Muhterem Aras
Für die Landesregierung erteile ich das Wort Frau Ministerin Schopper. Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Theresa Schopper: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Abg. Hörner, Kompass 4 war tatsächlich in den letzten Wochen das Thema innerhalb der Schulreform, über die wir später, in einem weiteren Tagesordnungspunkt sprechen. Natürlich ist die Grundschulempfehlung vom Grundsatz her – das merken wir auch in der Debatte – immer sehr umstritten. Die einen sagen, die Grundschulempfehlung solle nur der Elternwille sein, die andere Seite sagt, die Grundschulempfehlung müsse sehr verbindlich sein. Das merkt man offenkundig auch an den Änderungsanträgen zum Schulgesetz, die genau das widerspiegeln. Ich glaube, die Debatte um Kompass 4 hat auch viel mit der Grundschulempfehlung zu tun. Im Land sind 100 000 Schülerinnen und Schüler derzeit in der vierten Klasse. Die anerkannten Privatschulen konnten Kompass 4 schreiben, mussten ihn aber nicht schreiben. Die Durchführung wird erst im nächsten Jahr verbindlich, weil wir dazu eine gesetzliche Grundlage brauchen. Wir haben ihn an 1 300 Schulen getestet. Das ist alles korrekt, was Sie gesagt haben. Wir waren von den ersten Ergebnissen, vor allem in Mathematik, überrascht, weil diese, meine ich, nicht den Wissensstand widerspiegeln. Der Test, den wir an den Schulen hatten, war zuvor getestet worden. Es ist so, dass wir in diesem Test das zugrunde gelegt haben, was im Bildungsplan hinterlegt ist bezüglich dessen, was die Kinder zu diesem Zeitpunkt können müssten. Wir werden das evaluieren; es liegen aber noch nicht alle Ergebnisse vor. Wir haben gesagt: Wir evaluieren landesweit, um aus den Ergebnissen abzuleiten, woran es gelegen haben könnte. Waren es zu viele Aufgaben? Waren die Aufgaben sprachlich zu kompliziert? Das ist sozusagen das, was wir im Nachgang machen. Sie wissen auch, dass wir an Kompass 4 festhalten, dass wir im Schulgesetz – wie gesagt, die Debatte hierzu folgt heute noch – weiterhin die Möglichkeit vorsehen, Kompass 4 als zusätzliche Komponente für die Grundschulempfehlung für das Gymnasium mit einzubeziehen. Das ist weiterhin Stand der Dinge. Davon werden wir auch weder im heutigen Abstimmungsverfahren noch in der Zukunft abweichen. Daher: Der Diskrepanz, die wir sehen, werden wir auf den Grund gehen. Ich kann Ihnen das heute noch nicht im Detail sagen. Darüber, was wir von der Evaluation erfahren, was uns ode – 114. Sitzung – Mittwoch, 29. Januar 2025 auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu sagen, werden wir aber sicher zu gegebener Zeit im Bildungsausschuss sprechen. Das werden wir dann noch mal besprechen, und wir werden sicherlich unsere Lehren für das darauffolgende Schuljahr – sprich im November dieses Jahres, wenn die entsprechenden Komponenten und die Grundschulempfehlung wieder stattfinden – gezogen haben.
