Sandra Boser
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Vorneweg: Von der Berufseinstiegsbegleitung im Land konnten gerade einmal 11 % der infrage kommenden Schulen profitieren; also nicht mal alle, die infrage gekommen wären, kamen in diesen Genuss. Weil Sie „bei der hohen Jugendarbeitslosigkeit“ sagten: Wir haben in Baden-Württemberg gemeinsam mit Bayern mit die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit. Wir sind da nicht überproportional, wir liegen weit unter dem deutschlandweiten Schnitt. – Das nur vorneweg. Was machen wir bei der Berufswahl? Denn die ist uns natürlich extrem wichtig. Sie wissen, dass wir gerade auch im Kontext der Bildungsreform das Thema Berufsorientierung nochmals auf ein neues Level gelegt haben. Wir haben in der aktuellen Bildungsreform fünf Innovationselemente mit drin. Dazu gehört eben auch die Berufsorientierung, um gerade die Schülerinnen und Schüler, die zusätzlichen Unterstützungsbedarf beim Übergang von der Schule zum Beruf haben, entsprechend zu unterstützen. Wir gehen da aber auch ein Stück voran, weil die Berufsorientierung ein Baustein davon ist. Wir bekommen auch immer wieder die Frage nach den Basiskompetenzen zurückgespie- (Staatssekretärin Sandra Boser) gelt, mit welchem Schulabschluss, mit welchen Voraussetzungen die Schülerinnen und Schüler die Schule verlassen. Deswegen ist für uns auch wichtig, dass wir die Stärkung der Basiskompetenzen, der Grundlagenfächer in dieser Bildungsreform noch mal ganz konkret unterstützen. Wie stärken wir nun die Berufsorientierung an den Schulen? Wir erweitern die Stundenzahl im Fach Wirtschaft, Berufsund Studienorientierung an den Gymnasien von drei auf vier Stunden und in der Sekundarstufe I von fünf auf sieben Stunden. Wir führen das Schülermentoring ein, das sicherlich auch eine gute Grundlage sein wird, um Schülerinnen und Schüler gerade im Übergang nochmals besonders zu unterstützen. Wir sind gerade in der Umsetzung der digitalen Verfahren wie BOaktiv und der berufswahlapp. Und wir haben eine neue Rahmenvereinbarung mit der Agentur für Arbeit getroffen, die das Tandem Schule – Beruf und die Angebote der Berufsberatung für inklusive Schülerinnen und Schüler verbessern soll. Wir haben darüber hinaus auch die Rolle der Agentur gestärkt, die die Schulen bei ihren BO-Konzepten in der Erarbeitung der Qualitätssicherung und in der Umsetzung vor Ort aktiv unterstützt. Darüber hinaus erproben wir gerade die Schülerdatenübermittlung zwischen den Schulen und der Bundesagentur, wodurch Lehrkräfte noch einmal die Möglichkeit bekommen, Schülerinnen und Schüler, die keine Anschlussperspektive haben, gezielt anzusprechen. Ich habe vorhin auf die niedrige Jugendarbeitslosenquote im Land hingewiesen. Wir wissen durchaus, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler nach dem Schulabschluss in eine Ausbildung oder ein Studium starten, sondern oftmals direkt in einen Beruf oder in eine Arbeit starten – meist eher in eine Arbeit als in einen Beruf. Dem wollen wir natürlich entgegenwirken, indem wir die Schülerinnen und Schüler nochmals direkt ansprechen, ihnen Angebote machen, was Ausbildung und Ähnliches betrifft. Aktuell wird Berufseinstiegsbegleitung noch an 33 Schulen im Land angeboten.
