Christiane Staab
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich könnte man meinen, es würden ja nur ein schon bestehendes Gesetz und eine Kitaverordnung fortgeführt. Aber nein, es geht heute um viel mehr. Es geht auch darum, hier im Plenum wieder einmal über das Thema „Frühkindliche Bildung“ zu debattieren. Es ist eines der wichtigen Zukunftsthemen, es geht um unsere Jüngsten, um unsere Kleinsten, und es geht vor allem darum, wie wir Qualität in den Einrichtungen unseres Landes sicherstellen können, um diesen Kindern einen bestmöglichen Start in eine gute Bildungsbiografie und damit auch in eine gute persönliche Zukunft geben zu können. (Beifall bei Abgeordneten der CDU sowie der Abg. Saskia Frank und Cindy Holmberg GRÜNE) Wir freuen uns, dass Berlin die Mittel freigegeben hat über das KiTa-Qualitätsgesetz. Ich kürze es ein bisschen ab; es ist ein endlos langer Name, den dieses Gesetz trägt. Es heißt Ki-Ta-Qualitätsgesetz, und es bürgt auch dafür, dass Qualität in den Ländern fortgeführt werden kann. Wir werden für 2025 180 Millionen € und für 2026 190 Millionen € in die definierte pädagogische Leitungszeit an den Kindertageseinrichtungen geben. eriode – 129. Sitzung – Donnerstag, 24. Juli 2025 Meine Damen und Herren, wir haben vom LEBK die Rückmeldung bekommen – deswegen ist es auch wichtig, heute darüber zu sprechen –, wir sollten hinschauen, ob diese Mittel tatsächlich auch in jeder Einrichtung – wir haben fast 10 000 Einrichtungen in Baden-Württemberg – wirklich in die pädagogische Leitungszeit gegeben werden. Deswegen mein herzlicher Dank Richtung Kultusministerium dafür, dass das Thema Leitungszeit evaluiert wird, dass genau hingeschaut wird: Wird die Leitungszeit für genau die pädagogischen Aufgaben eingesetzt, die Frau Kollegin Saskia Frank eben dargestellt hat? Das Schmieden eines Teams, die Gespräche mit Eltern, die Dokumentation und die Fortführung der Entwicklung von Kindern, aber natürlich auch das Schmieden einer Verantwortungsgemeinschaft vor Ort mit den Trägern der Jugendhilfe, mit den Kinderärzten, mit Krankenschwestern, mit Sozialpädagogen, aber auch mit Vereinen, mit allen, die an der Ausstattung, an der Arbeit in einer Kita beteiligt sind, das ist die primäre Aufgabe einer Kitaleitung. Hierfür wird Zeit benötigt; das ist unstrittig. Aber sie muss auch von den Trägern gewährt werden. Deswegen ist es für uns, den Landesgesetzgeber, so wichtig, dass diese Mittel dafür verwendet werden, wofür sie auch gedacht sind, nämlich für die Fortentwicklung und den Ausbau der Leitungszeit in unseren Kindertageseinrichtungen. (Beifall bei Abgeordneten der CDU – Abg. Daniel Born SPD: Dann müssen Sie unserem Antrag zustim- men!) – Lieber Kollege Born, jetzt lassen Sie uns die Evaluation abwarten. Ich bin kein Freund davon, Dinge zu beschließen, wenn wir gar nicht wissen, was wir eigentlich beschließen sollten. Umso wichtiger ist es, dass wir genau hinschauen: Was findet statt? (Abg. Daniel Born SPD: Der LEBK hat Ihnen doch die Rückmeldung gegeben! Auch die wollen das!) Zeitgleich haben wir in der letzten Woche auch den weiterentwickelten Orientierungsplan auf den Weg gebracht. Mit diesem werden auch neue Erwartungen und neue Aufgaben einhergehen, auch an die Kitaleitungen. Wir haben eine vierjährige Transferphase, wofür wir auch dankbar sind. In dieser vierjährigen Transferphase wird den Kitaleitungen noch mal zusätzlich die Möglichkeit gegeben, diesen wirklich wunderbaren Orientierungsplan so zu implementieren, dass diese neuen Inhalte, die auch dort enthalten sind, jetzt gut in die Teams weiterkommuniziert werden können. Es wird ein großer Schwerpunkt auf die Reflexion der Teamarbeit gelegt, auf die Reflexion der Gruppenarbeit. All das sind Aufgaben, die die Kitaleitungen wahrnehmen müssen. Daher ist es so wichtig, dass wir diese Gelder jetzt bereitstellen, damit in den Kitas der neue, wirklich hervorragende Orientierungsplan auch so umgesetzt werden kann, wie wir alle es uns wünschen und wie es sich auch die Mütter und Väter dieses Orientierungsplans wünschen. Er ist eine hervorragende Grundlage dafür, was Kinder in der Frühphase brauchen, um einen guten Start ins Leben zu bekommen. Die Kitaleitungen sind die Garantinnen und Garanten dafür, dass genau dies in den Einrichtungen zusammen mit ihren (Christiane Staab) Teams und allen, die an dieser Verantwortungsgemeinschaft, die ich gerade dargestellt habe, beteiligt sind, auch umgesetzt wird. Dafür werden wir diese Mittel bereitstellen. Wir wünschen uns auch eine Verstetigung, Herr Kollege Born. Ich sehe aber die Verantwortungsgemeinschaft nicht nur vor Ort, sondern auch zwischen dem Bund, den Ländern und den Kommunen. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen – Abg. Daniel Born SPD: Wenn Sie Ihre Verantwor- tung übernehmen wollen, stimmen Sie unserem Antrag zu!) Wir werden unsere Stimme deutlich in Richtung Bund erheben, wenn es darum geht, diese Verantwortungsgemeinschaft auch mit Geldmitteln zu unterstützen und Geldmittel dafür einzusetzen. Wir werden dafür sorgen und uns mit allem, was uns zur Verfügung steht, dafür einsetzen, dass die Leitungszeit für die Kindertageseinrichtungsleitungen irgendwann verstetigt wird, (Abg. Daniel Born SPD: Dann stimmen Sie heute un- serem Antrag zu! Setzen Sie sich ein!) aber Stück für Stück nach der Evaluation. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir das zusammen gut hinbekommen. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen)
