Raimund Haser
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen, für eine Bevölkerungsgruppe zu sprechen, über die wir in diesem Landtag sehr selten sprechen. Ich mache das deswegen, weil Sie, liebe Frau Kollegin von den Grünen, (Abg. Anton Baron AfD: Er kennt den Namen nicht!) das Thema „Wachstum nach dem Krieg“ mit den Gastarbeitern verbunden haben. Ich möchte darauf hinweisen, dass von 1945 bis 1955 die größte Migrationswelle in Deutschland angekommen ist, die wir jemals hatten. Das waren zwölf Millionen Flüchtlinge und Vertriebene (Vereinzelt Beifall – Abg. Emil Sänze AfD: Vertrie- bene waren das und keine Flüchtlinge! Vertriebene!) aus den deutschen Ostgebieten. Diese Aufbauarbeit, die sie gemeinsam mit den Frauen, den Trümmerfrauen, denen, die um ihre Männer getrauert haben, die auf ihre Männer gewartet haben, und den Kriegsheimkehrern in diesen zehn Jahren von 1945 bis 1955 gemacht haben, war so erfolgreich, dass wir danach die Gastarbeiter gebraucht haben, um diese Wirtschaft weiter am Laufen zu halten. Deswegen gab es 1955 das Gastarbeiterabkommen mit Italien, 1960 mit Griechenland, 1962 mit der Türkei und 1968 mit Jugoslawien. Mir ist es an diesem Punkt wichtig, zu sagen: Das Wirtschaftswachstum, das Wirtschaftswunder, auf dem unsere gesamte (Raimund Haser) Basis letztlich heute noch immer steht, haben wir zwölf Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten zu verdanken. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU sowie Abgeordneten der Grü- nen, der SPD und der FDP/DVP)
