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Rüdiger Tonojan

GRÜNE 02.07.2025 Sitzungen 17/126

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Eine größtmögliche Versorgungssicherheit im Energiesektor ist ein bedeutender Standortfaktor gerade in einem Industrieland wie Deutschland und speziell bei uns in Baden-Württemberg. Daher gilt es vor allem in einem Bereich, in dem wir von sehr langen Investitionszeiträumen reden, möglichst vorausschauend zu planen, was zugegebenermaßen im Energiebereich nicht einfach ist. Angefangen bei der Ölkrise in den Siebzigerjahren bis hin zum Krieg gegen die Ukraine durften wir immer wieder lernen, dass eine vermeintlich sichere Energieversorgung eine trügerische Sicherheit sein kann, vor allem dann, wenn wir uns auf nur wenige Energiequellen und auf endliche Ressourcen verlassen und wenn wir uns in eine zu große Abhängigkeit von einzelnen Staaten begeben. Ohne eine zuverlässige Energieversorgung aber kann und wird die Industrie weder produzieren noch investieren. Versorgungsengpässe können die Energiepreise auch für Bürgerinnen und Bürger schnell steigen lassen und im Extremfall sogar die öffentliche Ordnung gefährden. Die Energieversorgung der Zukunft muss daher nicht nur kostengünstig, klimaneutral und sauber, sondern auch breit aufgestellt und aus zuverlässigen Quellen sein. (Beifall bei den Grünen) Wir sind hier jedoch schon auf einem guten Weg. Der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet aktuell gut voran, und mit Wind, Wärme, Wasserkraft und Biomasse können wir schon jetzt einen erheblichen Teil unseres Energiebedarfs decken. So wurden im Jahr 2024 bereits 22 % des deutschen Bruttoenergieverbrauchs und 54 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Das ist ein großer Erfolg, und das zeigt, dass die Energiewende wirklich machbar ist. (Beifall bei den Grünen) Wir werden aber immer auch eine Kraftwerksreserve brauchen, um Engpässe bei Sonne und Wind zu überbrücken. Hierfür setzen wir auf H2-ready-Gaskraftwerke, die als Reserve schnell einspringen können. Damit Wasserstoff als Energieträger eine wichtige Rolle spielen kann, müssen wir rechtzeitig in die dafür nötige Infrastruktur investieren. Hierzu gehört der zügige Aufbau des europäischen Wasserstoffnetzes, damit wir mit unseren europäischen Partnerländern zuverlässige Lieferstrukturen aufbauen können. (Beifall bei den Grünen und des Abg. Raimund Ha- ser CDU) Wir brauchen Elektrolyseure in Deutschland und Europa, um Wasserstoff mit erneuerbaren Energien in ausreichendem Maß bereitstellen zu können, und schlussendlich brauchen wir auch in Baden-Württemberg mit Wasserstoff betriebene Kraftwerke, mit denen wir bei Bedarf in Form von Wasserstoff gespeicherten erneuerbaren Strom wieder ins Netz einspeisen kön- (Rüdiger Tonojan) nen. Hiermit bringen wir Klimaschutz und Versorgungssicherheit in Einklang und sorgen gleichzeitig auch für attraktive Standortbedingungen. (Beifall bei den Grünen und des Abg. Raimund Ha- ser CDU) Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, in der politischen Diskussion werden Konzepte wie Kernenergie gern auch als vermeintlich harmlose Small Modular Reactors dargestellt, oder auch der ewige Traum des Fusionsreaktors wird immer wieder aufgewärmt. Wir sagen klar dazu: Wir wollen keine Kapriolen. Stattdessen unterstützen wir den Aufbau eines Wasserstoffnetzes mit H2-ready-Gaskraftwerken, die es uns in Zukunft ermöglichen sollen, mit Wasserstoff als Speichermedium die Energiewende zuverlässig zu gestalten und das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Was die Kosten angeht: Wasserstoff wird nie ein billiger Energieträger sein, und auch andere fossile Energieträger werden im Preis steigen. Aber wenn wir in Zukunft grünen Wasserstoff aus überschüssigem erneuerbarem Strom selbst herstellen und damit das Stromnetz stabilisieren können, haben wir nicht nur einen großen Beitrag zur Versorgungssicherheit im Energiesektor, zur Klimaneutralität und für bezahlbare Energie geleistet, sondern insgesamt auch den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg gestärkt. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und des Abg. Raimund Ha- ser CDU)

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