Sandra Boser
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ein wunderschönes Thema, über das wir heute Morgen noch beraten können. Vielen Dank an die sportpolitischen Sprecher für ihre Begeisterung für den Sport. Ein Bild, das gezeichnet wurde – es sei um den Sport in Baden-Württemberg schlecht bestellt –, kann ich teilweise nicht ganz nachvollziehen. Aber darauf komme ich im Laufe meiner Rede noch zurück. Denn für uns sind Sport und Bewegung auch und vor allem in der Schule ganz essenzielle Bestandteile, weil dort Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche stattfindet, egal, welcher Herkunft sie sind, egal, welchen Background sie haben, egal, ob sie in Vereinen aktiv sind oder nicht. Wir haben von Herrn Hailfinger gehört: 37 % sind im Sport engagiert, aber 63 % eben nicht. Das heißt, wir haben schon noch ein Potenzial von Menschen, auch wenn wir – – Und ich will an dieser Stelle betonen, weil es noch nicht gesagt wurde: Die Sportvereine haben in diesem Jahr einen Mitgliederrekord erzielt, den es in Baden-Württemberg bisher nicht gab. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU sowie der Abg. Katrin Steinhülb-Joos SPD) Aber um dieses Potenzial zu heben, dass wir noch mehr junge Menschen für den Sport, für sportliche Aktivitäten begeistern, ist die Schule ein zentraler Punkt. Wir sehen ja auch, ode – 108. Sitzung – Donnerstag, 7. November 2024 wenn wir beispielsweise schauen, wer Sport im Leistungskurs wählt oder wer noch zusätzliche Aktivitäten in der Schule wählt, dass Schülerinnen und Schüler begeistert sind, was das Fach Sport angeht. Da bleibt der Sport immer ganz vorn mit dabei. Wir können – das ist uns wirklich extrem wichtig – über den Schulsport auch junge Menschen an den Sport heranführen, die diesen Zugang bisher noch nicht hatten. Wir verfügen da auch über eine Nachwuchsschmiede. Kollege Hailfinger, Kollege Birnstock und die Kollegin Häffner waren bei dem Empfang der Olympioniken aus Baden-Württemberg dabei. Diese haben uns nochmals mitgegeben, welch großartige Voraussetzungen sie in Baden-Württemberg vorgefunden haben, um letztlich Leistungssportler zu sein, um an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Viele starten ganz, ganz klein, bei ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainern in kleinen Vereinen, um letztlich eine solche Leistung wie bei den Olympischen Spielen abzuliefern. Auch Schule kann ein Ort sein, wo solche Nachwuchstalente gefunden werden. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Ich will in diesem Zusammenhang beispielhaft nur noch eine Zahl nennen. Wir haben etwa 11 500 Schulteams, die bei „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ teilnehmen. Das sind ca. 115 000 Schülerinnen und Schüler. Damit ist klar, dass Schule, Sport und Bewegung einen hohen Stellenwert haben. Hier wurde das Thema Sportunterricht kritisch angesprochen. Wir haben in Baden-Württemberg im Bildungsplan den Sportunterricht in allen Klassenstufen fest verankert. Das ist nicht in allen Bundesländern üblich. Und dass ausgerechnet Sie von der FDP/DVP, muss ich jetzt sagen – tut mir leid, Herr Birnstock –, als Speerspitze der Initiatoren des Volksantrags, die ohne zusätzliche Stunden einfach nur eine Umstellung von G 8 auf G 9 wollten, die Stundenzahl im G 9 hier ansprechen, halte ich schon für ein starkes Stück. Wir haben sehr genau überlegt: Wo können wir zusätzliche Stunden in G 9 platzieren? Das machen wir im MINT-Bereich, das machen wir bei den Basiskompetenzen. Wir wollen aber auch, dass sich für Schülerinnen und Schüler letztlich eine Entlastung ergibt, damit sie nicht weiterhin 37-Stunden-Wochen haben. (Abg. Rüdiger Klos AfD: Das haben wir auch über- lebt!) Und dann muss man Entscheidungen treffen. Wir haben sie getroffen, indem wir sagen: Wir können die Poolstunden für Musik oder für Sport (Zuruf: „Oder“!) nochmals zusätzlich einsetzen. Wenn wir auf alles gehört hätten, was kritisch rückgemeldet wurde, hätten wir noch eine Stunde in Religion, eine Stunde in Musik und eine Stunde in Sport hinzufügen können. Dann hätten wir nicht das erreicht, was auch das Ziel des Volksantrags gewesen war. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU – Abg. Nadyne Saint-Cast GRÜNE: Absolut! – Abg. Dennis Birnstock FDP/DVP meldet sich.) (Staatssekretärin Sandra Boser) Wir haben natürlich die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler in Bewegung zu bringen, und das geht über den Sportunterricht hinaus. Beispielsweise werden alle Grundschulleitungen im Rahmen einer Einführungsqualifizierung jedes Schuljahr in einer verpflichtenden Veranstaltung für die Bedeutung von Sport und Bewegung sensibilisiert. Wir bringen dort auch die positiven Effekte von Sport und Bewegung in die Schulen. Es wurde beispielsweise auch schon das Programm MOVERS genannt. Wir haben aber auch noch das Programm „Schule BeWegt.“, mit dem wir Lehrkräften zusätzliche Hinweise und Tipps geben, wie sie Bewegung in die Schule bringen können, beispielsweise im Sportunterricht, auf dem Schulweg, in den Pausen – das hat Frau Kollegin Steinhülb-Joos schon gesagt –, im Fachunterricht oder in außerschulischen Angeboten. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU – Glocke des Präsidenten)
