Manuel Hailfinger
Lieber Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Gestern fand die Anhörung zum Landessportplan hier im Landtag von Baden-Württemberg statt. Zu Gast war der Landessportverband mit seinen Repräsentanten. Es war toll, was wir dort hören durften. Ich will die Botschaft gleich einfach dem ganzen Parlament mitgeben. Ich zitiere aus dieser Sitzung: „Baden-Württemberg ist das sportlichste Bundesland.“ (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen – Abg. Anton Baron AfD: Wow!) e – 108. Sitzung – Donnerstag, 7. November 2024 Zu dieser Einschätzung kommt der Deutsche Olympische Sportbund, (Zuruf des Abg. Anton Baron AfD) und zwar im Zusammenhang mit den Organisationszahlen. Das heißt, in keinem anderen Bundesland in Deutschland sind so viele Menschen im organisierten Sport unterwegs. Bei uns im Land sind es 37 % der Menschen. Wenn man die Zahlen anschaut – ich habe sie in diesem Jahr hier im Parlament schon einmal vortragen dürfen –, sieht man, dass wir ein absolutes Rekordniveau erreicht haben, ein absolutes Rekordniveau nicht nur bei den Älteren, sondern insbesondere bei den Null- bis Sechsjährigen. Nie zuvor waren so viele Null- bis Sechsjährige in Baden-Württemberg Mitglied in einem Sportverein. (Beifall bei der CDU) Das alles hat natürlich Gründe; deswegen hat mich das auch gefreut. Bevor ich auf die Gründe eingehe, will ich es noch einmal hervorheben. Herr Kollege Birnstock von der FDP/ DVP, aber auch Herr Kollege Ranger von der SPD haben es bereits hervorgehoben; die Opposition hat gesagt: „Unser Solidarpakt Sport“ – auf den ich gleich noch einmal eingehe – „ist ein Erfolgsmodell“. Vielen lieben Dank für dieses Anerkenntnis. (Beifall bei der CDU – Abg. Anton Baron AfD: Mä- ßiger Applaus!) Der Landtag von Baden-Württemberg unterstützt den organisierten Sport in einer bundesweit einzigartigen Größenordnung seit dem Jahr 2007. Das ist natürlich der Grund dafür, warum das letzten Endes alles so gut funktioniert. Zusätzlich haben wir in den vergangenen Jahren geschaut, wo es beim Sportstättenbau einen Sanierungsstau gibt. Den konnten wir schon in den Jahren 2022 und 2023 komplett beseitigen. Gestern wurde uns auch noch einmal gesagt: Sportstätten sind die Grundlage von allem. Deswegen ist das für uns, für die Fraktionen, die diese Landesregierung tragen, und für die Landesregierung ein wirklich herausragender Erfolg. Vielen Dank für die tolle Unterstützung. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) Es zeigt sich, dass wir über viele Jahre vieles richtig gut gemacht haben. Sie alle wissen, dass die Zahl der Medaillen für Deutschland nicht so toll war, für Baden-Württemberg aber schon. Wir waren bei den Olympischen Spielen und bei den Paralympischen Spielen in Paris deutlich stärker als in Tokio. Auch das ist ein Ausdruck der tollen Arbeit, die wir hier leisten. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) Ich habe gesagt: 37 % der Menschen sind im organisierten Sport. Das heißt, ein beachtlicher Anteil ist nicht im organisierten Sport. Das ist die Hausaufgabe, von der Frau Häffner gerade auch schon gesprochen hat. Da müssen wir ran. Viele werden heute der Presse entnommen haben, dass die neue Präsidentin der Verkehrswacht, eine ehemalige SPD- (Manuel Hailfinger) Bundestagsabgeordnete, gesagt hat, viele Kinder könnten gar nicht mehr Fahrrad fahren. Das ist ein Problem; Frau Häffner ist darauf ebenfalls eingegangen. Da müssen wir ran; das ist natürlich schade; denn es wäre natürlich toll, wenn sie aufs Fahrrad steigen könnten. Wenn sie es aber gar nicht mehr können, dann ist das eine große Baustelle. Da müssen wir ran und miteinander Lösungen finden, dass wir das wieder hinbekommen. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen – Zuruf von der CDU: Sehr gut! – Abg. Anton Baron AfD: Aber bitte ohne Radkoordinatoren!) Uns ist das wichtig, und wir alle wissen ja, dass wir selbst ein bisschen darauf achten müssen. Es ist nicht immer nur ein Schulauftrag, es geht heute auch darum: Welche Botschaften wollen wir den Schulen senden? Es ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, anzuerkennen: Wenn wir langfristig gesund bleiben wollen, ist es am Ende des Tages besser, ein bisschen Sport zu machen. Das müssen wir weitergeben, auch an die Kinder und Jugendlichen. Also ist es zunächst der Auftrag von uns allen, zu sagen: „Leute, lasst uns ein bisschen mehr Sport machen. Dann geht es uns auch insgesamt besser.“ (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) Dort, wo das nicht funktioniert, ist gerade die Schule gefragt. Wir haben gestern vom Präsidenten des Landessportverbands Scholz gehört, das fange schon im Kindergarten an. Das heißt, wir müssen schon die Kleinsten davon überzeugen, dass Bewegung etwas Tolles ist. Das müssen wir niederschwellig machen, damit am Ende möglichst viele Kinder Lust auf Bewegung haben. Genau das muss die Aufgabe sein. Beispielsweise kann das in der Schule ganz niederschwellig geschehen, indem in der Pause Anreize gesetzt werden, in Bewegung zu kommen, die motorischen Fähigkeiten zu erlernen, sodass man vielleicht aufs Fahrrad steigen kann, dass man am Ende auch sehr konzentriert sein kann. Das ist das Tolle. Ich merke das an Herrn Kollegen Poreski. Er fährt fast jeden Tag mit dem Fahrrad in den Landtag und danach wieder heim. (Zurufe, u. a.: Ui!) Respekt! Ich würde ihm gern einen Applaus mitgeben, weil es toll ist, dass er uns das immer vormacht und hier hoch konzentriert arbeitet. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen – Abg. Anton Baron AfD: Den Herrn Katzenstein ha- ben Sie vergessen!) Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist – das habe ich gerade angesprochen – eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, die wir sehr ernst nehmen müssen. Wir müssen die jungen Menschen von Kindesbeinen an im Sport mitnehmen, damit sie lernen, dass sie dadurch ein gesünderes und längeres Leben führen. Dafür brauchen wir verschiedenste Instrumente. Ich fände es toll, wenn wir es – das ist vielleicht in Richtung des Ministeriums gesprochen – tatsächlich hinbekämen, diese tägliche Sportstunde verpflichtend einzuführen. Das ist dann nicht mehr ganz so freiwillig und niederschwellig, aber wahrscheinlich eine große Chance. Die Chance im Ganztagsode – 108. Sitzung – Donnerstag, 7. November 2024 ausbau könnte gerade darin liegen, wenn wir es schafften – Sie haben es ja gerade schon beschrieben –, die Sportvereine einzubinden. Aber vielleicht haben wir auch ausreichend Sportlehrerinnen und Sportlehrer, um so etwas anzubieten. Wenn das nicht reicht, gibt es die Möglichkeit der Kooperation mit den Vereinen. Das leben wir hier im Land seit dem Schuljahr 1987/1988 wirklich sehr toll. Seit dem Schuljahr 1987/1988 haben wir das Kooperationsprogramm „Schule – Sportverein“, das ein ganz großer Erfolg war und ist. Da will ich auch all jenen danken, die damals schon so wegweisend waren. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen – Glocke des Präsidenten) Letzter Satz: Auch das FSJ „Sport und Schule“, das wir 2013 neu eingeführt haben, bietet hier großes Ausbaupotenzial. Im Moment haben wir 200 Plätze. Da können wir noch etwas drauflegen. Dann funktioniert auch das. Vielen lieben Dank. Bleiben Sie in Bewegung! Ich freue mich darauf. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen – Zuruf von der CDU: Sehr gut! – Abg. Klaus Bur- ger CDU: Das war aber mal ein Spurt, Herr Kollege! – Weitere Zurufe)
