei der CDU – Abg. Anton Baron AfD: Ach so! Jetzt!) Stattdessen wurde eine unabhängige bundesweite Stadionverbotskommission beschlossen – (Abg. Anton Baron AfD: Ah! Verbot!) klare, faire und einheitliche Entscheidungen. Und ebenso klar: Ein Stadionverbot darf nicht mehr automatisch ausgesprochen werden, nur weil ein Ermittlungsverfahren läuft. Es braucht konkrete, nachvollziehbare Tatsachen. Das schützt friedliche Fans und stärkt den Rechtsstaat. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU – Vereinzelt Beifall bei der FDP/DVP – Abg. Anton Baron AfD: Was wurde dann beschlossen?) Im Oktober war ich bei der Veranstaltung „Kicken. Kurve. Kapital.“ des FC PlayFair! In der Diskussion mit Andreas Rettig, DFB-Geschäftsführer, wurde deutlich: Fußball ist mehr (Petra Häffner) als Sport. Er ist ein sozialer Raum, ein Ort der Begegnung und auch ein Ort der Demokratie. Deshalb braucht er Beteiligung, klare Regeln und gute Kompromisse. Heute Abend spielt der VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel Aviv. Das ist eine Bewährungsprobe für die Stadionallianz, (Zuruf von der AfD: Oh! Warum?) für alle Partner, auch die Fans. Die Polizei hat sich gemeinsam mit dem Innenministerium, den beiden Klubs und den anderen Partnern vorbereitet. (Abg. Miguel Klauß AfD: Bunte Vielfalt!) Dazu gehören klare Absprachen, eine sichtbare Präsenz und, wo es notwendig ist, auch temporäre Maßnahmen wie Luftraumsperrungen. (Abg. Anton Baron AfD: Wer wird vor was geschützt?) Das Ziel ist eindeutig: Sicherheit für alle. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass sich alle im Stadion auf das konzentrieren können, worum es eigentlich geht: das Spiel bzw. die Freude am Fußball. Denn dies ist für mich das Besondere am Sport. Weltweit verbindet er Menschen friedlich, selbst dort, wo es Konflikte gibt. Ich freue mich also auf hochklassigen Fußball und begeisterte Fans. Und ich hoffe sehr, dass die Fans auf Pyrotechnik verzichten. Denn Pyrotechnik kann verletzen und schwere Schäden verursachen, und sie kann Menschen wortwörtlich den Atem nehmen. Nicht von Explosivstoffen, sondern von Kreativität, Freude und Gemeinschaft lebt die Fankultur. Und zum Schluss, meine Damen und Herren: Über Rote Karten entscheiden die Schiedsrichter. Über Freiheit im Stadion entscheidet das faire und vertrauensvolle Zusammenspiel aller. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU sowie der Abg. Andreas Kenner SPD und Nico Wein- mann FDP/DVP)
