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Jan-Peter Röderer

SPD 21.05.2025 Sitzungen 17/123

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen! Im Vorfeld der Debatte war ja schon klar, dass der Kollege Mettenleiter sehr eifrig – manchmal vielleicht ein bisschen zu eifrig – die Vorteile der erneuerbaren Energien herausstellt. Deswegen brauche ich darauf gar nicht mehr im Detail einzugehen. (Abg. Bernd Mettenleiter GRÜNE: Fragen Sie die Wirtschaft!) – Ich bin da Ihrer Meinung. Da brauchen wir nicht zu streiten. Ich sage nur, ich brauche nicht weiter darauf einzugehen, weil Sie die Vorteile ja schon dargestellt haben. Wir haben auch – gerade einen Monat ist es her – Anfang April inhaltlich über das Thema „Energiewende in Baden-Württemberg“ diskutiert. Sie haben Ihr Lob, das Frau Pfau-Weller gerade wieder der Landesregierung gegenüber gebracht hat, und Ihre Kritik gegenüber dem Koalitionspartner vorgebracht, und auch wir haben unsere Kritik deutlich geäußert. Deswegen brauchen wir eigentlich auch inhaltlich auf das Thema gar nicht mehr so im Detail einzugehen. Aber bei dem Titel der Debatte war, wenn man den gelesen hat, auch klar, dass die AfD wieder mal eine Chance wähnt, gegen Fortschritt, Vernunft und Wissenschaft zu poltern, (Lachen des Abg. Anton Baron AfD) und wieder mal dazu greift, einen Einzelfall aus der Presse hervorzuziehen und dann in bester „Bild“-Zeitungs-Manier zum Normalfall zu skandalisieren und damit ganz bewusst wieder Panik und Ängste schürt. (Beifall bei der SPD und der Abg. Dr. Natalie Pfau- Weller CDU) Deswegen will ich den Einzelfall noch einmal herausgreifen. (Zuruf) – Ja, in Niedersachsen hat ein Windrad der EnBW gebrannt. Man konnte es in der Höhe nicht löschen. So weit nichts Neues. Es brannte unter Beobachtung der Rettungskräfte ab. So (Jan-Peter Röderer) weit nichts Neues. Natürlich – auch das muss man ehrlich sagen; das gehört zur Wahrheit dazu – ist so etwas gefährlich für Mensch und Natur. Deswegen möchte ich an dieser Stelle sagen: Ich habe großen Respekt gegenüber allen, gegenüber den Feuerwehren, gegenüber den Blaulichtorganisationen, die sich solchen Gefahren stellen. Es ist ein wertvoller Dienst, der z. B. durch Windenergieanlagen auch nicht ungefährlicher wird. Deswegen ganz herzlichen Dank an dieser Stelle an die Rettungskräfte, die sich auch mit neuen Herausforderungen auseinandersetzen und sich dem Ganzen stellen. (Beifall bei der SPD und der Abg. Dr. Natalie Pfau- Weller CDU) Aber – auch das ist nichts Neues; das haben wir in Ihrer Debatte im November vergangenen Jahres, in der es um ein ähnliches Thema ging, schon diskutiert –: Das waren vier bis sechs Brandfälle jährlich bei mittlerweile über 30 000 Windrädern in Deutschland. Die Gefahr, dass Windenergieanlagen brennen, liegt im Promillebereich. Meine sehr verehrten Damen und Herren, lassen Sie mich das an dieser Stelle sagen: Wer Fortschritt will, muss eben auch neue Gefahren und neue Risiken in Kauf nehmen. (Abg. Anton Baron AfD: Wasserstoff!) Denken Sie zurück, Nutzung der Elektrizität: Was glauben Sie denn, was damals los war? Eisenbahn, Dampfmaschine und – jetzt halten Sie sich fest – Ihr Lieblingsthema, die Erfindung des Autos, des motorisierten Verkehrs, des Flugverkehrs: (Abg. Bernd Mettenleiter GRÜNE: Die AfD setzt aufs Pferd!) Was war denn damals los? Zum Glück hat es Sie damals noch nicht gegeben, sonst würden wir noch heute mit der Pferdekutsche herumfahren. Es ist doch so. (Beifall bei der SPD sowie Abgeordneten der Grünen und der CDU) Auch nichts Neues: Jährlich brennen in Deutschland 15 000 Fahrzeuge, 2024 gab es sieben Unfälle mit Hubschraubern – das ist mehr als die Windräder, die brennen, (Zuruf von der AfD: Die haben ja nicht mehr!) 1,5 % pro Jahr. Es brennen auch mehr Autofähren als Windenergieanlagen. Die Liste könnte man länger fortführen. Ich persönlich möchte trotzdem weiterhin Fortschritt. (Zuruf des Abg. Anton Baron AfD) Ich möchte keinen Stillstand aufgrund möglicher neuer Gefahren und Herausforderungen, die ein Fortschritt nun mal mit sich bringt. (Zuruf des Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD) Stattdessen ist es unsere Aufgabe, diese Gefahren zu erkennen, ernst zu nehmen und zu minimieren.

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