Dr. Uwe Hellstern
Herr Präsident! Lieber Herr Bonath, in Norwegen haben wir ein Zementkraftwerk besichtigt, das mit CCS-Technologie gearbeitet hat. Daneben war ein Hafen, wo 5 000-t-Schiffstanker das verflüssigte CO abholen können. Trotzdem ist der Zement teurer als in anderen Zementwerken. Es hat aber leidlich funktioniert. Nur frage ich jetzt: Welchen Nordseehafen und welchen Ostseehafen haben wir denn in Baden-Württemberg, wo die 5 000-t-Tanker dann das verflüssigte CO abholen können? Das ist wieder der gleiche Stuss wie immer. Bei der Großelektrolyse in Norwegen habe ich die verbrauchten Elektrodenstacks gezählt, die im ersten Dreivierteljahr schon ausgefallen waren: drei von 20. Ich konnte hochrechnen: Selbst wenn es günstigstenfalls mit dieser Ausfallquote weitergeht, ist die Lebensdauer der Anlage halb so lang, wie ursprünglich vom Hersteller versprochen worden war. So sieht es aus. Das verdoppelt noch einmal die Kosten. Sie haben keine Ahnung von der Technologie, die Sie hier propagieren. Sie haben keine Ahnung von den Rohstoffen, (Unruhe – Glocke des Präsidenten) die man braucht, und vom Wartungsaufwand.
