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Bernd Mettenleiter

GRÜNE 08.10.2025 Sitzungen 17/130

Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Warum errichtet man einen Nationalpark? Warum verzichten wir bewusst auf die Nutzung einer Fläche zugunsten eines Waldes, der erst in 100 Jahren oder mehr seine wahre Gestalt zeigen wird? Denn eines ist klar: Niemand von uns hier im Raum, niemand auf der Besuchertribüne wird diesen Urwald von morgen selbst sehen, hören oder erleben können. (Abg. Anton Baron AfD: „Urwald“! Wir siedeln wie- der Schimpansen an!) ode – 130. Sitzung – Mittwoch, 8. Oktober 2025 Und trotzdem oder gerade deshalb handeln wir; denn Verantwortung endet nicht mit der eigenen Lebenszeit. (Beifall bei den Grünen) Wir setzen mit dem Nationalpark ein starkes Zeichen aus dem Jetzt für die Zukunft, und wir bauen mit dem Lückenschluss darauf auf und heben nun den Nationalpark mit der Erweiterung auf ein neues Niveau. Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Nationalpark ist viel mehr als ein Stück Wald. Er ist Impulsgeber für einen nachhaltigen Tourismus und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Er fördert die Entwicklung der Region, etwa durch neue Regiobuslinien. Und ganz zentral: Er ist ein sehr wichtiger Schutzraum für die Biodiversität. (Abg. Anton Baron AfD: Was?) Wenn pro Jahr mehr als 10 000 Jugendliche, Kinder aus Schulen und Kindergärten in der Ortenau, in Karlsruhe oder Freudenstadt den Nationalpark besuchen, dann zeigt sich, welchen Mehrwert der Nationalpark gerade für die Umweltbildung bietet. Wenn von Achern nach Sasbachwalden nun stündlich ein Bus fährt, dann verdanken wir das auch dem Nationalpark. Und wenn die ganz seltene Blockhalden-Stachelwolfspinne einen Rückzugsort findet, dann ist auch der Nationalpark schuld. (Beifall bei den Grünen – Abg. Anton Baron AfD: Machen wir ein Wolfsrudel da rein!) Lassen Sie mich dieser Reihe von guten Gründen einen weiteren wichtigen Aspekt hinzufügen. Diesen möchte ich mit einem Zitat einleiten, das Martin Luther zugeschrieben wird: Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. Dieser Satz ist mehr als ein schöner Gedanke. Er ist der Auftrag, Verantwortung im Hier und Jetzt zu übernehmen, auch wenn wir die Früchte nicht mehr selbst in vollem Umfang ernten. Es ist wichtig, heute zu handeln, heute etwas Positives zu schaffen und damit gleichzeitig an die Zukunft zu glauben. Und genau das tun wir mit dem Nationalpark. Er ist ein Projekt, das über unsere eigene Lebenszeit hinausweist, ein Geschenk an kommende Generationen und damit ein Beispiel von verantwortungsvoller Politik, die Sinn stiftet. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Ja, ich gebe zu: Um den Nationalpark und seine Erweiterung wurde hart gerungen, und der Weg zum Ziel war nicht einfach. Ich weiß, dass von grüner Seite viele, teils schmerzhafte Zugeständnisse gemacht wurden, etwa bei der Herausnahme der Pufferflächen aus dem Gebiet. Ich weiß aber auch, dass die Kolleginnen und Kollegen der CDU ihrerseits bis an die Grenze ihrer Kompromissfähigkeit gegangen sind. Trotz unterschiedlicher Ausgangspunkte haben wir eine Einigung erzielt. Beide Partner haben Verantwortung übernommen und damit gezeigt, dass wir zwar hart in der Sache ringen, aber am Ende gemeinsam Lösungen finden. Für diese Politik mit Sinn und Ziel, die unser Land voranbringt, danke ich allen Beteiligten herzlich. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) (Bernd Mettenleiter) Mit dem Lückenschluss des Nationalparks bringen wir zusammen, was zusammengehört. Aus zwei Teilflächen wird ein gemeinsames Gebiet, ein Herzstück wilder Natur mitten in Baden-Württemberg. Das ist ein starkes Zeichen verantwortungsvoller Politik mit langem Atem, wie sie Baden-Württemberg unter grüner Führung auszeichnet. Am Schluss möchte ich eine Einladung aussprechen, und zwar an Sie alle hier, auch an die Besucherinnen und Besucher. (Abg. Anton Baron AfD: Jetzt!) Wir alle haben unterschiedliche Hintergründe, Meinungen, Erfahrungen. Aber eines verbindet uns sicherlich: das Gefühl von Glück, wenn wir unberührte Natur erleben. (Zuruf der Abg. Gabriele Rolland SPD) Teile meines Wahlkreises gehören zum Nationalpark, und ich bin regelmäßig dort. Ich kann Ihnen versichern: Es ist ein Geschenk, diesen Wald zu erleben, ihn zu sehen, zu riechen und zu hören, (Zuruf von der AfD) wie sich die Natur im Wandel befindet und entfaltet. (Abg. Anton Baron AfD: Wolfsrudel!) Daher möchte ich Sie alle einladen: Kommen Sie in den Nationalpark. Lernen Sie die Fläche und den Wald in seiner zunehmenden Ursprünglichkeit und Natürlichkeit kennen. Erfahren Sie diesen mit allen Sinnen. Sie werden es nicht bereuen. Danke sehr. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU)

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