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Muhterem Aras

19.06.2024 Sitzungen 17/98

Für die Landesregierung erteile ich Frau Ministerin Schopper das Wort. Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Theresa Schopper: Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Gestern hat die deutsche Nationalmannschaft, die heute gegen Ungarn spielen wird, wie schon anno 2006 im Hotel Steigenberger Quartier bezogen. Wenn man z. B. auf den Schlossplatz und in die Kneipen schaut, hat man das Gefühl, dass es überall, wo man hinkommt, ein Public Viewing gibt und „König Fußball“ momentan wieder das Heft in die Hand genommen hat und dass auch da die Euphorie wieder ein Stück weit zurückgekommen ist. Dabei möchte ich mich nicht nur auf das Spiel gegen Schottland beziehen; denn das war schon vorhin angeführt worden. Momentan scheint ganz Europa im Fußballfieber, und wir hoffen natürlich, dass die Nationalmannschaft dieser Euphorie noch einen Schub gibt. An die CDU-Fraktion richte ich einen großen Dank, dass sie eine Aktuelle Debatte zu diesem Thema initiiert hat. Baden-Württemberg ist aber mehr als nur ein Fußballland. – NRW hat fünf Bundesligavereine, und wir haben vier Bundesligavereine in der ersten Liga. Deshalb können wir schon sagen, dass wir da mordsmäßig unterwegs sind. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen, der CDU und der SPD – Abg. Raimund Haser CDU: Champions League!) Baden-Württemberg ist auch ein Handballland. Im Handball haben wir nicht nur bei den Männern Spitzenleistungen – (Beifall bei Abgeordneten der Grünen, der CDU, der SPD und der FDP/DVP) wobei wir mit FRISCH AUF! Göppingen und den Rhein-Neckar Löwen zwei Bundesligavereine haben, die absolute Topmannschaften sind –; den größten Erfolg – das geht ein bisschen unter der Grasnarbe durch – haben die Handballfrauen von Bietigheim erzielt; denn sie sind seit über 50 Spielen ungeschlagen. Von Leverkusen spricht man mit größter Anerkennung, aber wir dürfen auch mal nach Bietigheim schauen und das genauso feiern. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen, der CDU, der SPD und der FDP/DVP – Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Bravo! Zugabe!) (Ministerin Theresa Schopper) Man könnte mit Erfolgen in weiteren Mannschaftssportarten fortfahren; z. B. leistet Friedrichshafen im Volleyball seit Jahrzehnten viel. (Zuruf: Faustball!) – Jeder hat etwas bei sich. Auch beim Hockey wird viel geleistet. Darüber hinaus gibt es hervorragende Einzelleistungen. Ich weiß nicht, wer sich noch erinnert – es ist noch gar nicht lange her –: 7,22 m war die Leistung, die Malaika Mihambo bei der Leichtathletikeuropameisterschaft abgeliefert hat; sie hat damit die Goldmedaille errungen. Neben den 70 Nominierten können wir für Eli Seitz, die Turnerin, die leider verletzt ist, hoffentlich noch jemanden zusätzlich nach Paris schicken. Wir sind mit unseren Sportlerinnen und Sportlern für die Olympischen und die Paralympischen Spiele also gut gerüstet. Dennoch muss man schauen, wo nachjustiert werden muss. Eine Spitzensportlerin, ein Spitzensportler wird nicht von Montag auf Dienstag aus der Taufe gehoben, sondern das sind lange Wege und sehr steinige und entbehrungsreiche Zeiten. Deshalb müssen wir vor den jungen Menschen, die die Talente haben und diese absoluten Einschränkungen hinnehmen – normalerweise möchte man auch mal auf Partys gehen etc. –, den Hut ziehen. Es ist enorm, was diese Spitzensportlerinnen und Spitzensportler auf ihrem Weg an die Spitze auf sich nehmen. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen, der CDU und der SPD) Der Schulsport ist in diesem Zusammenhang natürlich einer der entscheidenden Punkte, weil im Schulsport alle Kinder zusammenkommen, und wir haben auch bei unseren Schulteams ein Potenzial. Am Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ nehmen 11 500 Schulteams mit über 115 000 Kindern teil. Damit sind wir mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Baden-Württemberg wieder einmal in einer Spitzenposition. Was den internationalen Charakter anbelangt, verweise ich aktuell – die Staatssekretärin war dort – auf das deutsch-französische Schulsportfest in Karlsruhe. Es ist grenzüberschreitend eine Völkerverbindung durch den Sport möglich. Das müssen wir deutlich in den Vordergrund stellen; dies führt noch weit über die sportliche Bedeutung der Olympischen und Paralympischen Spiele oder auch der World Games – die hoffentlich kommen – hinaus. Ich kann Ihnen sagen – es wird jetzt so getan, als würde man Karlsruhe links liegen lassen –: Heute Morgen um halb acht hatte ich mit OB Mentrup schon wieder eine Schalte. Wir telefonieren miteinander; da brauchen Sie keine Sorge zu haben. Das ist nicht einfach. 100 Millionen € sind ein Haufen Geld; es ist enorm, was das insgesamt kostet. Aber da sind wir dran, unseren Beitrag zu leisten. Da sind aber auch Sie noch einmal entsprechend gefordert. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Raimund Ha- ser CDU und Klaus Ranger SPD) Die Schwimmfähigkeit liegt uns sehr am Herzen. Ich glaube, es vergeht kaum eine Sitzung des Bildungsausschusses, in der riode – 98. Sitzung – Mittwoch, 19. Juni 2024 wir uns nicht zum Thema Schwimmfähigkeit austauschen. 80 % der Kinder in den Schulen, in den Grundschulen haben eine Möglichkeit, schwimmen zu gehen. Demnach haben 20 % diese Möglichkeit nicht. Bei denen müssen wir genau darauf schauen, wo wir die entsprechenden Möglichkeiten schaffen, etwa Kompaktkurse in den Freibädern. Wir müssen schauen, was wir da jedem Einzelnen, in jedem einzelnen Fall an Beratung geben können. Wir müssen nochmals schauen, wo Kinder und Jugendliche schwimmen gehen können. Ich weiß, es wird immer darum gerungen, wie wir da mit der kommunalen Seite geschirren. Es ist so: Wenn man sich die Bäderdichte anschaut, dann sieht man: Wir in Baden-Württemberg sind auf Platz 2 nach Thüringen. Wir haben im Verhältnis zur Einwohnerzahl die zweitmeisten Bäder. Es ist durchaus nicht so, dass man nur mit tief gesenktem Haupt durch Baden-Württemberg gehen kann, was die Schwimmfähigkeit bei uns und unsere Möglichkeiten, Bäder zu besuchen, angeht. Nichtsdestotrotz: Das muss man immer in den Blick nehmen, weil wir natürlich einerseits schauen müssen: Was haben wir an Möglichkeiten, wenn Kinder oder Erwachsene gern schwimmen gehen möchten? Wo kann man gut schwimmen lernen? Es gibt ja die Tendenz – die gibt es schon lange –, dass Bäder in Spaßbäder umgewandelt werden. Aber – auch da gibt es positive Beispiele –: Man kann auch in Spaßbädern die Schwimmfähigkeit erwerben. Dies ist ein Diskurs, der zuerst auf der kommunalen Seite geführt werden muss, weil dort im Wesentlichen die entsprechenden Betriebskosten anfallen. Da muss man sagen: Jeder hat seine Aufgaben. Das ist kein Punkt, den wir allein auf der Landesebene angehen könnten. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU) Aber es ist auch wichtig: Wir brauchen nicht nur Schwimmbecken, sondern wir brauchen auch Leute, die dort Kindern das Schwimmen ordentlich beibringen. Da, meine ich, müssen wir uns in Baden-Württemberg wirklich nicht verstecken. Herr Hörner hat da jetzt die 1,5 Millionen € ein bisschen ins Lächerliche gezogen. – Bei Ihnen spielt Geld keine Rolle. Das ist ja insgesamt in der Opposition so. (Abg. Rüdiger Klos AfD: Was für ein Quatsch! –

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