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Jan-Peter Röderer

SPD 23.07.2025 Sitzungen 17/128

Herr Minister, wie bewerten Sie die Tatsache, dass eine gleichzeitige Sperrung von Panoramabahn und Stammstrecke nicht verhindert werden konnte, sondern jetzt nur um ein Jahr verschoben ist? Wie kann es sein, dass das jetzt auch noch als Vorteil für die Fahrgäste verkauft wird? Es fällt ja keine Sperrung weg, sondern es ist lediglich eine zeitliche Streckung. Minister für Verkehr Winfried Hermann: Ich habe das nicht als Vorteil verkauft. Ich habe sehr deutlich darauf hingewiesen, dass die Probleme zum Teil ins nächste Jahr geschoben werden. Die Gäubahn ist aber wenigstens ein Jahr länger angebunden. Ihre Anbindung ist damit nicht gerettet. Der Kollege Wolf weiß das. Er ist sehr häufig mit mir in Kontakt und kämpft wie wir auch für die Anbindung der Gäubahn. Da ziehen wir am gleichen Strang. Es ist wirklich einer der schmerzhaftesten Eingriffe beim Projekt Stuttgart 21, dass die Gäubahn abgehängt wird. Nur noch mal zur Erinnerung: Die ursprüngliche Planung war so, dass die Gäubahn nur ein halbes Jahr abgehängt wird, dass dann über eine neue Strecke ab Böblingen zum Flughafen und dann über den Flughafen nach Stuttgart hineingefahren wird. Das halbe Jahr haben damals die Menschen, die an der Volksabstimmung teilgenommen haben, als Grundlage gehabt. Inzwischen wurden die ursprünglichen Pläne am Flughafen von der Deutschen Bahn für nicht realisierbar erklärt. Stattdessen haben wir jetzt eine andere Lösung vorgefunden oder haben sie entwickelt bekommen. Das ist der Pfaffensteigtunnel, der in der Summe die bessere Lösung ist, aber den Nachteil hat, dass dieser Vorschlag 20 Jahre später gekommen ist. Deswegen gibt es noch keinen Planfeststellungsbeschluss, also auch keinen Baubeginn. Deswegen wird es schon noch ein paar Jahre dauern, bis dieser Pfaffensteigtunnel fertig ist. Dann ist die Gäubahn wieder angebunden. Für die Übergangszeit habe ich persönlich und haben auch andere wirklich alles getan, um zu schauen, ob die Gäubahnanbindung nicht aufrechterhalten bleiben kann. Die Bahn lehnt das mit der Begründung ab, dass eine Umstellung auf die Digitalisierung automatisch bedeutet, dass die andere Technik dann nicht auch noch betrieben werden kann. Der Knoten wird ja insgesamt auf digitale Technik umgestellt, und die Panoramabahn, also der Teil, der dann von Stuttgart-Vaihingen nach Stuttgart reinführt, wird nicht umgestellt. Das wollen sie nicht, weil sie sagen: „Das sind zusätzliche Kosten. Das machen wir nicht, und das ist technisch nicht möglich.“ Ehrlich gesagt: Ich habe immer wieder nachgebohrt, weil es mir nicht so richtig endgültig eingeleuchtet hat, dass das nicht geht. Ich kann aber nur sagen: Die Bahn hat es kategorisch abgelehnt, das zu machen. Ich bin gern bereit, mit anderen, wenn sie neue Ideen haben, noch mal einen Anlauf zu machen. Ich kämpfe um diese Anriode – 128. Sitzung – Mittwoch, 23. Juli 2025 bindung. Denn die Lösung, die wir jetzt haben – das darf ich an dieser Stelle schon auch sagen –, ist eine Lösung für den Nahverkehr. Wir werden einige Fahrten der S-Bahn-Linie S 1 bis Horb verlängern. Wir werden südlich von Rottweil noch einige Regionalzüge zusätzlich einsetzen, damit für den regionalen Nahverkehr eine einigermaßen gute Kompensation da ist. Aber für Fernverkehrsnutzer ist es natürlich eine ziemliche Zumutung, in Vaihingen auf die S-Bahn und in Stuttgart von der S-Bahn unten im Bahnhof wieder auf den Fernverkehr umzusteigen. Das wird nicht sehr komfortabel sein. Da wird man auch viel Zeit verlieren. Im Nahverkehr hat man Alternativen. Da kann man in Vaihingen auf die Stadtbahn umsteigen, kann auf die S-Bahn umsteigen, und im Nahverkehr steigt man sowieso öfter um. Das ist da, denke ich, nicht so relevant.

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