landtag-bw.de ↗

Katrin Steinhülb-Joos

SPD 07.11.2024 Sitzungen 17/108

Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren! Wir alle wissen, warum Sportunterricht in den Schulen so wichtig ist: Er ermöglicht vielfältige Sport-, Spiel- und Bewegungserfahrungen, individuell oder sozial, und das unabhängig von der Herkunft. (Beifall bei der SPD sowie Abgeordneten der Grünen und der CDU) Sportunterricht vermittelt Handlungskompetenz, Methodenkompetenz, Wahrnehmungskompetenz, sorgt für Prävention und Gesundheit und vermittelt natürlich ganz, ganz wichtige Werte wie Durchhaltevermögen, Fairness und auch Zusammenhalt. Eine ganz wichtige Funktion ist der Ausgleich zum Unterricht. Es geht darum, Stress abbauen zu können, und im besten Fall vermittelt der Sportunterricht in der Schule ein lebenslanges Sportinteresse. Daher möchte ich den Kolleginnen und Kollegen der grünen Fraktion für den Antrag danken, zum einen, weil er das wichtige Thema Sport heute auf die Tagesordnung gebracht hat, zum anderen aber auch, weil die Stellungnahme des Kultusministeriums zum Antrag der Grünen gezeigt hat, dass hier noch enormer Aufholbedarf und Nachbesserungsbedarf besteht und dass die aktuelle Sportpolitik der grün-schwarzen Regierung nicht in dieser – ich möchte schon so sagen – wenig ambitionierten Sportpolitik (Abg. Andreas Schwarz GRÜNE: Was?) verweilen darf. Vielmehr gilt es hier, künftig Chancen zu nutzen. (Beifall bei der SPD) (Katrin Steinhülb-Joos) Der vorliegende Antrag stellt ganz wichtige Fragen. Die Antworten, die das KM darauf gibt, enthalten aber keine wirklich konkreten Aussagen, Zusagen oder Ideen. Die Abgeordneten der Grünen scheinen sich damit zufriedenzugeben, wir tun das nicht. Ich kann gern einige Beispiele nennen, warum wir nicht zufrieden sind. Beispiel: Auf die Frage nach der Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung im Schulsport erhalten Sie ernsthaft die Antwort – ich zitiere –: So stellt der Bildungsplan der Grundschule einen Zusammenhang her, indem die Schülerinnen und Schüler an Grundschulen Sport zu allen Jahreszeiten und bei jeder Witterung treiben, dabei ihre natürliche Umwelt besser kennen lernen und achtsam mit ihr umgehen sollen. Okay, erstens haben wir sicherlich nichts dagegen, wenn Sport im Freien stattfindet; ganz im Gegenteil. Das kann auch in den Wintermonaten geschehen. Fakt ist: Er findet hauptsächlich in den Turnhallen, den Sporthallen statt. Daher ist mir der Zusammenhang hier schon schleierhaft. Wo bleibt hier aber der Ansatz zur Verbraucherbildung, zur gesunden Ernährung, zur Ressourcenschonung, zu der Auseinandersetzung mit der Beschaffenheit von Sportkleidung – Stichwort Ewigkeitsmaterialien –, zum umweltbewussten Verhalten, zum fächerübergreifenden Ansatz? Es geht hier doch darum, die entsprechenden Strukturen zu schaffen, damit sich Schülerinnen und Schüler verständigen, Gestaltungsprozesse miteinander auslösen mit dem Ziel, bisherige Lebensweisen zu überdenken und gegebenenfalls sogar zu verändern. (Beifall bei der SPD) Zweitens: Mit der Stellungnahme zu diesem Antrag wurde durchaus ein wichtiger Punkt aufgeworfen: Zahlreiche Sporthallen, Sportstätten und Schwimmhallen im Land sind sanierungsbedürftig. Nachhaltig wäre es, wenn das Land mit Blick auf die Bewegungs- und Schwimmfähigkeit der Kinder und Jugendlichen für solche Umbaumaßnahmen endlich mehr Förderung bereitstellte. Stattdessen nehmen Sie hin, dass Jahr für Jahr immer mehr Schülerinnen und Schüler nicht schwimmen lernen. Um es in Fakten zu packen: 20 % der Grundschülerinnen und Grundschüler können am Ende der Klasse 4 nicht schwimmen. (Abg. Petra Häffner GRÜNE: Es ist auch die Verant- wortung der Lehrer, da etwas zu tun in den Kommu- nen! – Gegenruf des Abg. Daniel Born SPD: Aber ohne Schwimmbecken lernt man gar kein Schwimmen! Ohne Schwimmbecken kein Schwimmenlernen! –

Alle Reden von Katrin Steinhülb-Joos Protokoll ↗