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Klaus Hoher

FDP 22.05.2025 Sitzungen 17/124

Herr Präsident, meine Damen und Herren! Der Wolf ist zurück. Er war 150 Jahre verschwunden. Jetzt ist er in einem dicht besiedelten Baden-Württemberg wieder da. Die Welt hat sich verändert, als der Wolf weg war. Deshalb braucht es jetzt auch neue Antworten. Die Entscheidung auf EU-Ebene, den Schutzstatus des Wolfes von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabzusetzen, ist richtig. Sie ist überfällig gewesen, und sie ist ein wichtiges Signal für die Menschen, die im ländlichen Raum draußen arbeiten, und für die Tierhalter, die ihre Herden schützen wollen und oft keine Chancen haben. Die FDP/DVP-Fraktion hat diese Korrektur seit Jahren gefordert, weil wir sehen, was draußen los ist. Der Wolf ist zurück und er bringt Konflikte mit sich. Was heißt das konkret? Die geplante Änderung, den Wolf in den Anhang V der FFH-Richtlinie zu nehmen, gibt den Mitgliedsstaaten mehr Spielraum. Das ist keine Abschaffung des Schutzstatus, sondern einfach nur pragmatisches Denken. Was ändert sich? Das hängt von der Landesregierung ab. Der neue Handlungsspielraum muss auch genutzt werden. Lange Verfahren und absurde Hürden dürfen nicht länger den Schutz der Weidetiere behindern. Es darf nicht sein, dass ein Wolf zweimal einen Zaun überwinden muss, bevor überhaupt reagiert werden kann. So eine Bürokratie hat mit Praxistauglichkeit nichts zu tun. (Beifall bei der FDP/DVP) In Baden-Württemberg wurden nach dem letzten Monitoring 41 Weidetiere durch Wölfe getötet und elf verletzt – meist natürlich trotz Schutzmaßnahmen, und das ist nicht sehr schön. Im Austausch mit Schäfern, Landwirten und Kommunen wird klar: Es geht nicht so weiter. Es fehlen das Konzept und der politische Wille. Wir haben über 21 Millionen € für Herdenschutz ausgegeben. Auf den einzelnen Wolf umgelegt, also die drei Wölfe, die bis jetzt da waren, (Zuruf von den Grünen: Sechs!) würde das bedeuten, dass wir 7 Millionen € pro Wolf ausgegeben haben. Das ist dem Steuerzahler nicht mehr zu vermitteln. Trotz Herdenschutz stehen Tierhalter da und schauen zu, wie ihre Weidetiere gerissen werden. Was macht das grün geführte Umweltministerium? Es sagt: „Die Population ist noch klein; wir sehen keinen akuten Handlungsbedarf.“ Ich sage: Genau diese Haltung ist das Problem. Wir können nicht warten, bis es brennt. Wir brauchen jetzt auch auf Landesebene eine klare Linie. Deshalb fordern wir: Der Wolf muss in das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz iode – 124. Sitzung – Donnerstag, 22. Mai 2025 von Baden-Württemberg aufgenommen werden, die Jägerschaft muss einbezogen werden, da sie ihre Reviere kennt, beim Schadensersatz braucht es eine Beweislastumkehr, damit die Betroffenen nicht im Papierkrieg versinken, (Beifall bei der FDP/DVP) und wir wollen einmal wissen, wie viele Wölfe tatsächlich in Baden-Württemberg unterwegs sind, und keine Vermutungen oder Schätzzahlen mehr dazu haben. Meine Damen und Herren, das Thema Wolf ist mehr als eine Naturschutzfrage. Vielmehr ist es eine Vertrauensfrage; die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass der Staat handelt. Wir müssen das Gefühl der Ohnmacht bei den Menschen im ländlichen Raum ernst nehmen und etwas dagegen tun. Und das betrifft nicht nur den Wolf. Ob Kormoran, Biber oder Waschbär, (Zuruf des Abg. Anton Baron AfD) auch da braucht man einen praxistauglichen Artenschutz, und zwar einen mit Augenmaß, der beides im Blick hat: Natur und Mensch. Wer dieses Gleichgewicht nicht wahrt, gefährdet das Vertrauen in die Politik. Deshalb sage ich klar: Wir brauchen ein Wolfsmanagement, das Verantwortung übernimmt, und das jetzt. Vielen Dank, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FDP/DVP und des Abg. Anton Baron AfD – Vereinzelt Beifall bei der CDU – Abg. Anton Baron AfD: Sehr gut auf den Punkt gebracht!)

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