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Clara Resch

GRÜNE 10.12.2025 Sitzungen 17/137

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Gesetz, das wir heute beraten, schafft einen aktualisierten Rahmen für die Berufsgruppen, die unsere Umwelt bauen und gestalten: für die Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieure, die Anforderungen in Planungen und Projekte übersetzen. Unsere Bau- und Planungsberufe haben sich stark verändert. Die Arbeit ist vernetzter, digitaler, flexibler geworden. Es müssen Projekte gestemmt werden, die technisch, organisatorisch und gesellschaftlich komplexer sind als je zuvor. Junge Fachkräfte erwarten moderne Arbeitsmodelle und klare berufliche Perspektiven. Das geltende Recht hat diese Dynamik nicht mehr abgebildet. Mit der Reform holen wir also das Bauberufsrecht in die Realität. Wir schaffen klare Strukturen und ermöglichen moderne Gesellschaftsformen. Einer der wichtigsten Schritte ist die Öffnung für neue Gesellschaftsformen wie die OHG und die KG. Damit geben wir den Berufsständen die Freiheit, sich so zu organisieren, wie es heute benötigt wird: unternehmerisch, partnerschaftlich und flexibel. Gleichzeitig setzen wir europarechtliche Vorgaben um und stärken interdisziplinäre Zusammenarbeit. Denn gute Bauund Ingenieursleistungen entstehen oft dann, wenn unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen – nicht, wenn sie durch rechtliche Barrieren voneinander ferngehalten werden. Wir verabschieden uns von einem veralteten Geflecht aus Tätigkeitsbezeichnungen – frei, angestellt, beamtet, baugewerblich –, die nicht mehr verstanden wurden. Künftig unterscheiden wir nur noch „Architektin/Architekt“ oder „freie Architektin/freier Architekt“. Das ist logisch, klar und nachvollziehbar. Es stärkt das Berufsbild und erleichtert auch den Bürgerinnen und Bürgern die Orientierung. Der Schritt von „Architektin/Architekt im Praktikum“ zu „Junior-Architekt“ ist ebenfalls ein Signal an den Nachwuchs: Berufe im Bauwesen sind zeitgemäß und attraktiv. Wir erleichtern die Verwaltungsverfahren spürbar: Kopien statt beglaubigter Abschriften, digitale Übermittlung statt Papier, Textform statt Schriftform. Das alles ist direkte Unterstützung derer, die jeden Tag Verantwortung für Planungs- und Bauprojekte tragen. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es entscheidend, dass wir Barrieren abbauen, nicht aufbauen. Dieser Gesetzentwurf enthält einen wichtigen Gedanken, der diese Berufsgruppen ausmacht: Architektinnen und Architekten tragen Verantwortung, auch für das, was bleibt. Deshalb betonen wir im Gesetz, dass das architektonische Erbe gepflegt und die natürlichen Lebensgrundlagen beachtet werden sollen – als Selbstverständnis eines Berufsstands, der baut, ohne zu zerstören, der formt, ohne zu verdrängen, der gestaltet, was kommende Generationen erleben werden. (Zuruf des Abg. Rudi Fischer FDP/DVP) (Clara Resch) Dieser Gesetzentwurf stärkt die Menschen, die den Wohnraum schaffen, den wir brauchen, die die öffentlichen Gebäude planen, unsere Infrastruktur entwerfen und unser Land mitgestalten. Er macht ihre Arbeit planbarer, sicherer und attraktiver. Er baut Veraltetes ab und schafft Raum für Neues. Kurz gesagt: Er macht den Standort Baden-Württemberg zukunftsfähig. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU – Zuruf des Abg. Rudi Fischer FDP/DVP) Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir brauchen starke Architektinnen und Architekten. Wir brauchen starke Ingenieurinnen und Ingenieure. Und wir brauchen klare Rahmenbedingungen, damit die immer komplexeren Herausforderungen bewältigt werden können. Das Gesetz zur Änderung des Bauberufsrechts ist ein wichtiger Schritt in genau diese Richtung. Es ist ein Signal für Vertrauen, Modernität und Pragmatismus. Wir stärken die Menschen, die unser Land gestalten. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU)

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