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Sandra Boser

25.09.2024 Sitzungen 17/103

Da ich jetzt in meinen Ausführungen unterbrochen wurde, würde ich jetzt gern nochmals ausführen: Wir haben momentan kein Problem, die Studienplätze zu belegen, und es liegt an den Hochschulen, ein entsprechendes Auswahlverfahren zur Verfügung zu stellen, wenn die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber über die Zahl der Studienplätze hinausgeht. So machen das die Pädagogischen Hochschulen in ihrer eigenen Verantwortung. Obwohl wir – das will ich auch noch mal betonen – die Zahl der Studienplätze gerade im Bereich der Grundschulen in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt haben – im Moment sind wir bei etwa 1 700 Studienanfängerinnen und Studienanfängern –, haben wir kein Problem, diese Studienplätze zu belegen, was auch für die Lehrkräfteausbildung in Baden-Württemberg spricht. Aber gerade auch im MINT-Bereich zeigt sich, dass wir wirklich noch eine große Aufgabe vor uns haben. Wir haben beispielsweise die Möglichkeit geschaffen – ich will gleich noch auf einzelne Beispiele eingehen –, dass Gymnasiallehrkräfte, von denen wir im Land mehr haben, als am Ende Lehrerstellen an Gymnasien zur Verfügung stehen, die Möglichkeit haben, in Grundschulen oder auch in den Sekundarstufen I eingesetzt zu werden. Wir haben ein großes Maßnahmenpaket geschnürt, um nochmals im Bereich MINT die Direkteinstiege und Seiteneinstiege zu verbessern. Darauf wurde vorhin ja auch schon eingegangen. Herr Kollege Fulst-Blei, ich habe wirklich großen Respekt. Ich weiß, dass es schwierig ist, wenn neue Lehrkräfte aus dem Beruf heraus direkt in die Schulen gehen. Aber ich habe einen Teil der Direkteinsteigerinnen und Direkteinsteiger in Bad Wildbad begrüßen dürfen und kann sagen: Das sind hoch engagierte Menschen, die bewusst den Weg gehen, sich von einem Job in der Industrie, in der Wirtschaft zu verabschieden, um für die Kinder und Jugendlichen in unserem Land da zu sein und sie zu unterrichten. Davor habe ich höchsten Respekt. Sie bereichern am Ende auch die Schulen in unserem Land, weil sie andere Erfahrungen einbringen. Ja, für das Kollegium ist es am Anfang wirklich eine Herausforderung, aber ich meine, dass wir damit eine gute neue Möglichkeit geschaffen haben, damit Menschen auch nach einer Berufswahl den Einstieg in unsere Schulen schaffen. (Beifall bei den Grünen) Wir haben außerdem das Kontaktstudium für das Profilfach Informatik, Mathematik, Physik auf den Weg gebracht. Im vergangenen Schuljahr lief bereits der sechste Durchgang. Wir konnten dadurch 1 000 zusätzliche Personen erreichen, die dieses Kontaktstudium absolviert haben. Natürlich sind wir auch dabei, gemeinsam mit dem MWK bei Studieninteressierten für das Lehramtsstudium zu werben, beispielsweise mit der Kampagne „#lieberlehramt“. 60 % der Studierenden, die die Kampagne kennen, sagen, das sei eine gute bis sehr gute Kampagne. (Staatssekretärin Sandra Boser) Wir haben mit der Instagram-Anzeige 4,5 Millionen Impressionen und eine Reichweite von 929 000 Personen erzielt. Auch das ist wirklich ein Wert, bei dem wir sagen können: Wir erreichen damit junge Menschen. Und wir gehen auch innovative Wege in der Ausbildung, die vorhin auch schon einmal angesprochen wurden, wie der duale Master, der damit neue Möglichkeiten eröffnet. Zum Thema Stipendien, welches angesprochen wurde: Auch wenn wir seitens des Landes keine Stipendien zur Verfügung stellen, ist zu sagen: Es gibt Stipendien für MINT-Fächer, beispielsweise von der Robert Bosch Stiftung oder das Kurt-Hansen-Stipendium. Es ist also nicht so, dass da keine Stipendien zur Verfügung stünden. Aber ich habe ja vorhin schon ausgeführt: Es ist momentan nicht das Problem, Lehramtsstudierende zu finden, sondern es ist eher das Problem, dass wir in einer großen Konkurrenz um einen kleinen Teil von Personen kämpfen, die sich für MINT entscheiden. Wir brauchen diese klugen Köpfe. Es wurde schon angesprochen, was der MINT-Nachwuchs für uns bedeutet. Deswegen richten wir beispielsweise ein MINT-Exzellenzgymnasium in Bad Saulgau ein, wo wir ein landesweites Angebot zur Spitzenförderung haben. Wir werden im Rahmen von G 9 die MINT-Fächer stärken, wir werden das Fach Informatik/Medienbildung ab Klasse 5 durchgängig anbieten, wir werden in den Fächern Chemie, Physik und Biologie zusätzliche Stunden zur Verfügung stellen. Vorhin wurde gesagt, das laufe ja alles nur projektweise. Nein, es ist auf der einen Seite tatsächlich Fachunterricht. Andererseits greife ich gern das auf, was Kollege Stefan Fulst-Blei sagte: Oftmals hilft es nicht, nur mehr vom Gleichen zu machen; vielmehr müssen wir genau schauen, wie wir über projektbezogenes Arbeiten, etwa über Projekte wie das von Julia Freudenberg von der Hacker School, das Sie genannt haben, ein neues Interesse bei Mädchen und jungen Frauen wecken, sodass sie auch an den Themen dranbleiben. Denn wir wissen: Von Natur aus haben Mädchen und junge Frauen genau das gleiche Interesse an Naturwissenschaften, dieses geht oftmals aber auf dem Weg verloren. Deswegen sind auch unsere außerschulischen Forschungszentren wichtige Partner, wo mädchenspezifische Angebote im Bereich MINT entwickelt werden. Die Stunden, die wir in diesen Fächern neu zur Verfügung stellen, sollen explizit auch dafür verwendet werden, solche Angebote praxisbezogen aufzugreifen. Ich will noch auf ein Schülerstipendienprogramm eingehen, nämlich „Lehramt Mintoring“ bzw. „Zukunft Lehramt in Baden-Württemberg“, durch das wir versuchen, Jugendliche für den Lehrerberuf zu motivieren. Auf diesem Weg ist es diesmal gelungen, mit Beginn des neuen Schuljahrs 100 junge Menschen in dieses „Mintoring“-Programm aufzunehmen. Junge Menschen werden erfolgreich dabei unterstützt, ihre Potenziale zu entdecken und nach dem Abitur einen für sie passenden Bildungsweg im Bereich des MINT-Lehramts zu wählen. Wir verfügen im Land über eine breite Palette an MINT-Angeboten und werden dies in Zukunft noch verstärken. So wurode – 103. Sitzung – Mittwoch, 25. September 2024 de hier beispielsweise die AG cosh genannt. Daneben will ich auf das 2022 gestartete Bundesprogramm QuaMath hinweisen, das die Kultusministerkonferenz auf den Weg gebracht hat und in dessen Rahmen Lehrkräfte dabei unterstützt werden sollen, den Mathematikunterricht anwendungsbezogen und von den Inhalten her anzuschauen. Wir, das Land Baden-Württemberg, beteiligen uns also explizit an solchen Initiativen. Zum Schluss möchte ich Ihnen noch etwas mitgeben – Sie sagten vorhin, wir seien immer schlechter geworden –: Bei der letzten IQB-Studie ist das Land besser geworden; inzwischen liegt Baden-Württemberg hier auf Platz 4 und nicht mehr im hinteren oder mittleren Feld. Deutschland insgesamt hat hier jedoch – das muss man einfach konstatieren – ein Thema, wenn es darum geht, bei PISA und bei IQB besser zu werden. Wir nehmen diese Herausforderung an und bringen aktuell mit großem Engagement eine breite Palette von Bildungsangeboten auf den Weg, damit Kinder und Jugendliche letztlich einen erfolgreichen Bildungsweg zurücklegen können. Dabei geben wir den MINT-Fächern den Stellenwert, den es in unserer Gesellschaft braucht. Ich denke, mit meinen Ausführungen konnte ich dies nun sehr gut darlegen. Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen und der CDU)

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