Hans-Peter Hörner
Vielen Dank. – Herr Minister, Sie haben es gerade selbst erwähnt: Es sind nicht nur Unternehmen betroffen, sondern es kommen auch immer mehr Privatleute in das Netz von diesen schlimmen Menschen, die anderen so etwas antun. Ich habe vor Kurzem ein Gespräch mit einem Bankangestellten und einem Privatmann geführt, in dem es um einen Angriff auf ein Privatkonto ging. So etwas ist schwierig für die betroffenen Menschen. Das war kein alter Mensch, sondern ein junger Mensch. Wenn einmal das Geld abgebucht worden ist und irgendwo in Rio de Janeiro liegt, dann kann daraus letztlich sogar eine Privatinsolvenz folgen. (Hans-Peter Hörner) Deswegen frage ich: Welche Präventionsmöglichkeiten sehen Sie eigentlich außer der Beratung und der Aktivität von Familienangehörigen, um solchen Menschen zu helfen, bevor sie über unerwünschte Kontenzugriffe, die das Konto leeren oder gar – noch schlimmer – ins Minus bringen, geschädigt werden? Danke. Minister des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Thomas Strobl: Herr Abgeordneter, selbstverständlich gibt es leider solche Angriffe. Jetzt müsste man wirklich den konkreten Fall betrachten. Nicht jeder dieser von Ihnen jetzt mal nur grob geschilderten Angriffe muss zu einer Privatinsolvenz des Kunden führen; denn auch die Banken haben Verpflichtungen, und das Geld ist in einem solchen Fall für den Kunden nicht zwingend weg. Vielmehr sind auch Fallkonstellationen denkbar, in denen das Kreditunternehmen für den Schaden aufkommen muss. Das kann ich jetzt im Einzelnen nicht beantworten, weil ich den konkreten Fall nicht kenne. Was man aber allgemein sagen muss – das gilt für Unternehmen wie für Privatleute –: Es wird heute natürlich sehr viel Bankverkehr über das Netz, also digital gemacht, und hier ist einfach Vorsicht geboten. Also noch einmal – ich habe es schon oft gesagt, aber man kann es nicht oft genug sagen –: Das Passwort „01234567“ ist kein sicheres Passwort, (Zuruf: Sehr sicher! – Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen und der SPD) sondern ein offenes Scheunentor. Die Kreditkarten-PIN-Nummer in den Geldbeutel zu legen oder gar auf die Kreditkarte zu schreiben, ist natürlich in grobem Maß fahrlässig und öffnet Tür und Tor für Kriminalität und, und, und. Wenn Sie Mails und andere Nachrichten bekommen, bei denen Sie den leisesten Verdacht haben, ist Vorsicht angesagt. Es ist trivial, Ihnen eine SMS unter einem Ihnen sehr gut bekannten Kontakt zu schicken, und deswegen ist es einfach wichtig, mit einer gewissen Wachsamkeit – auch als Privatperson! – an die Dinge heranzugehen. Die Bedrohungen im Netz sind groß, und je mehr wir digitalisieren – egal, ob im Geschäftsleben oder im Privatleben –, umso größer sind die Gefahren und umso wichtiger ist es, dass man einfach selbst alles dafür tut, um sich bestmöglich zu schützen.
