Hans-Peter Hörner
Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren! Obwohl Kitaleitungen eine Schlüsselrolle für die pädagogische Qualität einnehmen, fehlt ihnen im Alltag oft die Zeit, dieser Rolle gerecht zu werden, und es fehlt leider auch die sichere Finanzierung. Allzu oft wurden und werden die Missstände rund um die Leitungszeit benannt; geändert hat sich aber leider bisher nichts. Deshalb sollte uns allen eines klar sein: So kann es nicht weitergehen. Zum Wohle vor allem der Kinder, der Erzieher, der Eltern müssen wir das Problem lösen. (Beifall bei der AfD) Unser Entschließungsantrag kann die aktuelle finanzielle und damit auch politische Unklarheit lösen, wenn wir alle das wollen. Ich bin vor Kurzem an einem Kinderspielplatz vorbeigegangen, habe das Leben dort beobachtet und gedacht: Eigentlich schade, dass wir zu wenig für diese Kinder tun, dass wir zu wenig tun, wenn wir an die Kindertagesstätten denken. Die Finanzierung der Leitungszeit ist leider weiterhin befristet. Die Landesregierung verlängert sie wiederum, aber die Unsicherheit schwebt letztendlich über den Kitas und sorgt für Verdruss bei den Trägern und auch bei den Leitungen. Es kann doch wirklich nicht sein, dass ein so fundamentales Qualitätsmerkmal ständig auf der Kippe steht! Es darf nicht weiterhin ein Provisorium und ein Flickenteppich sein, ob Kitas Leitungszeit haben und, wenn ja, in welcher Form. Die Leitungszeit muss mit öffentlichen Mitteln verstetigt und ausgebaut werden, bevor auch hier Geisterleitungen entstehen können. Gibt es die vielleicht schon – Fragezeichen? Jede Kita soll den verbindlichen Anspruch auf ein langfristiges, adäquates Langzeitdeputat haben. Schluss mit den Unsicherheiten im Jahresrhythmus; Planungssicherheit ist sowohl für die Kommunen und die Träger als auch für die Leitungskräfte unerlässlich. Deswegen fordern wir mit unserem Entschließungsantrag ganz klar die Verstetigung dieser Finanzierung. Da sind wir ja Gott sei Dank nicht allein. (Vereinzelt Beifall bei der AfD) Diese unsere Forderung ist kein Luxuswunsch, sondern ein notwendiger Schritt, um den Kindertageseinrichtungen in unserem Land Zukunftsfähigkeit zu verleihen. (Beifall bei Abgeordneten der AfD) Jeder Euro, den wir in ausreichend Leitungszeit investieren, ist eine Investition in die Qualität der Bildung und Betreuung unserer Kinder. Und jeder Tag, den wir hier früher handeln, ist ein Tag, an dem wir den Burn-out bei Erziehern und den Qualitätsverlust bei Kindern verhindern. Die Kitaleitungen und Erzieher vor Ort arbeiten seit Jahren am Limit. Dafür sage ich auch an dieser Stelle einmal einen ganz, ganz herzlichen Dank an alle Erzieher und Erzieherinnen. Sie halten den Laden am Laufen. Aber jetzt sind wir gefragt, ihnen endlich den Rücken zu stärken. Es geht um Bildungsbiografien für unsere Jüngsten, um die Attraktivität pädagogischer Berufe, und es geht um unser aller Zukunft. iode – 129. Sitzung – Donnerstag, 24. Juli 2025 Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass aus schönen Worten endlich Taten werden. Geben wir den Leitungskräften die Zeit, die sie brauchen. Das Kitapersonal, die Eltern, die Kinder und nicht zuletzt unsere Zukunft werden es uns und Ihnen danken. (Beifall bei der AfD) Dazu noch eine Anmerkung: Für diese Finanzierung und auch für die Ganztagsbetreuung an den Grundschulen benötigen die Träger, die Gemeinden in Baden-Württemberg, dringend die versprochenen Zuschüsse. (Abg. Anton Baron AfD: So ist es!) Sie kennen nur allzu gut die Situation in den Gemeinden, die ihre Haushaltspläne aufstellen und schon daran scheitern. Wir brauchen die Zuschüsse für Räumlichkeiten und Personal bzw. für die Aus- und Weiterbildung des Personals. Wir, die Abgeordneten, sind hier jetzt dringend gefordert, aktiv zu werden. Zahlen Sie bitte auch seitens der Regierung die Gelder schnell aus. Ich sitze auch im Stadtrat, und wir wissen allmählich nicht mehr, wie wir diese Pflichtaufgaben erfüllen sollen. Und noch eine echte Alternative, die ich hier noch nicht gehört habe: Handlungsbedarf besteht vor allem in den Kitas im U-3-Bereich. Auch bei uns im Petitionsausschuss lag hier eine – natürlich von der Mehrheit des Petitionsausschusses abgelehnte – Aufforderung zur Wiedereinführung des Landeserziehungsgelds vor. Landeserziehungsgeld ist eine alternative Möglichkeit, die Kinder in ihrer Familie betreut und geliebt aufwachsen zu lassen. (Zuruf der Abg. Clara Resch GRÜNE) Kinder gehören in die Familie. Die Familie – nicht die Kita, nicht die Schule – ist die Keimzelle der Demokratie. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD)
