Dennis Birnstock
Nein. – Stattdessen wird hier ein Luftschloss auf Sand – ohne Fundament, aber mit viel Pathos – gebaut. Dabei wäre die Idee grundsätzlich nicht falsch. Vor allem, wenn wir zunehmend entsprechende ethische und moralische Maßstäbe an die austragenden Länder anlegen, müssen wir auch selbst bereit sein, solche Sportgroßveranstaltungen auszurichten. Olympische Spiele in Deutschland können auch ein großartiger Impuls für den Sport, die Infrastruktur und den gesellschaftlichen Zusammenhalt sein. Das sollte dann aber bitte richtig mit realistischen Planungen, mit frühzeitiger Einbindung aller Akteure, mit einem Konzept zur Nachnutzung von Sportstätten und mit einer Bewerbung erfolgen, die aus der Mitte des Sports und der Gesellschaft und nicht aus einer parteipolitischen PR-Abteilung kommt. (Beifall bei der FDP/DVP – Vereinzelt Beifall bei den Grünen, der CDU und der SPD) (Dennis Birnstock) Erst gestern hat der DOSB eine Pressemitteilung mit dem aktuellen Stand zur Deutschlandbewerbung herausgegeben. Wichtig dabei ist, noch einmal zu betonen, dass wir uns als Deutschland bewerben und deshalb an einem Strang ziehen sollten. Denn nur als Deutschland haben wir gemeinsam eine Chance, hier den Zuschlag zu bekommen, und nicht allein als Land Baden-Württemberg. (Beifall bei der FDP/DVP und des Abg. Manuel Hail- finger CDU – Vereinzelt Beifall bei den Grünen und der SPD) Was die AfD hier vorschlägt, wirkt eher wie eine politische Kurzschlussreaktion nach dem Motto „Hauptsache groß denken; Details überlassen wir anderen“. Eine seriöse Sportpolitik sieht anders aus. (Beifall bei der FDP/DVP und Abgeordneten der CDU – Vereinzelt Beifall bei den Grünen und der SPD – Abg. Daniel Lindenschmid AfD meldet sich.) Wer das Thema Olympische Spiele wirklich ernst nimmt, holt nicht nach zwei Jahren einen verstaubten Antrag aus der Schublade, sondern er arbeitet mit dem Sport, mit den Städten und mit dem DOSB und nicht gegen sie oder neben ihnen. (Beifall bei der FDP/DVP – Vereinzelt Beifall bei den Grünen)
