Alfred Bamberger
Habe die Ehre, Frau Präsidentin, grüß Gott, meine Damen und Herren, werte Zuseher! Diese Aktuelle Debatte bezieht sich u. a. auf die Drucksache 17/6212. In diesem Antrag wurde der Stand Baden-Württembergs bei Hochleistungsrechnern erfragt. Des Weiteren sollte geklärt werden, inwieweit Baden-Württemberg bezüglich nicht (Alfred Bamberger) auf Silizium basierender Rechensysteme wie Quantencomputern weltweit wahrgenommen wird. Die Landesregierung beantwortete diese Fragen und stellte fest, dass Baden-Württemberg mit dem Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart, abgekürzt HLRS, einen Hochleistungsrechner – abgekürzt HPC für High Performance Computing – der Ebene 1 betreibt, der internationale und landesweite Belange abdeckt. Zudem gibt es weitere HPC der Ebene 2 zur Lösung nationaler und regionaler Aufgaben sowie HPC der Ebene 3 für landesweite und regionale Problemstellungen. Die Landesregierung zeigt damit, dass sie für die Anforderungen der Zukunft in Bezug auf KI, Mobilitätskonzepte, Materialwissenschaften, Mikrosystemtechnik, Neurowissenschaften und vieles andere mehr bestens gerüstet ist. Das ist, ausgehend von der Faktenlage, unbestreitbar richtig. Der Antrag stellt jedoch auch die Frage nach konkreten Ergebnissen, die dahin gehend beantwortet wurde, dass exemplarisch eine Tragflächenoptimierung sowie eine Simulation der regionalen Auswirkungen des Klimawandels genannt werden. Es sei jedoch die Frage erlaubt, inwieweit die millionenschweren Investitionen zu mehr Wohlstand und Sicherheit der Bevölkerung beigetragen haben. (Beifall bei der AfD) Angeblich leiten sich aus den Ergebnissen dieser High Performance Computer Lösungen für drängende gesellschaftliche Herausforderungen ab, beispielsweise Klimawandel, Energie, Technologiesprünge, nachhaltige Mobilität und Migration. Meine Damen und Herren, zur Lösung der Migrationsproblematik braucht die AfD keinen Supercomputer mit 17 PetaFLOPS, sondern Flugzeuge mit höherer Sitzplatzkapazität, um illegale Asylbewerber in ihre Heimat zurückzubringen. (Beifall bei der AfD – Abg. Michael Joukov GRÜNE: Das meinte ich mit dem Zitat von Einstein! Genau das! – Unruhe) Auch um den Zustrom illegaler Migranten zu drosseln, ist kein Hochleistungsrechner notwendig, sondern Grenzschutz und die Abschaffung von Pull-Faktoren wie Bürgergeld sollten dieses Problem lösen. (Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Die Platte hat ei- nen Sprung!) Es gibt zahlreiche europäische Länder, die gezeigt haben, wie es geht. (Zuruf von den Grünen: Das ist beschämend!) Warum machen wir es nicht auch so? (Zuruf des Abg. Raimund Haser CDU) Meine Damen und Herren, verstehen Sie mich nicht falsch. (Lachen – Abg. Michael Joukov GRÜNE: Wir ver- stehen Sie richtig! Das ist das Problem! – Weitere Zu- rufe) periode – 100. Sitzung – Mittwoch, 10. Juli 2024 Hochleistungsrechner werden gebraucht, aber nicht zur Lösung gesellschaftlicher Probleme. (Beifall bei der AfD) Neben der vielfältigen Nutzung von Hochleistungsrechnern für naturwissenschaftliche Aufgaben eignet sich HPC auch zur Modellierung von künstlicher Intelligenz. KI benötigt Daten aus verschiedenen Quellen wie Textdateien, Bilddaten und Sensordaten. Je größer die Datenmenge, desto zuverlässiger arbeitet die KI. KI, die auf Textdaten operiert, arbeitet sehr gut und findet selbst in der Landesregierung – die genannte KI heißt F13 – Anwendung. Die Anwendungsfelder von KI sind vielfältig. Seit KI-Anwendungen im Internet frei zur Verfügung stehen, lassen Schüler ihre Aufsätze schreiben, Journalisten ihre Zeitungsartikel und Politiker ihre Reden. (Zuruf des Abg. Michael Joukov GRÜNE) Je präziser die Fragestellung an eine KI ist, desto besser ist das Ergebnis. KI findet aber auch in der Industrie ihre Anwendungsbereiche, indem sie Prozessabläufe verbessert, Maschinenlaufzeiten verkürzt und Transportrouten optimiert. Die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt sind noch nicht abzuschätzen, könnten aber dramatisch sein. Ebenso kann KI den Bildungssektor beeinflussen, indem sie Schülern vorgaukelt, Wissen zu haben, über das sie tatsächlich nicht verfügen. Selbst im Bereich der Softwareentwicklung kann KI Programmteile implementieren und bei entsprechender Einrichtung des Systems auch testen. In der Medizin kann KI Diagnosen stellen, und sie kann im Kfz-Bereich Fehler erkennen, wenn diese richtig geschildert wurden. Eine KI kann sogar einen Staatshaushalt wieder in Ordnung bringen – wenn dies politisch gewollt ist. (Beifall bei der AfD) Es ist bekannt, dass von Jahr zu Jahr die Verwaltungskosten sowohl im Bund als auch im Land steigen. Es dürfte für eine spezialisierte KI kein Problem sein, den Workflow so zu optimieren, dass Kosten gesenkt werden. KI ist jedoch keine Lösung, um den Fachkräftemangel auszugleichen. So schlägt die CDU beispielsweise vor, kleine, KIgestützte Pflückmaschinen zu bauen, um den Mangel an Erdbeerpflückern zu beheben. (Lachen bei der AfD) Auch Japan hatte schon früher eine ähnliche Idee, indem man KI-Roboter in Betrieb nahm, um dem Pflegepersonalnotstand in Altenheimen zu begegnen. Dieser Plan scheiterte jedoch an den hohen Kosten der Pflegeroboter. (Abg. Raimund Haser CDU: Was hat das jetzt mit dem Thema zu tun?) KI kann nicht nur bestehende Probleme lösen, (Abg. Andreas Deuschle CDU: KI-Robotik!) (Alfred Bamberger) sondern auch präventiv eingesetzt werden, um Probleme zu vermeiden. (Zurufe von der CDU – Unruhe) Hätte Wirtschaftsminister Habeck beispielsweise ChatGPT gefragt: „Wann kann man Atomkraftwerke abschalten?“, so hätte er folgende Antwort erhalten – ich zitiere –: Kernkraftwerke können abgeschaltet werden, wenn mehrere technische, wirtschaftliche und politische Bedingungen erfüllt sind. Hier sind die wichtigsten Aspekte, die berücksichtigt werden müssen: Erstens: Energieversorgungssicherheit. Es muss sichergestellt sein, dass genügend alternative Energiequellen zur Verfügung stehen, um den Wegfall der Kernkraft auszugleichen. Haben wir das? Ich bezweifle das. (Zuruf von der SPD: 60 % sind erneuerbare Energien!) Dies kann durch erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie, durch Gaskraftwerke oder durch den Import von Strom aus dem Ausland geschehen. Netzwerkinfrastruktur: Die Netzinfrastruktur muss in der Lage sein, die veränderten Anforderungen zu bewältigen. Das bedeutet, dass das Stromnetz stabil und flexibel genug sein muss, um Schwankungen in der Energieerzeugung auszugleichen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Drittens Klimaschutz: Die Abschaltung von Kernkraftwerken darf nicht zu einem Anstieg der CO -Emissionen führen. Es müssen ausreichende Maßnahmen ergriffen werden, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu unterstützen. (Zuruf von den Grünen: Ach ja?) Wirtschaftlichkeit: Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Abschaltung von Kernkraftwerken müssen berücksichtigt werden. Dies umfasst die Kosten für den Rückbau der Anlagen, die Entsorgung des Atommülls und die Investitionen in alternative Energiequellen. (Zuruf von der SPD: Genau!) Fünftens: politische Rahmenbedingungen. Die Abschaltung von Kernkraftwerken muss im Einklang mit den politischen Zielen und Vorgaben stehen. (Zuruf des Abg. Jonas Hoffmann SPD) Dies beinhaltet nationale und internationale Verpflichtungen im Bereich der Energie- und Klimapolitik sowie die Berücksichtigung der öffentlichen Meinung und Akzeptanz. Erst wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann eine verantwortungsvolle Entscheidung zur Abschaltung von Kernkraftwerken getroffen werden. (Beifall bei der AfD – Abg. Anton Baron AfD: Sehr gut!) riode – 100. Sitzung – Mittwoch, 10. Juli 2024 KI ist kein Allheilmittel, und Ergebnisse einer KI sollten niemals ungeprüft übernommen werden. (Vereinzelt Lachen – Zuruf von den Grünen: Aha!) Wie man jedoch sieht, hätte sich im Fall Habeck die Nutzung einer KI mehr als gelohnt. Sie hätte möglicherweise den wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands verhindert. (Zuruf von den Grünen: Mein Gott!) Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der AfD)
