Dr. Rainer Balzer
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Intelligenz – unser heutiges Thema – für die Politik, prima, wenn statt dem woken Sumpf wieder natürliche Denkfähigkeit und Intelligenz sichtbar anbricht, gerade auch bei den jungen Wählern. Sehr geehrte Damen und Herren, das Potenzial der künstlichen Intelligenz ist unbestritten groß. Unbestritten groß ist auch der Energiebedarf. Mal so zum Mitrechnen: Schneider Electric hat für dieses Jahr einen Bedarf von 4,5 GW prognostiziert. Wie viele Kernkraftwerke sind das? (Abg. Rüdiger Klos AfD: Ein paar!) Mit Windenergie können Sie das nicht machen; denn der Wind bläst nicht stetig genug. (Oh-Rufe) Das sind mindestens fünf Kraftwerke, (Beifall bei der AfD – Zurufe) und in vier Jahren – ich weiß, das ist eine Binsenweisheit; das würde auch jeder Forscher mit grünem Blut so sagen – soll das auf 19 GW ansteigen. Wie viele Kernkraftwerke brauchen Sie denn dann? Übrigens denkt ja Microsoft über ein eigenes AKW nach. Das haben Sie vielleicht auch schon mitbekommen. Also, das Potenzial der künstlichen Intelligenz sowie deren Auswirkungen auf unser Leben im Allgemeinen und auf die Arbeitswelt und die Schulen sind unbestritten groß; das haben wir jetzt gehört. Wir sind insofern natürlich Zeugen eines bemerkenswerten Wandels, und es ist dringend erforderlich, hier jetzt über die wesentliche Aufgabe der Schule und über die Frage: „Was ist der Mensch?“ nachzudenken. Aber nur keine Sorge, ich will nicht zu sehr philosophieren; das überfordert vielleicht den einen oder anderen Grünen. (Vereinzelt Heiterkeit – Zurufe) Ein paar Prämissen möchte ich aber dazu sagen. Die Nutzung der künstlichen Intelligenz setzt die Entwicklung, das Anwesendsein der natürlichen Intelligenz voraus. Der Mensch ist grundsätzlich ein denkendes Wesen, und sein Verstand funktioniert anders als die bisherigen Entwicklungen auf dem Feld der KI; denn der Geist des Menschen ist keine statistische Mae – 108. Sitzung – Donnerstag, 7. November 2024 schine für den Musterabgleich. Das ist bis jetzt ja die künstliche Intelligenz. Das hat man vorhin bei Ihren Beispielen mit der Datensammlung gesehen: Es werden neue Texte aus dem generiert, was bisher an Wissen vorliegt, und das wird kombiniert, und möglicherweise entsteht – der Begriff „Kreativität“ ist in diesem Zusammenhang falsch – dann etwas brauchbares Neues. „Hunderte von Terabyte an Daten“ werden verschlungen, „und die wahrscheinlichste Gesprächsantwort auf eine Frage und die wahrscheinlichste Antwort auf eine wissenschaftliche Frage“ wird ausgehend vom Text dann extrapoliert, so jedenfalls der Kommunikationsguru Noam Chomsky. Ich darf ihn auch noch einmal zitieren: Der menschliche Verstand ist ein ... effizientes und sogar elegantes System, das mit kleinen Informationsmengen arbeitet; ... Im Gegensatz zur KI bisher; deswegen das Beispiel mit den Atomkraftwerken am Anfang mit dem hohen Energiebedarf. Wer in Physik ein bisschen aufgepasst hat, kann das korrelieren. Diese KI-Systeme unterscheiden sich jedenfalls vom menschlichen Hirn dadurch, dass das menschliche Hirn grobe Korrelationen schon mit kleinen Informationen machen und damit Erklärungen schaffen kann. (Abg. Rüdiger Klos AfD: Ja!) Das heißt, das menschliche Denken basiert auf Erklärungen und Fehlerkorrekturen, also einem Prozess, der die Möglichkeiten, die rational in Betracht gezogen werden können, automatisch einschränkt. Wenn ein kleines Kind eine Sprache lernt, entwickelt es unbewusst eine eigene Grammatik, versteht diese selbst aus kleinen Prinzipien und logischen Parametern, die eingängig sind. Das ist Ausdruck des uns innewohnenden „Betriebssystems“, wenn man das so benennen möchte. Der Mensch – zumindest viele – ist mit der Fähigkeit ausgestattet, komplexe Sätze auszusprechen und lange Gedankengänge zu entwickeln. Das scheinbar beste Ergebnis der KI beruht jedenfalls auf statistischer Mustererkennung. In diesen Systemen ist natürlich auch die Missbrauchsfähigkeit drin; denn wir wissen ja nicht, wer die Daten „eingefüttert“ hat. Man merkt es schon heute: Wenn man bei Wikipedia politische Fragen stellt, dann bekommt man Antworten, (Zuruf von den Grünen: Die euch nicht passen, oder was?) die überwiegend ins grüne Denkmuster passen. Das spricht für sich. Deswegen: Diese Systeme kann man in der Schule natürlich nutzen, um die Kinder ein bisschen in Fahrt zu bringen. Das ist keine Frage. Aber: Umsicht ist erforderlich; denn es besteht die Gefahr der Unmündigkeit – das wurde jetzt schon mehrfach genannt –, der Zerstörung der Kreativität und im Worst Case des Verlusts des selbstständigen Denkens. Das wäre dann der Weg in den neuen Menschen, wie man es in „1984“ nachlesen kann. (Abg. Dr. Matthias Miller CDU: Ah!) (Dr. Rainer Balzer) Eine solche Gesellschaft wollen wir natürlich nicht. (Beifall bei der AfD) Ergo: KI ist eine Chance, aber primär müssen in der Schule neben dem Umgang mit modernen Technologien erst einmal Lesen, Schreiben, Rechnen und Denken gelernt werden und eben auch das, was uns Menschen auszeichnet, nämlich Malen, Musizieren – und all das ohne Assistenzsysteme. Danke sehr. (Beifall bei der AfD)
