Muhterem Aras
Frau Ministerin, bitte. Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Theresa Schopper: Herr Schweickert, der Punkt ist, dass, wie wir heute voraussichtlich noch beschließen, für die Grundschulempfehlung auf Gymnasialniveau ein Notenschnitt von insgesamt 2,5 erforderlich sein wird. Wir haben auch im Übergangsverfahren noch mal geregelt, dass bei keinem der zur Berechnung dieses Notendurchschnitts herangezogenen Fächer die Leistung schlechter als Note „Vier“ sein darf. Eine Eins in Deutsch und eine Vier in Mathe würde also nicht ausreichen. Vielmehr braucht man eine Zwei und eine Drei, egal, welche dieser Noten in welchem dieser Fächer. Das ist die Anforderung, was die Noten betrifft. Sie wissen sehr wohl, dass die pädagogische Gesamtwürdigung der Lehrkraft ebenfalls einzubeziehen ist. Die Lehrkraft bewertet: Ist vom Arbeitsverhalten, von der Aufmerksamkeit des Kindes etc. eine gymnasiale Empfehlung auszusprechen? Die Noten sind nicht allein ausschlaggebend. Für den Test ist natürlich schon das arithmetische Mittel als Kriterium für den Zugang der Kinder zum Gymnasium geregelt. Wir schauen es uns aber hinsichtlich der von Ihnen genannten Punkte noch an und prüfen z. B., ob dieser Test zu schwer war, ob es zu viele Aufgaben waren. Ich denke, man muss auch berücksichtigen – das ist mir immer wichtig –: Kinder stehen in einer solchen Situation ja auch unter Stress. Das wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Man könnte meinen, an dieser Stelle gehe es um die Wurst und es werde schon darüber entschieden, ob das Kind später Aussicht auf eine Hochschulprofessur hat oder „nur“ Hausmeister wird. Das ist, meine ich, ein Punkt, von dem wir insgesamt ein Stück weit abrücken müssen, weil unser Bildungssystem in Baden-Württemberg so eine Durchlässigkeit hat, dass man in jedem Fall, an jeder Stelle immer noch einen Anschluss für einen Abschluss schafft. Das ist auch mir total wichtig. Das ist die Erklärung, warum wir das arithmetische Mittel auch im Kompass-4-Test angelegt haben. Mir ist aber auch wichtig – ich habe es vorhin schon erwähnt –: Insgesamt ist Kompass 4 eine zusätzliche Möglichkeit. Es gibt Ausnahmen, die wir jetzt schon zurückgespiegelt bekommen haben, bei denen manche Kinder den Kompass-4-Test gut erledigt haben, aber von der Lehrkraft keine entsprechende pädagogische Einschätzung für den Besuch des Gymnasiums bekommen. Das war von unserer Seite immer auch als zusätzliche Komponente mit am Start. (Ministerin Theresa Schopper) Der Kompass-4-Test wurde ja schon im letzten Jahr an 1 300 Grundschulen freiwillig absolviert. Das hatte zum Hintergrund, zu schauen: (Ein Handy klingelt.) Wie sind sozusagen die Lernstände am Anfang der vierten Klasse? Sechs Wochen sind – – (Das Handy klingelt erneut.)
