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Petra Häffner

GRÜNE 10.04.2025 Sitzungen 17/121

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Olympische Spiele in Baden-Württemberg – unwahrscheinlich. Wir werden keine Konkurrenz für Deutschland sein. Aber: Olympische Spiele in Deutschland, das ist möglich und wird konkret geplant. Vier Regionen – Berlin, Hamburg, München und Rhein-Ruhr – sind im Rennen. Die Entscheidung fällt bis zum Herbst 2026 in einem klaren, dreistufigen Verfahren. Auch Baden-Württemberg kann davon profitieren: als Sportland und Heimat vieler Athletinnen und Athleten. Olympische Spiele, das ist mehr als Sport, mehr als Medaillen, mehr als Wettkampf. Olympia ist ein weltweites Symbol riode – 121. Sitzung – Donnerstag, 10. April 2025 für Frieden, Fairness und Verständigung, ein Moment, in dem die Welt für einen Augenblick innehält und sich an das erinnert, was uns verbindet. Wenn wir heute über eine mögliche Bewerbung sprechen, sprechen wir über eine Idee, die beflügelt – den Sport, die Gesellschaft und unsere Demokratie. Olympia steht für Höchstleistung und für Menschlichkeit, für Bewegung und Begegnung. Deshalb sagen wir Grünen: Ja, wir stehen einer Bewerbung grundsätzlich offen gegenüber, jedoch nicht bedingungslos. Denn Olympia ist kein Event, Olympia ist ein Versprechen, ein Versprechen an unsere Athletinnen und unsere Athleten für faire Wettbewerbe, gut vorbereitete Sportstätten und echte Anerkennung – nicht nur im Scheinwerferlicht, sondern dauerhaft, ja langlebig. Sportlerinnen und Sportler verdienen Bedingungen, die Spitzenleistungen ermöglichen, und eine Perspektive für ihre berufliche und persönliche Zukunft über den Sport hinaus. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Manuel Hail- finger CDU und Klaus Ranger SPD) Es ist ein Versprechen an unsere Gesellschaft. Olympia soll verbinden, es soll Räume schaffen für Orte der Begegnung und Teilhabe. Die Investitionen müssen allen zugutekommen – nachhaltig und gerecht. Es ist ein Versprechen an unsere Zukunft. Olympia muss sich weiterentwickeln – weg vom Gigantismus, hin zur Nachhaltigkeit. Es muss Werte vermitteln, die wir gerade jetzt brauchen: Fairness, Verantwortung, Zusammenhalt. Genau deshalb müssen wir uns sehr genau überlegen, was wir da eigentlich versprechen, wenn wir über Olympische und Paralympische Spiele in Baden-Württemberg sprechen. Die Vision ist reizvoll: Die ganze Welt zu Gast bei uns, emotionale Bilder, sportliche Höchstleistungen. Wir wissen auch: Eine Olympiabewerbung ist kein Sprint, sie ist ein Marathon. Dieser Weg braucht Haltung und Verantwortung. Ein Ja zu Olympia ist für uns nur denkbar, wenn es an klare Bedingungen geknüpft ist. Erstens: Spiele für die Menschen. Olympia darf kein Projekt von oben sein. Es braucht Beteiligung – früh, ehrlich und verbindlich. Mit den Bürgerforen hat Baden-Württemberg gezeigt, wie erfolgreiche Beteiligung gelingt. Warum also nicht auch ein Format Olympia, in dem alle Beteiligten zu Wort kommen: Landkreise, Kommunen, Sportvereine, Verbände, Fans und vor allem die Bürgerinnen und Bürger? Nur wer mitreden kann, wird mittragen, und was getragen wird, kann gelingen. Zweitens: ökologisch und wirtschaftlich verantwortbar. Eine Bewerbung muss auf Nachhaltigkeit gebaut sein, nicht auf Beton: keine Stadien ohne Nachnutzung, keine kurzfristigen Großprojekte, Sanieren statt Bauen, Energie sparen statt verschwenden, Mobilitätskonzepte klimafreundlich, vernetzt und zukunftsfähig gestalten. Was wir olympisch bewegen, soll danach noch Menschen bewegen, und zwar jeden Tag. Das heißt, Olympia darf kein Fass ohne Boden sein. Was investiert wird, muss sinnvoll und transparent sein, mit echtem Mehrwert für Land und Leute. (Petra Häffner) (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Manuel Hail- finger, Christian Gehring CDU und Klaus Ranger SPD) Drittens: historisch wach und politisch bewusst. Sport ist nie unpolitisch. Er wird gern instrumentalisiert: zur Selbstdarstellung, zur Ausgrenzung, zur Machtdemonstration. Ich erinnere an die Olympischen Spiele 1936 in Berlin.

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