Dr. Uwe Hellstern
Nein, ich habe wenig Zeit. Nein. – Jede Suche nach den schon oft versprochenen ausländischen Lieferanten endet spätestens bei der Frage nach dem Transport. Dieser Wasserstoff, der von den Finnen in Zukunft mit Atomstrom hergestellt werden wird – (Abg. Thomas Poreski GRÜNE: Finnland? – Lachen des Abg. Thomas Poreski GRÜNE) so haben sie es uns auf der Delegationsreise erzählt –, der ist dann eben noch lange nicht in Deutschland. Aber mit importiertem Wasserstoff aus dem AKW – das muss man sich schon periode – 126. Sitzung – Mittwoch, 2. Juli 2025 auf der Zunge zergehen lassen – wird unser Atomausstieg vollends zur Absurdität. (Beifall bei der AfD) Bei einer laufenden Elektrolyseanlage in Norwegen, wo der derzeit erzeugte Wasserstoff direkt in die Düngemittelproduktion geht, womit immerhin die Lagerfrage und einiges andere entfällt, musste ich feststellen, dass auch hier die Langzeitbetriebskosten noch nicht ganz bekannt sind. Da gab es nur Vorausberechnungen. Aber das, was ich an Informationen erhielt, lässt mich folgern, dass die tatsächlichen Kosten weitaus höher sein werden als die ursprünglich prognostizierten. Fakt ist, dass der Betreiber gesagt hat, der erzeugte Dünger sei momentan nur gegen Aufpreis an Ökobetriebe verkaufbar, weil er über den Marktpreisen der Konkurrenz liege, die mit einem normalen Verfahren arbeite. Nicht nur bei der Stahlherstellung von ArcelorMittal zerschellt so Ihr Wasserstofftraum an der Realität von Kosten und Wettbewerbsfähigkeit, auch auf den anderen Anwendungsgebieten. Aus dem Vortrag, den ein Mitarbeiter eines namhaften Herstellers von Gaskraftwerken bei unserer Fraktion gehalten hat, wurde auf die Frage nach der Lebensdauer (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Nennen Sie doch den Lobbyisten!) und dem Wartungsaufwand der H2-ready-Anlagen klar, dass es bisher keine Erfahrungswerte dafür gibt. Es gibt Schätzungen, aber es gibt keine Erfahrungswerte. (Glocke des Präsidenten)
