Rudolf Hoogvliet
Vielen Dank für die Frage. – Eine Rotation innerhalb der Periode ist sicherlich nicht vorgesehen. Da folge ich Ihrer Argumentation. Es braucht eine gewisse Zeit, sich einzuarbeiten, vielleicht ein, zwei Jahre. Dann ist man aber auch voll drin, und dann kann man sich natürlich entfalten. Wir haben im Rundfunkrat ein Gremium mit 57 Personen. Wir haben einen Verwaltungsrat, den man auch nicht außer Acht lassen sollte, den wir professionalisieren – wenn auch in gewisser Hinsicht verkleinert. Das sind hinreichend viele Personen und Organisationen, die diese notwendige Kontrolle für sich in Anspruch nehmen können und nehmen werden. Insofern habe ich überhaupt keine Angst davor, dass dieses leicht verkleinerte oder – ich sage mal so – jetzt in angemessener Größe aufgestellte Gremium seiner Kontrollfunktion nicht wird nachkommen können. Wir werden in der Poollösung immer wieder Friktionen haben. Das habe ich Ihnen gesagt, das werde ich auch nicht unter den Teppich kehren; selbstverständlich. Aber in dem Bemühen, dort möglichst vielen gesellschaftlich relevanten Verbänden und Organisationen einen potenziellen Platz zu geben, sind wir zu dieser Schlussfolgerung gekommen. Wir haben auch schon des Öfteren darüber diskutiert: im Ständigen Ausschuss, hier im Plenum, in Einzelgesprächen, auch mit Fraktionen. Ich denke, das ist eine akzeptable Lösung. Ich möchte noch eine Sache zu Herrn Weinmann sagen, zu den Wildcards: Es ist ein Versuch. Wir haben auch mit unserem Koalitionspartner trefflich darüber diskutiert. Wir machen das jetzt mal. Es müssen auch nicht nur Profis im Rundfunkrat (Staatssekretär Rudolf Hoogvliet) sitzen. Es ist ja die erklärte Überlegung, hier ein gesellschaftliches Abbild zu bekommen, und dazu gehören natürlich auch jüngere Menschen. (Zuruf des Abg. Anton Baron AfD) Wenn sie ein Interesse zeigen, in den Rundfunkrat zu gehen, unterstelle ich ihnen auch ein gewisses Maß an Interesse an Arbeit und Kontrolle sowie die Bereitschaft, sich einzuarbeiten. Aber wir werden – Herr Abg. Wolf hat das auch eingebracht und klargemacht – nach einer ersten Periode eine Evaluierung durchführen. Wir überlegen dann, ob sich das gelohnt hat oder nicht, und dann schauen wir weiter. Meine Damen und Herren, vielleicht noch eine Sache zu Herrn Abg. Weber, was die Zahl der Hörfunkprogramme im SWR angeht. Ja, wir reduzieren; das wird übrigens auch vom Reformstaatsvertrag vorgegeben. Wir haben das also sozusagen im SWR-Änderungsstaatsvertrag nachvollzogen, und wir haben – – (Abg. Jonas Weber SPD: Das finde ich auch richtig!) – Bitte? (Abg. Jonas Weber SPD: Ich finde das auch richtig!) Wir haben noch immer acht Hörfunkprogramme, potenziell acht Hörfunkprogramme für den SWR: sechs – vier plus zwei – linear und zwei online. Ich denke, damit kann man doch einiges abdecken von dem, was Hörer und Hörerinnen mitbekommen wollen. Insofern meine ich, dass das leistbar ist. Wir überlassen es auch dem SWR, diese Hörfunkprogramme selbst zu gestalten.
