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Sandra Boser

25.09.2024 Sitzungen 17/103

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Thema MINT spielt bei uns in Baden-Württemberg schon sehr lange eine intensive Rolle. Ich kann beispielsweise auf die Reform zurückblicken, als die Oberstufe neu ausgerichtet wurde. Schon da hatten wir einen Schwerpunkt auf die Naturwissenschaften gelegt. Wir haben in Baden-Württemberg natürlich einen hohen Anspruch und ein großes Interesse daran, dass die MINT-Fächer und die MINT-Berufe bei uns im Land gestärkt werden. Denn sie sind entscheidend für unseren Wirtschaftsstandort, entscheidend für den technischen Fortschritt, entscheidend, um den Klimawandel perspektivisch in den Griff zu bekommen. Sie sind auch entscheidend dafür, die Digitalisierung in unserem Land weiter voranzubringen. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen) Ich möchte es gern zunächst an ein paar Zahlen festmachen. Wir haben in Baden-Württemberg mit einem Anteil der MINT-Berufe von 26,7 % bundesweit den höchsten Stand. Das heißt, wir haben hier den höchsten Anteil von Personen in MINT-Berufen. Rund 1,3 Millionen der knapp fünf Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Baden-Württemberg arbeiteten 2022 in MINT-Berufen. Auch deshalb ist es ganz entscheidend, dass wir die jungen Menschen in unseren Schulen gut auf die wichtigen Zukunftsthemen vorbereiten, dass wir gut ausgebildete MINT-Fachkräfte haben und damit auch die Zukunftsfähigkeit unseres Industriestandorts nachhaltig sichern. Natürlich brauchen wir hierfür entsprechend gut ausgebildete Lehrkräfte. Weil Herr Kollege Timm Kern sagte, wir würden auf Durchzug schalten, will ich jetzt gern nochmals darstellen, was wir in den letzten Jahren auf den Weg gebracht haben, und zwar auch – so würde ich mal behaupten –, indem wir Vorschläge aus diesem Haus aufgegriffen haben, die heute Realität sind. ode – 103. Sitzung – Mittwoch, 25. September 2024 (Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Stimmt! Ganztags- lehrkräfte!) Ich will auch noch mal darstellen: Wir haben in Baden-Württemberg einen extrem hohen Wettbewerb im MINT-Bereich. Auf 181 offene Stellen kommen 100 Arbeitslose im Bereich MINT. Das heißt, wir konkurrieren extrem mit der Wirtschaft, um junge Menschen für das Thema MINT zu begeistern. Wir werben dafür auch an vielen Stellen. Ich muss aber auch sagen: Wenn wir hier im Haus an dieser Stelle über das Thema „Berufliche Orientierung“ und über das Thema Zukunftschancen reden, kommt mir an vielen Stellen zu kurz, dass wir auch für die sozialen Berufe und für die pädagogischen Berufe werben. Wir im Kultusministerium tun das mit verschiedenen Werbekampagnen. Aber der erste Fokus – bei einem Wirtschaftsstandort wie Baden-Württemberg ist das auch gerechtfertigt – liegt auf Handwerk und Industrie. Ich denke, dass wir in der politischen Diskussion aufpassen müssen, dass wir den jungen Menschen nicht das Bild vermitteln: „Ihr habt in der Wirtschaft, in der Industrie bessere Chancen als an unseren Schulen.“ Auch das gehört dazu, wenn wir für MINT-Lehrberufe an unseren Schulen werben wollen. (Beifall bei den Grünen und des Abg. Konrad Epple CDU) Maßnahmen, die aktuell an unseren Schulen umgesetzt werden, sind im ganz praktischen Schulbetrieb, dass Lehrkräfte in MINT-Fächern von ihren Zweitfächern entlastet werden, sodass sie mehr in den MINT-Fächern arbeiten können. Wir haben in diesem Schuljahr – das muss ich wirklich betonen – die Zahl der offenen Lehrerstellen von 850 vor zwei Jahren auf 250 in diesem Jahr reduzieren können. Wir sind damit wirklich dabei, die Lücke zu schließen. Ich muss mal damit aufräumen, dass wir im Land die Studienplätze im Bereich der Pädagogischen Hochschulen und der Universitäten für den Lehrkräfteberuf nicht decken könnten. Herr Kollege Kern, Sie sagen, wir, das Land, sollten den NC abschaffen. Das Land hat keinen Einfluss auf den NC. Der NC wird von den Hochschulen festgelegt. Aufgrund dessen, dass wir mehr Bewerberinnen und Bewerber als Studienplätze haben, ist es den Hochschulen überlassen, ob sie dafür NCs festlegen. Wir haben an den Pädagogischen Hochschulen nach wie vor eine hohe Nachfrage. Obwohl wir – das will ich jetzt auch ergänzen, denn diese Forderung haben Sie ja gestellt – im Bereich der Grundschulen die Zahl der Studienplätze von 800 auf jetzt knapp 1 800 mehr als verdoppelt haben, haben wir dort mehr Bewerberinnen und Bewerber. Es liegt an den Hochschulen, zu entscheiden, wie sie ein Auswahlverfahren dafür treffen. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen)

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