Anton Baron
Nein, Sie setzen einfach andere Prioritäten!) – Ja, nur die Ruhe, Sie von dieser Seite hier. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU – Abg. Rüdiger Klos AfD: Wenn Sie Unsinn reden, kriegen Sie die Antwort!) – Nein. – Der Punkt ist: Wir bieten über das Programm „SchwimmFidel – ab ins Wasser!“ in Kooperation mit den Schwimmvereinen, den DLRG-Schwimmgruppen Anfängerschwimmkurse in den Kitas an. Da bestehen viele Möglichkeiten, dass Kinder ordentliche Schwimmerinnen und Schwimmer werden, noch bevor sie in die Schule kommen. Wir wissen: Das optimale Alter, um gut schwimmen zu lernen, beträgt fünf Jahre. Damit hat die Schule erst einmal noch gar nichts zu tun. Es ist so, dass Eltern ihre Kinder gern auch in Schwimmkursen anmelden sollten. Aber wir müssen auch die Kitas einbeziehen, damit Kinder schwimmen lernen. (Ministerin Theresa Schopper) Wir haben das Programm „SchwimmFidel – ab ins Wasser!“, Schwimmunterricht an den Schulen, wo wir für Unterstützungslehrkräfte mit Unterstützung durch die Schwimmvereine, die DLRG-Ortsgruppen noch einmal eine neue Programmlinie im regulären Schwimmunterricht auflegen, wo wir auch die entsprechenden Schulungen machen. Denn wir brauchen natürlich auch Schwimmlehrkräfte. Wir haben gesehen: Wir haben Geld, aber wir müssen da erst einmal Schulungen machen. Wir haben da die Leute ausgebildet, damit sie überhaupt Kindern das Schwimmen beibringen können. Also: Wir bieten zum einen für die Schülerinnen und Schüler Schwimm-AGs der Stiftung Sport in den Schulen an. Daneben müssen die Lehrkräfte Rettungsfähigkeit erwerben. Das ist nämlich wichtig für den Fall, dass einmal etwas passiert. Wir schulen im Kombiblock Schwimmen die Lehramtsanwärter, die im Grundschulbereich ohne das Fach Sport unterrichten, in Seminaren nach. Bei einem Punkt sind wir, denke ich, in Baden-Württemberg herausragend, wenn nicht sogar einzigartig: Wir haben ein FSJ „Sport und Schule“, im Rahmen dessen wir die FSJler auch immer so qualifizieren, dass sie eine Unterstützung beim Schwimm sport geben können. Da muss ich sagen: Da müssen wir uns gar nicht verstecken, da sind wir wirklich gut – auch wenn natürlich immer noch etwas offen ist. Aber da sind wir wirklich schon einmal on the top mit dem, was wir an Unterstützung leisten. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Es haben nun schon alle gesagt – und es ist ja für das Sportland Baden-Württemberg auch von herausragender Bedeutung –, dass wir in den über 11 000 Sportvereinen im Land so viele Menschen binden, die gern dort sind, die gern in die Vereine gehen, um dort Sport zu treiben, die aber natürlich auch die Geselligkeit, den Zusammenhalt schätzen. Das geht ja in seiner Bedeutung weit über das reine Sporttreiben hinaus. Aber ich sage auch noch einmal einen besonderen Dank an die Ehrenamtlichen, die den Sportvereinen oftmals erst Leben geben, weil diese es sonst gar nicht leisten könnten. Wie viele professionelle Sportvereine haben wir, in denen es professionelle Trainer gibt? Das sind nur die ganz großen Sportvereine. Diese haben wir Gott sei Dank auch in Baden-Württemberg, aber überwiegend sind wir auf das Ehrenamt angewiesen. Bei der Ehrenamtskarte, bei allem, was da angesprochen ist, sind wir auf dem Weg. Sie haben es beschrieben. Da kommen wir, denke ich, auch gut ins Ziel. (Beifall bei den Grünen und der CDU) Daher arbeiten wir an diesem Punkt auch wirklich hart an der Umsetzung. Herr Hailfinger hat gesagt – ich weiß jetzt nicht mehr so genau, ob er es war oder jemand anderes –: (Abg. Andreas Deuschle CDU: Das kann nur der Hailfinger gewesen sein! – Abg. Manuel Hagel CDU: Das war bestimmt der Hailfinger!) periode – 98. Sitzung – Mittwoch, 19. Juni 2024 Was in einem Lebenslauf heute wichtig ist, sind, wenn man mit Leuten aus den Recruitingfirmen redet, wenn man mit Leuten aus den Abteilungen für Personalgewinnung redet, nicht nur die Noten. Die schauen sich natürlich alles an, nicht nur die Noten, die Abschlüsse etc. pp. Die allermeisten sagen: „Ich will wissen: Was ist darüber hinaus? Was bringt dieser Mensch sonst noch mit?“ Da ist das Ehrenamt, das, was ich als Mensch zusätzlich für die Gesellschaft einbringe, oftmals ein Asset, das den Ausschlag gibt, weshalb jemand eine Stelle bekommt und ein anderer nicht. Daher denke ich, dass das etwas ist, was heute im Lebenslauf wichtig ist. Das ist der entscheidende Faktor, den wir auch honorieren. Wir machen das in Zeugnissen etc. pp. Das unterstützen wir in jedem Fall weiter, weil das einfach eine gesellschaftliche Stärkung der Menschen ist, die wir brauchen. Der Anteil, den diese für die Gesellschaft erbringen, wird dort vermerkt. Die Sportschulen in Ostfildern-Ruit, Albstadt, Baden-Baden Steinbach und Schöneck sind von besonderer Bedeutung. Wenn man an diese Schulen geht, weiß man, was dort an Fachlehrgängen angeboten wird, wie dort der Breitensport gefördert wird, aber natürlich auch der Spitzensport, was dort alles an Sichtungen gemacht wird. Das ist mit 10 Millionen € jährlich im Solidarpakt Sport auch gut hinterlegt. Wir wissen, dass es wichtig ist, im Vereinssport auch immer die Nahtstelle zu sehen, an der der Breitensport in den Spitzensport übergeht. Da sind wir gefordert, entsprechende Settings zu skizzieren, wo wir Landeskader haben, wo wir regionale Kader haben, um die Kinder und Jugendlichen angemessen zu fördern. Natürlich ist es das Prinzip des Leistungssports oder des Sports generell, dass man merkt: Ich werde besser, wenn ich übe. Das ist eine Weisheit im Leben, die man überall gut gebrauchen kann – ganz abgesehen von Durchhaltevermögen, Fairness und Toleranz, was im Sport mit eingeübt wird. Das sind Punkte, bei denen der Sport einen elementaren Beitrag leistet. Zum Ganztag – ich will das jetzt nicht ausdehnen; dazu haben wir ja morgen eine Debatte – kann ich Ihnen sagen: Auch da wissen wir um die Rolle des Sports und um die Bedeutung, die der Sport da hat. Dort müssen wir aber schauen, dass wir hauptamtliche und ehrenamtliche Strukturen gut in Übereinstimmung bringen. Denn es hilft häufig nicht, wenn der Trainer erst um 17 Uhr oder um 18 Uhr Zeit hat. Irgendwann geht ein Kind ja heim – und hoffentlich geht es dann noch in den Sportverein. Wir brauchen also Unterstützung nicht nur über das FSJ „Sport und Schule“ – ich habe es schon genannt –, sondern müssen auch berücksichtigen, dass junge Leute 70 % ihrer Zeit in den Schulen verbringen und 30 % in den Vereinen. Wir müssen daher Brücken bauen, um Nachwuchs für den Vereinssport zu gewinnen. Wir müssen aber auch entsprechende Programme für den Schulsport formulieren. Wie gesagt, was das Förderprogramm betrifft – Petra Häffner hat es gesagt –, müssen wir uns wirklich nicht verstecken. Wir sind bundesweit an der Spitze mit dem, was wir dem Sport an Mitteln mitgeben. (Ministerin Theresa Schopper) Das gilt auch für den Vereinssportstättenbau, wo wir noch einmal ein Sonderprogramm aufgelegt haben. Wir haben keinen Antragsstau mehr. Alles ist da, was gebraucht wird, um die Sportstätten zu sanieren. Die sind saniert. Das ist jetzt vielleicht nicht immer alles tippitoppi, da wird es schon noch die eine oder andere etwas ranzige Kabine geben, aber im Wesentlichen hat es da tatsächlich einen notwendigen Schub gegeben. Deswegen wissen wir, dass wir in diesen Bereichen im Spitzensport wie auch im Breitensport gut unterwegs sind. Zum Schluss will ich noch einen Punkt nennen, der mir ganz, ganz wichtig ist: Die Träume, dass man Fußballprofi wird oder mit seinem Sport tatsächlich sein Leben gut sichern kann, werden wohl in den allermeisten Fällen Schall und Rauch sein, werden zerplatzen. Denn nur ein ganz kleiner Prozentsatz von Kindern und Jugendlichen werden diese Ziele erreichen. Daher ist es für uns in allen Bereichen von elementarer Bedeutung, dass die Kinder Schule und Sport gut unter einen Hut bringen. Was machen wir dazu? Man muss sehen: Es gibt Kinder, die mit großem Talent unterwegs sind. Wir haben Schulzeitstreckungen. Dieser Schulversuch wird dann auch im nächsten Schulgesetz geregelt, damit klar ist, dass es möglich ist, dass die Schulzeit gestreckt werden kann, damit wir mit den Eliteschulen des Sports und den Eliteschulen des Fußballs, den Partnerschulen der Olympiastützpunkte die Möglichkeiten schaffen, dass die Kinder einen guten Abschluss bekommen: in der Realschule, in der Hauptschule wie auch im Gymnasium. Das MWK hat da auch Kooperationen mit den Olympiastützpunkten im Land, damit wir diese Möglichkeit schaffen. Ich denke, das ist absolut wichtig. Da geben wir Lehrerstellen hinein, damit individuell nachgeschult wird, damit digital nachgeschult wird, wenn die Jugendlichen auf Lehrgängen sind. Denn wir wissen einfach: Ein Spitzensportler, etwa im Biathlon oder im Langlauf, ist den gesamten Winter über unterwegs und kommt vielleicht irgendwann im März wieder an die Schule, wenn die Saison vorbei ist. Bis dahin hat er im Wesentlichen Arbeitsblätter zur Verfügung und muss individuell nachgeführt werden.
