Dr. Rainer Balzer
Ich darf das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung mit seiner Bilanz vom August 2022 zitieren: Die Abbruchquote im universitären Bachelorstudium fällt in den Geisteswissenschaften mit 49 % sowie in Mathematik und Naturwissenschaften mit 50 % überdurchschnittlich aus. Trotz vielfältiger Anstrengungen, mehr Beratungen, mehr Studienbegleitung ist es in den letzten Jahren nicht gelungen, hier eine Verbesserung herzustellen. Jetzt frage ich Sie – – Darüber sollten Sie – besonders die Regierungsfraktionen – einmal ehrlich nachdenken. Wir hatten noch nie so viele Beratungs- und Hilfsangebote an den Universitäten und den Hochschulen wie heute. Trotzdem nützt das offensichtlich nichts. Könnte das nicht daran liegen, dass schlicht und ergreifend zu viele junge Leute, die dafür nicht geeignet sind, versuchen, diese Fächer zu studieren? Man nennt das auch mangelnde Begabung. Damit kann der eine oder andere vielleicht etwas anfangen. (Beifall bei der AfD – Zuruf von der SPD) Der Mathematikstoff, der in der Schule bis zu Klasse 12, Klasse 13 unterrichtet wird, sollte eigentlich das beinhalten, was man in den Naturwissenschaften, als Maschinenbauer, als Elektrotechniker, als Chemiker oder als Physiker – als Mathematiker sowieso – in den ersten paar Semestern wirklich braucht. Mathematik war schon immer ein brutales Fach und wird dies auch in Zukunft bleiben, weil es sich vielen Menschen vom Denken her nur sehr schwer erschließt. Man muss sich sehr weit öffnen. Die mangelnden Kenntnisse bringen die Studienanfänger dann schnell an ihre Grenzen, sodass beiderseits Frustration entsteht, wie verschiedene Petitionen, Brandbriefe und dergleichen zeigen. Ich erinnere an die Petition zum Corona-Abitur. Das war auch so ein Armutszeugnis. Und dann schreiben natürlich die armen lieben Menschen und ihre Mütter, das Abitur sei zu schwer. Na ja, es beschweren sich immer diejenigen, die schlechte Noten haben, schlechte Klausurergebnisse abliefern, über die Klausuren, die Klassenarbeiten und den Lehrer. Ich habe solche Beschwerden noch nie von einem Studenten gehört, der gute Leistungen abliefert, oder von einem Schüler, der lauter Einser hat. Es lohnt sich, auch darüber mal logisch nachzudenken. (Beifall bei der AfD) Meine Damen und Herren, die Brücke zwischen dem Gymnasium – – (Dem Redner wird das Ende seiner Redezeit ange- zeigt.) – Ist das tatsächlich der Fall? Habe ich nicht zehn Minuten Redezeit?
