Alena Fink-Trauschel
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir stehen an einem entscheidenden Punkt in der Bildungsentwicklung. KI hat das Potenzial, Bildung zu transformieren und Lernen individuell zu fördern. Die Landesregierung sieht hier ja Chancen, wie sie es auch im Anschluss an die Empfehlungen des Deutschen Ethikrats darlegt. Es wird betont, dass KI-basierte Tutorensysteme und adaptive Lernmaterialien den Lernpro- (Alena Fink-Trauschel) zess unterstützen könnten. Aber was nützen diese Bekenntnisse, wenn wir die Umsetzung in Baden-Württemberg nicht vorantreiben? Dann sind das Lippenbekenntnisse. (Beifall bei der FDP/DVP) Während andere Bundesländer wie Bayern längst konkrete Maßnahmen ergriffen haben, um KI sinnvoll einzusetzen, bleiben wir wieder einmal hinterher. (Abg. Dr. Matthias Miller CDU: Haben Sie die Stel- lungnahme zu dem Antrag gelesen? Mein Gott! Steht da alles drin!) In Bayern erhalten Lehrkräfte KI-Assistenten und erhält jede Schule ein eigenes KI-Budget. Baden-Württemberg dagegen verweist auf die eigene Entwicklung von fAIrChat, das sich nach wie vor in der Erprobungsphase befindet und dessen flächendeckende Einführung noch immer nicht absehbar ist. Für uns, die FDP, ist klar: Der Einsatz von KI an Schulen kann ein bedeutender Beitrag für Bildungsgerechtigkeit sein. Eine Schlüsselkompetenz der Zukunft ist aber der kritische und versierte Umgang mit diesen Technologien. Und dieser muss in der Schule vermittelt werden. Das kürzlich veröffentlichte Ergebnis einer Umfrage zeigte, dass sechs von zehn Schülern der Meinung sind, dass KI fester Bestandteil des Unterrichts sein sollte. Und bereits neun von zehn Schülerinnen und Schülern nutzen ChatGPT als Suchmaschine. Insbesondere nach den Entwicklungen der letzten Monate meine ich, dass da immer mehr kommen wird. Doch anstatt den Zugriff auf KI-Tools zu ermöglichen, verweist die Landesregierung auf Datenschutzbedenken und lässt die Schulen in unserem Land bei der Umsetzung weitgehend allein. Klare Leitlinien, wann und wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann: Fehlanzeige. Andere Bundesländer schaffen hier klare Rahmenbedingungen. (Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Hört, hört!) Die KMK etwa hat gerade im Oktober eine Handlungsempfehlung veröffentlicht, die Schulen unterstützt, KI konstruktiv und kritisch zu nutzen. Zudem ist es aber auch ein Muss – was ja auch der Kollege Fulst-Blei schon angesprochen hat –, dass wir die Lehrkräfte entlasten, insbesondere beim Thema der technischen Administration. Es darf nicht sein, dass die Lehrkräfte in unserem Land neben dem Unterricht auch noch für die Wartung und den technischen Support der Geräte verantwortlich sind. (Beifall bei der FDP/DVP sowie der Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD und Dr. Rainer Balzer AfD) Es braucht hier dringend externen Support, digitale Hausmeister, die den Lehrkräften den Rücken freihalten und die technischen Aufgaben übernehmen. Wir verfügen mit den Medienzentren in Baden-Württemberg über den Luxus, nach wie vor ein flächendeckendes System zu haben. Nutzen wir diese Ressource und geben daher auch den Medienzentren die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen, damit sie weiterhin gut arbeiten können. Aber um noch einmal auf Star Trek zu referenzieren: Was kann man denn von Star Trek lernen? Wenn man sich diesen ode – 108. Sitzung – Donnerstag, 7. November 2024 Filmausschnitt ansieht, stellt man drei Dinge fest. Zum einen: Die Schüler stehen. Ja, Lernräume müssen neu gedacht werden, insbesondere beim Thema Digitalisierung. Das ist absolut richtig. Aber dann soll sich doch die Landesregierung mit den kommunalen Landesverbänden endlich über die Schulbaufinanzierung an dieser Stelle einigen. Denn seit zwei Jahren haben wir das Geislinger Urteil. (Abg. Andreas Schwarz GRÜNE: Haben wir, Frau Kollegin! Im Haushalt ist das angepasst, Frau Kolle- gin!) – Ja, aber es ist mit den Kommunen nach wie vor nicht gescheit abgesprochen. (Abg. Andreas Schwarz GRÜNE: Doch, natürlich! Das ist im Einvernehmen mit den Kommunen abge- stimmt! – Abg. Dr. Matthias Miller CDU: Einfach lesen!)
