Sandra Boser
Ich hoffe, dass ich die Anfrage von Ihnen, die ich wirklich richtig und wichtig finde, auch in Ihrem Sinn beantworte, weil – das will ich vorwegnehmen – der Bereich IT einen extrem großen Bereich darstellt. Wir haben schon in den vergangenen vier Jahren durch Fortbildungsverstärkungsmittel ein Programm aufgelegt, mit dem wir gezielt nochmals in IT-Fortbildungen investiert haben. Den Bereich Digitalisierung oder KI kann ich nachher noch mal genauer definieren, wo wir über 230 000 Lehrkräfte im Bereich Digitalisierung erreicht haben. Diese Fortbildungen sind aber sehr unterschiedlich. Es gibt fachspezifische Fortbildungen. Ich kann Ihnen den Threema-Kanal vom ZSL empfehlen, wo die Fortbildungen aufgeführt sind, beispielsweise von KI im Chemieunterricht bis hin zu „Wie nutze ich Lernmanagementsysteme?“, also sehr schulartübergreifende Fortbildungen. Das ist ein sehr breites Feld, was wir im Bereich der Bildung in der digitalen Welt zur Verfügung stellen. 3D-Fortbildungen gibt es genauso wie KI, Einsatz von Tablets, Qualifikation für Lehrkräfte mit besonderen Aufgaben, also Netzwerkbetreuerinnen und Netzwerkbetreuer oder Multimedia-Fortbildende. Unsere Fortbildungen orientieren sich an DigCompEdu BW, also an einem Kompass, den wir aus dem DigCompEdu der Europäischen Union abgeleitet haben, den es gibt, um den Rahmen für digitale Kompetenzen von Lehrkräften zu schaffen. Die fachspezifischen Fortbildungen der verschiedenen Schularten werden in der Regel von Fachberaterinnen und Fachberatern verantwortet – ich werde sie in der Folge FBU nennen –, die Sie ja sicherlich auch noch aus Ihrer aktiven Zeit in der Schule kennen und die ein wichtiger Bestandteil sind. Die FBU haben im Grunde ein Informatikstudium absolviert und auch in diesem Bereich unterrichtet. Alle FBU nehmen am Anfang in den ersten zwei Jahren an vier einführenden Seminarmodulen mit einem Umfang von insgesamt zehn Tagen teil. Dabei gibt es Themenschwerpunkte (Staatssekretärin Sandra Boser) beispielsweise in den Bereichen „Planen und Leiten von Fortbildungen und Sitzungen“, Erwachsenenlernen oder „Gruppen führen und leiten“. Ergänzt werden diese Basismodule durch berufsbegleitende interne Qualifizierungsgänge des ZSL, oftmals auch unter Einbeziehung der Wissenschaft. Insbesondere im Bereich der beruflichen Schulen werden die verantwortlichen FBU von Lehrkräften unterstützt, die ebenfalls oftmals über ein Informatikstudium verfügen oder ihre fachliche Kompetenz auf andere Weise nachgewiesen haben. Auch Ausbilderinnen und Ausbilder der Seminare für Ausund Fortbildung unterstützen die fachlichen Fortbildungstätigkeiten. Im Bereich „Bildung der digitalen Welt“ gibt es keine besonderen Voraussetzungen bezüglich Schulart oder -fach. Für die Fortbildenden werden neben den verpflichtenden internen Qualifizierungslehrgängen auch weitere Fortbildungen angeboten, aktuell beispielsweise schwerpunktmäßig im Bereich KI. Ein besonderes Qualifizierungsangebot, auf das ich immer sehr gern hinweise, ist für die Lehrkräfte das Kontaktstudium Informatik, ehemals Kontaktstudium IMP, das das ZSL in Kooperation mit der Uni Konstanz anbietet. Es feiert dieses Jahr auch Jubiläum. Dort können Lehrkräfte berufsbegleitend eine Qualifikation für das Fach Informatik erwerben, auch dann, wenn sie das Fach nicht originär studiert haben. Diese Lehrkräfte werden für uns natürlich auch in Zukunft extrem wichtig sein, gerade wenn es um die Umsetzung von Informatik und Medienbildung als neues Fach geht. Die Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen des Kontaktstudiums werden von Lehrenden oder von Professorinnen und Professoren der Universität Konstanz durchgeführt. Das Angebot wird aktuell von derzeit 200 Plätzen auf 400 Plätze ausgeweitet. Um auf Ihre zweite Frage zu antworten: Aktuell hat das ZSL hinreichend FBU und weitere Fortbildende in allen Schularten, um das geplante Fortbildungsangebot durchführen zu können. Vielleicht noch ein paar Zahlen: Geplant sind für dieses Jahr im Bereich Digitalisierung 1 660 Fortbildungsangebote. Es haben aber bereits 1 866 Fortbildungsangebote für das Schuljahr – ich muss es auf das Schuljahr beziehen – 2024/2025 stattgefunden, da sind wir also über Plan. Und im Bereich KI sollen 185 Fortbildungen stattfinden; da sind wir derzeit bei 120 Fortbildungen. Wir haben aktuell – das Schuljahr läuft ja noch – über beide Bereiche hinweg etwa 20 000 Lehrkräfte erreicht. Im Vergleich: 2023/2024 lagen wir bei etwa 30 000 Personen, die an den Fortbildungen teilgenommen haben. Ergänzend möchte ich noch darauf hinweisen, dass wir uns jetzt gerade auch mit der Einrichtung des KI-Zentrums in Heilbronn das Thema Fortbildung noch mal konkret anschauen werden: Was bieten wir schon? Was braucht es in der Zukunft, um die Kolleginnen und Kollegen in diesem Bereich wirklich maßgeschneidert fortbilden zu können?
